An den Börsen ging in der letzten vollständigen Handelswoche des Jahres alles seinen zuletzt eingeschlagenen Weg. Starke Aktienmärkte, ein starker US-Dollar und starke Konjunkturdaten begleiten die Marktteilnehmer in das neue Jahr. Mit dem ifo Geschäftsklimaindex, der sich noch einmal fester präsentierte, setzte die deutsche Wirtschaft erneut ein kräftiges Ausrufezeichen, das die Beschleunigung der Konjunkturentwicklung der vergangenen drei Monaten unterstreicht. Das Beispiel der hiesigen Industrie illustriert das gegenwärtige Spannungsfeld, in dem sich die Firmen bewegen. Exportorientierte Unternehmen verspüren derzeit wieder mehr Rückenwind von der globalen Konjunktur. Gleichzeitig verunsichern weiterhin die politischen Entwicklungen die Unternehmen. Dieses Spannungsfeld wird wohl im kommenden Jahr für manche Achterbahnfahrt an den Märkten sorgen.

Apropos Schwankungen: Stärkere Kursbewegungen nach oben und unten wird es wohl in den ersten Monaten des neuen Jahres auch an den Anleihemärkten geben. Diese werden sehr stark von den Aussichten auf die Zinspolitik der Zentralbanken getrieben. Sowohl die amerikanische wie auch die europäische Notenbank denken einmal wieder über einen Ausstieg aus der ultraexpansiven Geldpolitik nach; in den USA ist dieser bereits – ganz langsam – unterwegs. Da allerdings der Kurs der Notenbanken alles andere als vorhersehbar ist, können in den kommenden Wochen neben den Aktienkursen auch die Anleihekurse verstärkten Schwankungen ausgesetzt sein.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen