Die Woche stand im Zeichen des G7-Gipfels und seiner Nachwehen. Dass man sich nicht auf ein gemeinsames Abschlusspapier einigen konnte, zeigt das Ausmaß der momentanen Zerstrittenheit zwischen den USA und ihren Partnern. Zwar reagierten die Märkte kaum, doch bleibt die Gefahr von Kurzschlusshandlungen und negativen Überraschungen in diesem Umfeld bestehen, zumal auch mit Blick auf Europa die Risiken nicht gebannt sind. So führten widersprüchliche Aussagen italienischer Politiker zu heftigen Schwankungen bei den Renditen insbesondere italienischer Staatsanleihen, und auch der DAX trat auf der Stelle. Die Notenbanken bleiben unbeirrt und halten am Kurs der geldpolitischen Normalisierung fest: Die Fed vollzog eine weitere Zinserhöhung, eine stärkere Straffung der Geldpolitik bis Jahresende ist möglich. Die EZB wiederum kündigte an, ihre Anleihekäufe zum Ende des Jahres einzustellen.

In der kommenden Woche wird die Bank of England aller Voraussicht nach ihre Füße still halten, bevor sie im Spätsommer die nächste Chance für eine Leitzinserhöhung bekommt. Ansonsten dürfte die Politik weiterhin das Marktgeschehen bestimmen. Neben der Entwicklung des Handelsstreits zwischen den USA und China stehen die angekündigten Strafzölle der EU und Kanadas gegen die USA im Fokus. Daneben könnte die OPEC Ende kommender Woche die Förderquoten etwas erhöhen, um der Knappheit am Rohölmarkt zu begegnen. Die Frühindikatoren aus den USA dürften recht stabil bleiben, während aus Euroland und Deutschland erneut rückläufige Einkaufsmanagerindizes zu erwarten sind.