Städte sind grau. Manchmal. In Städten ist kein Platz für Natur. Manchmal. Doch es geht auch ganz anders. Haben Sie schon einmal daran gedacht, Bienen zu züchten?

Sie wohnen in der Stadt, interessieren sich für Umweltschutz und lieben Honig. Was liegt da näher, als selbst zum Imker zu werden? Was kurios klingt, ist gar nicht so abwegig und zudem erlaubt. Was Sie dennoch beachten müssen, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Wohnen Sie im Eigenheim oder zur Miete?

Grundsätzlich ist es Grundstückseigentümern erlaubt, in ihrem Garten Bienen zu halten. Die Anzahl der Bienenvölker ist jedoch abhängig von der Größe des Gartens, immerhin kann ein Bienenvolk aus bis zu 100.000 Tieren bestehen. Je größer der Garten, desto mehr Bienenvölker dürfen folglich darin heimisch werden. Jedoch dürfen Nachbarn nicht erheblich durch die fleißigen Insekten belästigt werden. Rücksichtnahme ist also geboten, damit zum Beispiel die Terrasse des Nachbarn nicht ständig von Bienen überflogen wird.

Wollen Sie Bienen in einem von mehreren Eigentümern genutzten Gebäude halten, kann sich die Eigentümergemeinschaft für oder gegen die Bienenhaltung entscheiden. Sprechen Sie in diesem Fall Ihre Nachbarn einfach darauf an.

Wohnen Sie dagegen zur Miete, sieht die Sache etwas anders aus. In Mietwohnungen sind zwar Haustiere erlaubt, Bienen sind nach Ansicht deutscher Gerichte jedoch keine Haustiere. Der Vermieter kann die Bienenhaltung untersagen, denn sie ist nicht Teil des vertragsgemäßen Gebrauchs der Mietsache.

Bienen ziehen auch mal um

Es kommt vor, dass Bienen sich selbst auf die Suche nach einer neuen Bleibe machen. Dabei schwärmt ein Teil eines Bienenvolkes aus und lässt sich irgendwo anders nieder. Wenn das passiert, haben Sie als Eigentümer laut dem bürgerlichen Gesetzbuch sogar das Recht, Ihre Bienen zu „verfolgen“, das heißt, dass Sie fremde Grundstücke betreten dürfen, um Ihre Bienen wieder zurückzuholen. Als Stadt-Imker dürfen Sie Zutritt zu Balkonen und Dächern verlangen. Wird Ihnen das verweigert, können Sie sogar Schadenersatz geltend machen.

Leckerer Lohn

Als Belohnung für Ihren Einsatz können Sie dann schließlich Ihren eigenen Honig in Händen halten. Wer kann das schon von sich behaupten? Und nebenbei tun Sie auch unserer Umwelt etwas Gutes. Sie helfen, dass Pflanzen und Blumen auch dort gedeihen, wo wir sie vielleicht gar nicht vermuten. Denn ohne Bienen sind Städte bald wirklich nur noch eins: Grau.

Wenn Sie nun auch zum Imker werden wollen, empfehlen wir Ihnen, sich bei einem örtlichen Imkerverein oder auch hier über Bienenhaltung zu informieren. Kennen Sie schon die Soziale Stadtimkerei in Mainz?

Übrigens: Falls Sie Bedenken haben, Ihre kleinen Honigproduzenten könnten Schaden anrichten: Wir versichern auch privat genutzte Bienen.