Die Börsen haben einen fulminanten Start in den Juni hingelegt: In einem Umfeld anhaltend positiver Gewinndynamik und solider Wirtschaftsdaten sind die Aktienkurse international auf neue Höchststände geklettert. So konnte etwa der japanische Nikkei erstmals seit August 2015 wieder die 20.000-Marke überwinden. Dies unterstreicht die Zuversicht der Investoren. Die Entscheidung des US-Präsidenten, aus dem Pariser Klimaabkommen auszutreten, sollte kurzfristig kaum Auswirkungen auf Unternehmensentscheidungen und Investitionen haben, denn wichtige US-Bundesstaaten wollen an den bisherigen Regeln festhalten. Zumindest politisch facht dies aber einen Klimawandel an: Die Gesprächsatmosphäre hat sich zwischen den USA und dem Rest der Welt spürbar abgekühlt, vor allem die Europäer reagieren frostig.

Die Berichtssaison konnten die Unternehmen mit guten Ergebnissen abschließen. Jetzt richtet sich der Fokus wieder auf die Inflationsdaten im Euroraum. Im Mai ging die Teuerungsrate auf 1,4 Prozent zurück, ohne Berücksichtigung der Energie- und Nahrungsmittelpreise fiel sie sogar auf 0,9 Prozent. Die europäische und US-amerikanische Notenbank sind sich in ihrer Bewertung einig: Es ist keine zusätzliche Eile bei der Normalisierung der Geldpolitik geboten. An die Märkte senden die Notenbanken also das Signal, dass sie keine Klimaverderber sein wollen.