Die Wahrnehmung an den Finanzmärkten sah das Glas halb gefüllt und erneut eben nicht halb geleert. Die Italiener haben eine neue Regierung, im Brexit-Epos wurde der Durchmarsch von Regierungschef Johnson eingebremst und zwischen den Handelsstreithähnen USA und China herrschte relative Ruhe. So steigt der Deutsche Aktienindex wieder einmal über 12.000 Punkte und auch an den Anleihemärkten stellte sich ein etwas höheres Renditeniveau ein. 30-jährige Bundesanleihen rückten von unten an die Nulllinie heran. Für Deutschland wurde abermals ernüchternde Konjunkturdaten gemeldet. Indes zeigen Daten für die Eurozone sowie insbesondere für die USA, dass sich global betrachten kein freier Fall der wirtschaftlichen Aktivität abzeichnet. Das reichte in dieser Woche für eine hinreichend freundliche Stimmung an den Börsen.

Die EZB will und soll es richten

Anfang der kommenden Woche richten sich die Blicke abermals nach London. Rasch vor der Zwangspause im Parlament soll noch ein Gesetz zur Vermeidung eines No-Deal-Brexits am 31. Oktober verabschiedet werden. Dann aber rückt die Europäische Zentralbank in den Fokus: Die Erwartungen in Bezug auf eine weitere Runde der geldpolitischen Lockerung sind enorm. Die Kombination von Instrumenten (Senkung des Einlagensatzes bis hin zu erneuten Wertpapierkäufen) ist aber noch offen. Diese erwartete Stimulierung läuft interessanten Konjunkturdaten aus China (Außenhandel) und den USA (Preise und Einzelhandel) in der anstehenden Börsenwoche eindeutig den Rang ab.