Es ist Sommerzeit, freilich weniger vom Wetter, als vielmehr an den Börsen. So finden die aktuellen Marktbewegungen bei dünnen Umsätzen statt. Insofern sollten die Kurs-Rückgänge vom DAX nicht überinterpretiert werden. Zudem sind insbesondere die Abstrafung der Automobiltitel auf der einen und die Sorgen um den gegenüber dem US-Dollar gestärkten Euro auf der anderen Seite eher hausgemacht, als globalen Schwächetendenzen geschuldet. Anders sieht es bei einem Blick über den Atlantik aus: Amerikanische Indizes verzeichnen teilweise neue Allzeithochs, obwohl die Unternehmensberichtssaison in den USA bislang sehr gemischt ausfällt.

Blick zurück nach Deutschland: Hier zeigen sich die Unternehmen aktuell extrem zuversichtlich. Anders als von vielen Experten erwartet, konnte das ifo-Geschäftsklima – einer der wichtigsten Stimmungsindikatoren – für Juli sein drittes Allzeithoch in Folge erzielen. Das ist bemerkenswert, wenngleich die tatsächliche Konjunkturdynamik offenkundig überzeichnet wird.

Die amerikanische Notenbank (Fed) hat sich auf ihrer jüngsten Sitzung in ihrer geldpolitischen Haltung kaum verändert gezeigt. Für die Märkte bleibt es dabei, dass sich die monetäre Stützung nur ganz allmählich verringern wird. Das stützt unter anderem die Anleihemärkte, vor allem bei Unternehmensanleihen. Auch Neuemissionen liefen gut: Sowohl AT&T, die drittgrößte Bondplatzierung aller Zeiten, als auch eine neue griechische Anleihe waren deutlich überzeichnet. Zinsaufschläge werden von Anlegern nach wie vor händeringend gesucht.