Das ändert sich für Autofahrer

Ab dem 1.1.2021 ändert sich die Berechnung der Kfz-Steuer für Neuwagen. Wer spart? Wer zahlt drauf? Was bringen die Änderungen? Das Wichtigste zur Reform der Kfz-Steuer im Überblick.

Neue Kfz-Steuer kommt 2021

Je mehr Sprit ein Auto verbraucht und Stickstoff ausstößt, desto höher wird künftig die Kfz-Steuer. Das hat der Bundestag für alle Neuzulassungen ab 1.1.2021 beschlossen. Die neue Kfz-Steuer orientiert sich künftig stärker daran, wie viel CO2 ein Fahrzeug tatsächlich ausstößt. Ziel ist, den Kauf von spritsparenden Pkw zu fördern – und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ob diese Rechnung aufgeht, ist umstritten. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur neuen Kfz-Steuer.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer ab Januar 2021 einen Neuwagen mit hohem CO2-Ausstoß kauft, muss mehr Steuern zahlen.
  • Das betrifft vor allem SUVs und Sportwagen.
  • Der Kauf von E-Autos wird dagegen finanziell weiter gefördert. So soll es beim Klimaschutz vorangehen.

Was ist neu an der Kfz-Steuer?

Die neue Steuer rückt den CO2-Ausstoß von Diesel und Benziner stärker in den Fokus. Er wird bei der Berechnung höher gegenüber dem Hubraum gewichtet. Spritschluckende SUV und PS-Boliden werden höher besteuert als kleinere Autos mit geringerem Verbrauch. Kurz: Wer sich für einen Neuwagen mit mittlerem oder hohem CO2-Ausstoß entscheidet, zahlt künftig mehr.

Bei Neuwagen mit relativ niedrigen Emissionen über 95 bis 115 Gramm CO2 pro Kilometer ändert sich nichts. Für besonders spritsparende Fahrzeuge sinkt die Steuerlast: Autobesitzer, deren Fahrzeuge bis Ende 2024 zugelassen werden und weniger als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, erhalten einen 30-Euro-Steuerbonus für maximal fünf Jahre.

Wie wird die neue Steuer berechnet?

Neu zugelassene Autos, die mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, müssen für jedes zusätzliche Gramm CO2 einen Aufschlag von 2 Euro zahlen. Dieser Aufschlag steigt stufenweise an. So zahlen Fahrzeuge mit besonders hohem CO2-Ausstoß von mehr als 195 Gramm pro Kilometer bereits 4 Euro pro zusätzliches Gramm CO2. Die Höhe der eigenen Kfz-Steuer können Sie auf der Seite des Finanzministeriums berechnen.

Zahlen und Daten:

  • Aktuell bringt die Kfz-Steuer dem Bund rund 9 Milliarden Euro pro Jahr ein.
  • 65,8 Millionen zugelassene Fahrzeuge gibt es derzeit in Deutschland.
  • Darunter sind aber nur rund 136.000 E-Autos.

Was bringt die Steuerreform?

Laut Bundesregierung soll die Reform ein Kompromiss zwischen bezahlbarer Mobilität und Anreizen für den Klimaschutz sein. Hier ist der Verkehrssektor besonders gefragt: Statt Emissionen zu reduzieren, stieg der CO2-Ausstoß im vergangenen Jahr in diesem Bereich um 1,2 Millionen Tonnen im Vergleich zu 2018. Eine wachsende Zahl der E-Autos soll helfen, diesen Trend umzukehren. Zwar gab es zu Jahresbeginn erst rund 136.000 zugelassene Stromer in Deutschland. Bis 2030 sollen es laut Bundesregierung schon sieben bis zehn Millionen Elektrofahrzeuge sein. Um den Verkauf weiter anzukurbeln, gewähren Bund und Hersteller für den Kauf eines E-Autos gemeinsam Zuschüsse von bis zu 9.000 Euro.

Gilt die Steuer auch für bereits zugelassene Fahrzeuge?

Nein. Die neue Besteuerung gilt für alle neuen Fahrzeuge, die ab dem 1.1.2021 zugelassen werden. Die knapp 65,8 Millionen Fahrzeuge, die derzeit in Deutschland bereits zugelassen sind, fallen noch unter die alte Besteuerung. Die für die Berechnung einzelner Fahrzeuge entscheidenden Paramater sind abhängig vom Fahrzeugtyp und dem Datum der Erstzulassung des Fahrzeugs.

Wie lang gilt die Steuerbefreiung für Elektroautos?

Gute Nachrichten für die Besitzer von Elektroautos. Bislang sind alle elektrisch betriebenen Fahrzeuge, die ab Mai 2011 zugelassen wurden, für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Diese Befreiung, die vor der Reform bis 2025 galt, wird nun um fünf Jahre verlängert – bis zum 31.12.2030. Nach Ablauf der zehnjährigen Befreiung orientiert sich die Höhe der Steuer für E-Autos am Gewicht. Dann fallen allerdings nur 50 Prozent der Steuern an, die für einen vergleichbaren Verbrenner fällig sein sollen.

Führt die Reform der Kfz-Steuer wirklich zu mehr Klimaschutz?

Die Lenkungswirkung der Steuer hin zu mehr Klimaschutz ist umstritten. Umweltschützer glauben nicht, dass sie tatsächlich den Kauf von mehr Elektroautos oder sparsameren Pkw beschleunigt. Dies sei aber notwendig, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen. Verkehrsexperten sehen daher in der Reform der Kfz-Steuer nur einen ersten Schritt auf dem Weg zu mehr Klimaschutz, dem weitere folgen müssten.