In Ermangelung wichtiger Konjunkturindikatoren und außerhalb der Berichtssaison hat sich der Rohölpreis in den Vordergrund geschoben. Der Rückgang des Preises für ein Fass Rohöl auf ein Niveau unter die 50-US-Dollar-Marke hat ein bekanntes Reaktionsmuster ausgelöst: Die Inflationserwartungen gehen zurück, und die Renditen am Anleihemarkt erhalten einen Dämpfer. Der Konjunkturmotor könnte ja schlecht geölt sein, was mit Verunsicherung an den Märkten einhergeht. Indes ist der Preisverfall bei den Rohstoffen kein Signal für Nachfrageschwäche. Vielmehr liegt noch viel Rohöl auf Lager, und die US-Produktion ist hoch. Die OPEC, also die Organisation der Erdölexportierenden Länder, signalisiert Maßnahmen, um den Rohölpreis perspektivisch über 50 US-Dollar zu halten. So hielt sich die Verunsicherung in Grenzen, und die Aktienkurse blieben auf hohem Niveau.

Gegenüber dem Öl sind die politischen Ereignisse in den Hintergrund gerückt: Sowohl der erwartungsgemäße Sieg des Macron-Lagers bei den Parlamentswahlen in Frankreich als auch der Beginn der Brexit-Verhandlungen erreichten in dieser Woche keine Marktrelevanz. Indes brachte Präsident Emmanuel Macron frischen Wind auf den EU-Gipfel in Brüssel. Es scheint, dass die Märkte von politischer Seite zumindest vorübergehend weniger Attacken zu erwarten haben. So richten sich die Blicke an den Märkten auf die anstehende Veröffentlichung von Konjunkturindikatoren wie ifo Geschäftsklima und Euroland-Inflationsdaten.