Entlastungen von mehreren Hundert Euro möglich

Soli-Abschaffung für die Mehrheit der Steuerzahler, Kindergelderhöhung, Familienentlastungsgesetz: Dank umfangreicher Steuerentlastungen steht den meisten im kommenden Jahr mehr Geld zur Verfügung. 

So viel Steuern sparen Sie 2021

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 1. Januar 2021 greifen erhebliche Steuererleichterungen. Die Ersparnis könnte bei mehreren Hundert Euro liegen.
  • Der Solidaritätszuschlag entfällt für rund 90 Prozent der Steuerzahler.
  • Familien profitieren durch die Erhöhung des Kindergeldes um 15 Euro pro Monat und steigende Kinderfreibeträge.
  • Zudem wird der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer um 336 Euro erhöht.
  • Auch bei der „kalten Progression“ werden Steuerzahler entlastet.

Gute Nachrichten zum Jahresende: 2021 haben die meisten Steuerzahler deutlich mehr Geld in der Tasche. Grund sind umfangreiche Steuererleichterungen, die ab Januar greifen. Der Solidaritätszuschlag fällt für 90 Prozent der Menschen weg. Familien profitieren besonders von der Erhöhung des Kindergelds und steigenden Kinderfreibeträgen.

Für die meisten dürften diese Steuerentlastungen zu Ersparnissen von mehreren Hundert Euro führen. Auch wenn die genaue Höhe von individuellen Faktoren wie Einkommen und der familiären Situation abhängt.

Teilweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags

Schon länger beschlossen, nun ist es endlich so weit: 2021 fällt der „Soli“ für rund 90 Prozent der Steuerzahler weg. Und damit 5,5 Prozent der Lohnsteuer, die bisher abgeführt werden mussten. Die tatsächliche Höhe der Ersparnis hängt vom individuellen Einkommen ab: Alleinstehende Durchschnittsverdiener können durch den Wegfall mehrere Hundert Euro sparen. Nur für Spitzenverdiener bleibt der Soli ganz oder teilweise erhalten. Alleinstehende mit einem Bruttomonatslohn von mehr als 6.200 Euro pro Monat zahlen einen reduzierten Soli, ab 9.165 Euro wird er komplett fällig.

Erhöhung Kindergeld und Kinderfreibetrag

„Die Stärkung und das Wohlergehen der Familien und Kinder stehen im Mittelpunkt“, so steht es im Entwurf des zweiten Familienentlastungsgesetzes, das am 28. Oktober vom Bundestag verabschiedet wurde. 2021 wird das Kindergeld um 15 Euro pro Kind erhöht: Für das erste und zweite Kind erhalten Familien 219 Euro pro Monat. Für das dritte Kind beträgt das Kindergeld 225 Euro – und 250 Euro  für jedes weitere Kind. Zudem steigen auch die Kinderfreibeträge an: Ab Januar müssen Eltern, die zusammenveranlagt werden, erst ab der Grenze von 8.388 Euro Steuern zahlen.

Grundfreibetrag steigt 2021 um 336 Euro

Der steuerliche Grundfreibetrag von derzeit 9.408 Euro sollte nach dem Regierungsentwurf auf 9.696 Euro angehoben werden. Aufgrund des inzwischen vorliegenden Existenzminimumberichts hoben die Koalitionsfraktionen den Betrag für 2021 um 48 Euro auf 9.744 Euro an. 2022 steigt der Grundfreibetrag wie geplant weiter auf 9.984 Euro.

Anpassungen gegen „kalte Progression“

Auch bei der sogenannten „kalten Progression“ werden Steuerzahler entlastet. Dahinter verbirgt sich das Phänomen, dass bei einem höheren Einkommen auch der Steuersatz steigt. Unter Umständen hat man dadurch trotz höherem Bruttogehalt nach Steuern kaum mehr Geld auf dem Konto. Um diesen negativen Effekt zu korrigieren, wird 2021 der Einkommenssteuertarif angepasst: Die Einkommensgrenzen, ab denen der nächsthöhere Steuersatz fällig wird, verschieben sich – 2021 um 1,52 Prozent, 2022 um 1,5 Prozent. Die Verschiebung bringt Erleichterungen in allen Einkommensklassen, der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 57.919 Euro und nicht wie bislang schon bei 55.961 Euro.

Stand: 20.11.2020