Der Oktober macht seinem Image an den Aktienmärkten alle Ehre. Auch in der zweiten Hälfte setzten sich die Kursverluste international fort. Die Renditen gaben leicht nach, der US-Dollar tendierte fester. Hinter diesen Bewegungen stecken Unsicherheiten um den Fortgang der Konjunktur. Das ist nach einem fast ein Jahrzehnt andauernden Aufschwung in den USA und in Europa nichts Ungewöhnliches und war eigentlich auch erwartet worden. In einer solchen Lage wirken sich jedoch politische Unsicherheiten wie Handelsstreit, Brexit oder Italien doppelt negativ aus. Die Diskussion um die Konjunktur wird anhalten, allerdings sind die Aussichten für das kommende Jahr weiterhin solide. Auch das Verhalten der Notenbanken wird jetzt aufmerksam beobachtet. Anders als früher hat aber die US-Fed bereits signalisiert, dass die Stabilisierung der Aktienmärkte nicht zu ihren Aufgaben zählt.

Gerade in unsicheren Phasen können Wirtschaftsdaten an den Aktienmärkten besonders wichtig werden. Hier liegt in der kommenden Woche das Augenmerk insbesondere auf den US-amerikanischen Arbeitsmarktzahlen, die als zuverlässiger Gradmesser für die US-Konjunktur gelten. Eine negative Überraschung würde den Konjunkturpessimisten neue Nahrung verleihen. Auf der anderen Seite arbeitet die US-Wirtschaft immer noch unter Hochdruck, wie die Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal bestätigt hat. Insgesamt hat der Aktienmarkt jetzt bereits viel, vielleicht zu viel an Risiken eingepreist.