Die Börsen präsentierten sich in der zurückliegenden Woche uneinheitlich. Insgesamt überwogen negative Neuigkeiten. Das große politische Risiko durch die anhaltendenden Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China wurde erneut durch Drohungen des US-Präsidenten befeuert. Erschwerend kamen Zollankündigungen gegenüber Mexiko hinzu. Und doch gab es Halt für die Aktienmärkte. Er kam von den Notenbanken, deren Besorgnisse über die sich verdüsternden Konjunktur- und Inflationsperspektiven Hoffnung auf Unterstützung der Geldpolitik nährt. Der US-Notenbank Fed werden baldige Zinssenkungen unterstellt. Passend dazu kommunizierte die Europäische Zentralbank bei ihrer Sitzung am Donnerstag, dass sie bereit steht zusätzliche expansive Maßnahmen zu ergreifen, wenn sich die Perspektiven weiter eintrüben.

Wenig Inflation, noch geringere Zinsen

Die Inflationserwartungen sind wieder zurückgegangen. Gepaart mit der erkennbaren Bereitschaft der Notenbanken, konjunkturellem Ungemach bei Bedarf entgegenzuwirken, ist die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe auf ein Rekordtief von unter minus 0,2 Prozent gefallen. Die zur Veröffentlichung anstehenden Konjunkturdaten werden an dieser Situation kaum etwas ändern. Der Stimmungsindikator Sentix dürfte dank der Zolldrohungen nachgeben, und die Industrieproduktion der Eurozone war im April schwach. Vermutlich werden eher überraschende politische Nachrichten die Aufmerksamkeit der Aktienmärkte auf sich ziehen.