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DAX ohne Gegenwind auf Allzeithoch

Nicht, dass es keine Risiken und unangenehmen Nachrichten geben würde. Aber selbst die politischen Spannungen mit Nordkorea spielen in diesen Tagen kaum eine Rolle an den Börsen. Quasi ohne Gegenwind eilte der Deutsche Aktienindex DAX zum neuen Allzeithoch von mehr als 12.600 Punkten. Erleichterung bei den Finanzmarktteilnehmern ist das Stichwort. Doch warum? Erstens: Viele Unternehmen haben ihre Bücher geöffnet, sodass ein marktfreundliches Bild von der laufenden Berichtssaison gezeichnet werden kann. Zweitens: Die Entwicklung von Konjunktur und Inflation gefällt den Zentralbanken. So hat die amerikanische Notenbank Fed in dieser Woche die Zinsen nicht erhöht und an ihrem grundsätzlich marktstützenden langsamen Zinserhöhungspfad für die kommenden Quartale festgehalten. Drittens: In diesem von politischen Risiken übersäten Frühjahr sind wichtige Hürden genommen worden.

Man mag sagen, dass die Stimmungsindikatoren den harten realwirtschaftlichen Daten nach oben weggelaufen sind. Das ifo Geschäftsklima ist im April nochmals angestiegen und liegt nunmehr knapp unter seinem Allzeithoch. So dynamisch sind weder die deutsche Konjunktur anhand von harten Produktionsdaten noch das Wachstum in Euroland, wo diese Woche freilich ein bemerkenswerter Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent gemeldet wurde. Eine hinreichende Substanz und Stabilität darf der konjunkturellen Expansion kaum abgesprochen werden. Über die Wirtschaftsregionen hinweg betrachtet hat der Aufschwung weltweit an Synchronität gewonnen.

Von |2017-05-05T13:53:58+00:006. Mai 2017|Katers Kapital|

Über den Autor:

Dr. Ulrich Kater
Dr. Ulrich Kater ist als Chefvolkswirt verantwortlich für die Kapitalmarkteinschätzung der DekaBank und wird regelmäßig das Börsengeschehen kommentieren.