Die Börse lebt: Endlich kam es zum Wochenschluss mal wieder zu substanziellen Bewegungen, wenn auch in die falsche Richtung – nach unten. Es lag weder an Wirtschaftsdaten, Inflationseinschätzungen oder Unternehmensgewinnen: Überall blieb die positive Einschätzung bestehen, etwa bei der Konjunktur, zu der die neueste Stimmungsauswertung von Unternehmen und Verbrauchern einen Rekordwert aufwies und damit auf weiteres Wachstum in Euroland hindeutete. Es waren vielmehr Äußerungen aus der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Märkte ins Nachdenken brachten. EZB-Präsident Mario Draghi wies auf die gute wirtschaftliche Entwicklung in Euroland hin. Das reichte schon, um den Marktteilnehmern zu signalisieren, dass die geldpolitische Unterstützung nicht mehr ewig anhalten kann.

Trotz der jüngsten leichten Korrekturen an den Aktienmärkten stimmen die Aussichten weiter zuversichtlich. Die gute Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt, dass der Aufschwung breit angelegt ist. In der kommenden Woche stehen mit den Arbeitsmarktzahlen aus den Vereinigten Staaten wichtige Konjunkturdaten an. Bisher deuten alle Anzeichen auf eine wieder kräftigere Dynamik. Die Arbeitslosenquote ist in den vergangenen vier Monaten stets gesunken und erreichte mit 4,3 Prozent im Mai für US-Verhältnisse ein ungewöhnlich tiefes Niveau. Hier deuten die Indikatoren eine unveränderte Rate im Juni an. Eher enttäuschend war zuletzt die Lohndynamik.