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Chefvolkswirt der DekaBank, Dr. Ulrich Kater

Kräftige Wirtschaftsdaten aus den USA bestätigen, dass die Aufholjagd der Wirtschaft nach den Corona Einbrüchen in vollem Gang ist. Obwohl in den Dienstleistungsbranchen noch mannigfaltige Einschränkungen gelten, ist die Wirtschaft als Ganzes dabei, wieder an den Vor-Corona-Wachstumspfad anzuknüpfen. Nachdem die US-Notenbank in der zurückliegenden Woche signalisierte, mit geldpolitischen Bremsmanövern noch so lange zu warten, bis auch am Arbeitsmarkt die Corona-Schäden wieder weitgehend ausgeglichen sein würden, stiegen die Aktienkurse an den US-Börsen auf neue Rekordstände. Selbst in Europa, wo die Impfprogramme durch immer neue Schwierigkeiten mit einigen Impfstoffen weiterhin nur schleppend vorankommen, sieht sich die Industrie einer kräftigen Auftragslage gegenüber. Diese führt vielerorts zu Engpässen bei Vorleistungsgütern und Transportkapazitäten. Trotzdem sind die Gefahren von wieder härteren Lockdown-Maßnahmen angesichts der Belastungen durch die dritte Welle – insbesondere in Europa – alles andere als gebannt.

EZB hält still

Eine Woche mit Notenbanksitzungen steht in Europa ins Haus: Die EZB dürfte – ähnlich wie die US-Fed – andeuten, dass sie angesichts der andauernden Pandemie weit von geldpolitischen Bremsmanövern entfernt ist. Der Europäische Zentralbankrat wird darauf hinweisen, dass nach einem temporären Anstieg die Inflationsrate im kommenden Jahr sehr wahrscheinlich wieder deutlich hinter den Zielwert von knapp zwei Prozent zurückfallen wird. Spannend werden die neuesten Umfrage-Ergebnisse aus der europäischen Wirtschaft zu Lage und Aussichten, insbesondere, ob sich die Unternehmen durch prekäre Gesundheitslagen und chaotische Corona-Politik in einigen Ländern verunsichern lassen.