In Rheinhessen geht es den Menschen gut. Hier brummen im Sommer nicht nur die Bienen durch die schöne Landschaft, auch die Wirtschaft verzeichnete im ersten Halbjahr 2017 ein konjunkturelles Stimmungshoch. Das gilt auch über die traditionell starke Tourismusbranche hinaus. Zum Herbst bestätigt die Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen diesen Trend.

Industrie – Antriebskraft der Wirtschaft

Für den anhaltenden Aufschwung sei demnach vor allem die Industrie verantwortlich. Gute Exportwerte, aber auch ein bemerkenswerter Auftragseingang aus dem Binnenmarkt seien die Antriebskraft der Wirtschaft. 50 Prozent der in der Konjunkturumfrage befragten Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut, 45 Prozent befriedigend und lediglich fünf Prozent sehen ihre aktuelle Lage als schlecht. Dies stellt eine Verbesserung in allen Bereichen dar. Auch die Geschäftserwartungen der Firmen für das kommende Jahr sind gestiegen: 28 Prozent erwarten bessere Geschäfte, 60 Prozent gleichbleibende und zwölf Prozent schlechtere Geschäfte. In der Industrie sehen diese Zahlen sogar noch etwas besser aus. Diese Zahlen belegen, dass der wirtschaftliche Aufschwung nicht nur einzelne Branchen, sondern breite Teile der Wirtschaft erfasst hat.

Zu den guten Umfragewerten trägt auch die Lage des Binnenmarktes bei. Die in der Vergangenheit oft als zu sehr exportorientiert beurteilte Wirtschaft schreibt nun häufiger Auftragseingänge aus dem Inland in ihre Bücher. 39 Prozent der Unternehmen haben vermehrt Aufträge aus dem Binnenmarkt erhalten, bei 53 Prozent ist der Auftragseingang unverändert. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind gestiegen und verharren nun auf hohem Niveau. Dies führt zu einem Rekordwert bei der Kapazitätsauslastung der Unternehmen. 61 Prozent sehen hier eine hohe Auslastung ihrer Kapazitäten. Im Frühjahr waren dies noch 41 Prozent.

Positive Auftragslage, stabiler Arbeitsmarkt

Auch die Auftragslage und die Exporterwartung werden von den Unternehmen positiv bewertet. Aufgrund der hohen Auftragseingänge aus dem Ausland erwarten daher 42 Prozent der Unternehmen gesteigerte Exporte, 55 Prozent sehen keine weitere Steigerung. Trotz guter Aussichten bleibt die Investitionsneigung angesichts der übrigen Wirtschaftszahlen nahezu konstant. 30 Prozent planen steigende Investitionen, 60 Prozent gleichbleibende Investitionen. Ersatzinvestitionen sind für 46 Prozent der Unternehmen das Hauptmotiv für Investitionen, gefolgt von 43 Prozent Produktinnovationen, 35 Prozent Kapazitätserweiterung und 28 Prozent Rationalisierung. Trotz günstiger Kredite beginnen die Unternehmen erst allmählich, ihre Investitionen zu verstärken. Unbeeindruckt von der verhaltenen Investitionsneigung zeigt sich die Erwartungshaltung für den Arbeitsmarkt: Aufgrund der guten Wirtschaftslage bleiben die Erwartungen hier stabil. 23 Prozent der Befragten wollen die Zahl ihrer Beschäftigten steigern, 66 Prozent sehen keinen Bedarf für Veränderungen. Die Situation der rheinhessischen Arbeitnehmer folgt somit dem bundesweiten Trend.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der Lagebeurteilung und Erwartungshaltung der Unternehmen im Land zusammenfasst, liegt aktuell bei 125 Punkten. Im Frühsommer waren es noch 122 Punkte. Weitere Themen rund um Mittelstand, Wirtschaft und Rheinhessen finden Sie hier auf unserem Blog.