Wie die Zeit vergeht: Was gestern noch aktuell war, ist heute schon überholt. Auch 2017 hat wieder viel Neues zu bieten. Wie verschaffen Ihnen hier einen kleinen Überblick über die wichtigsten Themen in der Arbeits- und Finanzwelt.

1. Neuerungen im Steuergesetz

2017 wird das Besteuerungsverfahren in Deutschland modernisiert. Es gelten längere Steuerungserklärungsfristen. Die elektronische Steuererklärung muss folglich erst bis zum 31. Juli des darauffolgenden Jahres abgegeben werden. Von der Modernisierung sind auch die Verspätungszuschläge betroffen. Maßgeblich hierfür ist nur noch das Nicht-Einhalten des Abgabetermins. Außerdem ändert sich die Belegvorlagepflicht in eine Belegvorhaltepflicht, das heißt, Belege müssen nicht mehr zwingend vorgelegt, aber aufgehoben werden.

2. Mehr Arbeitslosengeld 2

2017 werden die Hartz-IV-Regelsätze leicht angehoben. Der Regelsatz für Alleinstehende steigt um 5 auf 409 Euro, Verheiratete erhalten 4 Euro mehr (insgesamt 368 Euro pro Partner). Die Sätze für unter 25-Jährige steigen um 3 Euro auf 327 Euro an. 311 stehen zukünftig Kindern zwischen 14 und 18 Jahren zu. Ein etwas deutlicheres Plus 21 erhalten Schulkinder zwischen 6 und 13 Jahren (insgesamt 291 Euro)

3. Änderungen des Garantiezinses

Für Neukunden einer Lebensversicherung wird der Garantiezins auf 0,9 % gesenkt. Grund dafür ist die anhaltende Niedrigzinsphase. Die Verzinsung der Altverträge bleibt unverändert. Die Senkung des Garantiezinses hat unter anderem Auswirkungen auf die Beiträge der Berufsunfähigkeitsversicherung. Denn: Mit dem Garantiezins fällt auch die Verzinsung der Rückstellungen, welche die Versicherer aufbauen, um die Beiträge mit steigendem Alter stabil zu halten. Versicherte müssen daher voraussichtlich höhere Beiträge zahlen, damit die Reserven auf gleichem Niveau verbleiben. Dies betrifft Neuverträge ab 2017.

4. Neuerungen in der Pflegereform

In Zukunft fließt die sogenannte eingeschränkte Alltagskompetenz mit in die Bewertung für die Pflegebedürftigkeit ein. Körperliche und psychische Einschränkungen werden beide mit einbezogen. Bisher wurde hauptsächlich die körperliche Komponente betrachtet, wenn es um die Einteilung in eine Pflegestufe ging. Neben neuen Leistungen, vor allem für die ambulante Versorgung gibt es neue Begriffe. Aus bisher drei Pflegestufen werden fünf Pflegegrade. Die neue Leistungsausrichtung soll vor allem die Versorgung zuhause verbessern.

5. Modernisierung des Mutterschutzgesetzes

Das Gesetz von 1952 wird überarbeitet und an die heutigen Arbeitsbedingungen angepasst. Somit soll bestmöglicher Schutz für (werdende) Mütter geboten werden. So gibt es z.B. längere Schutzfristen für Mütter eines behinderten Kindes. Erstmals gilt der Mutterschutz auch für Schülerinnen und Studentinnen. Diesen wird erlaubt, im Mutterschutz Klausuren zu schreiben und Vorlesungen zu besuchen. Das strikte Beschäftigungsverbot, wie für Arbeitnehmerinnen in den acht Wochen nach der Geburt, gilt hier also nicht.

6. Neue Rechengrößen in der Sozialversicherungen

Aufgrund einer positiven Lohnentwicklung steigen die Beitragsbemessungsgrenzen (BBG) in der Rentenversicherung, der Arbeitslosenversicherung und der Kranken- und Pflegeversicherung an. Die BBG bestimmt, ab welcher Höhe das Einkommen nicht mehr zur Berechnung der Sozialversicherung herangezogen wird.

Der Anspruch von Arbeitnehmern auf eine betriebliche Altersversorgung ist an die BBG in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) gekoppelt. Bis zu vier Prozent der BBG (dies entspricht 3.048 Euro) können Arbeitnehmer 2017 steuer- und sozialversicherungsfrei von ihrem Bruttogehalt in eine betriebliche Altersversorgung einzahlen.

Bei der Rürup-Rente ist der steuerlich anrechenbare Höchstbetrag an die BBG in der knappschaftlichen Rentenversicherung (West) gekoppelt. Bis zu 24,8 Prozent dieser BBG können bei der Rürup-Rente geltend gemacht werden – ab 2025 komplett steuermindernd, 2017 sind es bereits 84 Prozent. Somit können Ledige 2017 maximal 19.624 Euro beim Finanzamt anrechnen, Ehepartner das Doppelte.

Die Versicherungspflichtgrenze steigt um 1.350 Euro auf 57.600 Euro (bundesweit). Somit müssen Arbeitnehmer, die in die Private Krankenversicherung wechseln möchten, 2017 monatlich 112,50 Euro (brutto) mehr verdienen als 2016.

7. Bleiben gleich: Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung

Noch bis zum Herbst 2016 ging man von einem Anstieg der Zusatzbeiträge zur Krankenversicherung im Jahr 2017 aus. Gesetzlich Versicherte mussten mit einem Anstieg der Zusatzbeiträge auf rund 1,4 Prozent rechnen. Entgegen der Prognosen bleiben die Zusatzbeiträge 2017 stabil.