Im Marktfokus hätte diese Woche eigentlich die EZB-Sitzung stehen sollen. Indes drängten sich viele andere Themen vor: Die politische Eskalation um Katar, der Druck auf US-Präsident Trump durch die Anhörung des von ihm entlassenen FBI-Chefs und nicht zuletzt die britischen Parlamentswahlen. Eigentlich wollte Premierministerin May durch die Neuwahlen ihre absolute Mehrheit ausbauen, stattdessen hat sie sie verloren. Nun will sie mit einer Minderheitsregierung unter Duldung durch die nordirische DUP die Brexit-Verhandlungen beginnen. Und die EZB? Präsident Draghi balancierte verbal wie erwartet mit der Bekräftigung der Konjunkturerholung gegenüber gesenkten Inflationsprognosen und Hinweisen für den Markt, Zinserhöhungen nicht so bald zu erwarten.

Die Konjunkturentwicklung und die geopolitischen Strömungen führen scheinbar ein Parallelleben, sie funktionieren quasi unabhängig voneinander. Die in dieser Woche veröffentlichten Stimmungsindikatoren bewegen sich auf durchweg hohem Niveau, hinter dem die harten Produktionsdaten etwas zurückbleiben. Indes steht die globale Expansion nach wie vor auf stabilen Füßen. So halten sich die Aktienmärkte nach wie vor recht robust gegenüber Anfeindungen aus politischer Richtung. Für die Rentenmärkte steht am kommenden Mittwoch mit der Fed-Sitzung der nächste Hingucker bereit.