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Chefvolkswirt der DekaBank, Dr. Ulrich Kater

Der Paukenschlag kam zum Wochenschluss: Die Corona-Erkrankung des US-Präsidenten verunsicherte die Märkte zwischenzeitlich dann doch. Nach dem denkwürdigen, aber unentschiedenen TV-Duell erhöht diese Nachricht die Wahrscheinlichkeit eines Chaos-Wahlszenarios, in dem am Ende gar nichts feststeht. Hinter diesen spektakulären Entwicklungen ging das Tauziehen an den Märkten weiter. Auf der einen Seite beeinträchtigen weiter steigende Covid-19-Infektionsfälle den wirtschaftlichen Ausblick. Unternehmen, Konsumenten und die Wirtschaftspolitik versuchen mit den Auswirkungen der andauernden Pandemie so gut es geht umzugehen. Aus der europäischen Zentralbank verlautete, dass ihre strategischen Überlegungen in eine ähnliche Richtung wie die der US-Notenbank gingen. Das würde eine noch länger anhaltende Phase von ultraniedrigen Zinsen bedeuten. Trotz dieser Unterstützung werden wohl in den kommenden Wochen weitere Marktschwankungen auftreten, ohne jedoch wirklich neue Trends auszubilden.

Konjunktur in der zweiten Welle

Bislang haben die steigenden Fallzahlen die Wirtschaft weniger beeinträchtigt als bei der ersten Welle. Nachdem die Stimmungsumfragen aus dem September weiterhin positive Überraschungen brachten, richten sich nun die Blicke mit dem sentix-Finanzmarktindikator auf die ersten Indikatoren für Oktober. Auch die US-Notenbank hat bei ihrer letzten Sitzung des Offenmarktausschusses eigentlich kaum Fragen offengelassen: Die Leitzinswende liegt in weiter Ferne, erst recht nachdem die neue Strategie verkündet wurde, nach der auch eine Überschreitung des Inflationsziels von zwei Prozent temporär zulässig ist.