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Pflegereform 2017 – Die wichtigsten Änderungen

Seit 2017 erhalten alle Pflegebedürftigen, egal ob körperlich oder psychisch beeinträchtigt, einen gleichberechtigten Zugang zu Leistungen von Pflegeversicherungen. Außerdem wird ein neues Verfahren zur Begutachtung, wie pflegebedürftig jemand ist, eingeführt werden.

Warum ist die Pflegereform notwendig?
Durch die Pflegereform sollen die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung genauer und gerechter verteilt werden. Das neue Begutachtungsverfahren soll sicherstellen, dass künftig alle Pflegebedürftigen gleichwertig behandelt werden, unabhängig davon, ob sie körperlich oder geistig beeinträchtigt sind. Der Anspruch auf die Leistungen der Pflegeversicherung ist der gleiche. Ziel der Anpassung ist vor allem, Demenzkranken gerecht zu werden und die ambulante Versorgung zu stärken.

Welche Änderungen gibt es 2017?
Die für 2017 vorgesehenen Änderungen sind Teil des sogenannten Pflegestärkungsgesetzes. Bereits im Jahr 2015 wurden die Leistungen für Pflegebedürftige grundsätzlich erhöht. Seit dem 01.01.2017 gilt nun auch die Einordnung von Pflegebedürftigen in Pflegegrade anstatt in Pflegestufen.

Welchen Unterschied gibt es zwischen Pflegegraden und Pflegestufen?
Aus den bisherigen drei Pflegestufen werden fünf Pflegegrade. Wer bereits eine Pflegestufe hat, muss nichts weiter unternehmen, die Pflegeversicherung nimmt einen Wechsel in das System der Pflegegrade selbstständig vor. Ausschließlich körperbehinderte Pflegebedürftige erhalten automatisch den nächsthöheren Pflegegrad. So wird aus Pflegestufe 1 der Pflegegrad 2. Dauerhaft erheblich Eingeschränkte (wie z.B. Demenzkranke) werden zwei Pflegegrade höher eingestuft. So wird beispielsweise aus Pflegestufe 3 Pflegegrad 5. Wichtig zu wissen ist, dass durch die Umstellung niemand weniger Leistung als vorher bekommt. In den meisten Fällen steigt die monatliche Leistung sogar an.

Wie werden die Änderungen umgesetzt?
Das Hauptkriterium für die Bestimmung der Pflegebedürftigkeit ist seit 01.01.2017, wie selbstständig ein Mensch ist. Zur Bewertung wird die körperliche und geistige Verfassung herangezogen. Mobilität, geistige und kommunikative Fähigkeiten, Verhalten, Fähigkeit zur Selbstversorgung, Umgang mit Erkrankungen und Belastungen sowie soziale Kontakte werden dabei berücksichtigt.

Wer gibt mir Auskunft, wie es in meinem Fall weiter geht?
Pflegebedürftige werden derzeit von den Pflegekassen darüber informiert, wie die Einordnung in den Pflegegrad erfolgt und wie hoch die daraus resultierenden Leistungen sind.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an Ihre zuständige Pflegekasse.

Von |2017-03-06T16:45:42+00:0015. Dezember 2016|Verbrauchertipps|

Über den Autor:

Daniel Hörner
Kommunikationsreferent. Berichtet aus unseren Geschäftsstellen und über unsere Aktivitäten in Rheinhessen. Immer auf der Suche nach aktuellen Verbrauchertipps für Sie.