In dieser Woche war dann Deutschland dran. Durch einen zu niedrigen Wechselkurs würde sich das Land Exportvorteile erschleichen, auch auf Kosten seiner europäischen Nachbarn, so argumentierte man aus dem Weißen Haus. Das ist falsch: der deutsche Leistungsbilanzüberschuss hängt nicht vom Wechselkurs ab, da Deutschland auch in Zeiten einer starken Währung erfolgreich exportierte. Das Defizit der Amerikaner kommt daher, dass sie einfach zu wenig sparen. Dies könnte die Regierung Trump durch eine Verringerung des Staatsdefizits leicht selbst abstellen. An den Börsen konnten allerdings auch die neuesten Verbalkapriolen der neuen US Regierung keine rechte Wirkung erzielen. Weiterhin halten eine gute Wirtschaftsentwicklung und gute wirtschaftliche Aussichten, insbesondere in Europa, die Aktienkurse oben. Der US Dollar schwächte sich zwar leicht ab, auf Dauer wird er aber nicht von verbalen Interventionen, sondern von den wirtschaftlichen Fakten getrieben werden, und die deuten weiterhin auf eine starke US Währung hin.

Die Hauptversammlungssaison 2017 kommt in Schwung

Die US Notenbank zeigte sich in der abgelaufenen Woche ebenfalls von der abwartenden Seite. Nichts anderes erwartet man auch von der europäischen Zentralbank. Die Zinsen bleiben also weiterhin niedrig. In der kommenden Woche gibt es aus der Gesamtwirtschaft kaum wichtige Daten. Zeit also, sich einzelnen Unternehmen zuzuwenden, denn die Hauptversammlungssaison ist wieder in Gang gekommen. Den Auftakt machte Siemens, Firmen-Chef Joe Kaeser konnte seinen Aktionären gute Zahlen vorlegen und eine Dividende von 3,6 EUR je Aktie an seine Aktionäre auszahlen.