Der Aufreger der Woche kam zum Schluss: US-Präsident Trump blieb seinem Lieblingsthema im Außenhandel treu: den Leistungsbilanzüberschüssen seiner Handelspartner. Diesmal sind die Deutschen wieder einmal die Bösen. An den Finanzmärkten herrscht eher die Einschätzung vor, dass Trump mit diesen Handelsscharmützeln eine Ablenkungsstrategie fährt. Da flächendeckende Protektionsmaßnahmen mit dem US-Kongress nicht zu machen sind, schießt sich die Administration auf einzelne Länder, Branchen oder gar Unternehmen ein, bezichtigt sie der Unfairness und wird in Zukunft wohl auch Einzelsanktionen verhängen, die einzelne Unternehmen empfindlich treffen könnten. Aber im Großen und Ganzen bleiben die Märkte gelassen – hier wird viel medialer Wind gesät, ohne dass die Wirtschaft einen Sturm ernten wird.

Auch auf einem anderen Feld gibt es keinen Anlass zur Besorgnis. In dieser Woche tagte die OPEC. Obwohl die Förderkürzungen beibehalten wurden, ging der Ölpreis zurück. Das liegt daran, dass die OPEC – seitdem die US-Produktion auch zu niedrigen Preisen rentabel ist – erheblich an Macht über den weltweiten Rohölmarkt verloren hat. Das sind beruhigende Nachrichten, denn ein stark steigender Ölpreis wäre der natürliche Feind eines jeden Aufschwungs. Damit ist jedoch unter diesen Bedingungen nicht zu rechnen.