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Chefvolkswirt der DekaBank, Dr. Ulrich Kater

Trotz aller wirtschaftlichen Horrorzahlen und Widrigkeiten des täglichen Lebens versuchen die Börsianer durch die Corona-Krise durchzuschauen und vertrauen darauf, dass die Wirtschaft sich wieder berappelt. Das mag zwar noch länger dauern, denn nach den gegenwärtigen konjunkturellen Erwartungen produziert die deutsche Volkswirtschaft erst Ende 2021 wieder auf dem Niveau wie vor der Krise. Im Vergleich wäre dies aber tatsächlich besonders schnell, denn nach der Finanzkrise hat dieses Aufholen deutlich länger gedauert. Der Weg dahin wird jedoch mit vielen Steinen gepflastert sein, denn Rückschläge bei der Bekämpfung des Virus sowie eine Bestandsaufnahme der angerichteten Schäden in den Bilanzen und Geschäftsmodellen der Unternehmen werden in den kommenden Monaten auch wieder einmal für schlechtere Börsenstimmung sorgen.

Coronamäßig-verheerendes Zahlenwerk

Die gegenwärtigen Wirtschaftsdaten bezeugen das, was alle Marktteilnehmer bereits gewusst haben, nämlich einen Konjunktureinbruch, wie ihn niemand zu seinen Lebzeiten erlebt hat. Das wird auch noch eine Weile lang so weitergehen, bevor sich dieses Bild in einigen Wochen wieder deutlich aufhellen wird. Einen Vorgeschmack hierauf liefern die chinesischen Zahlen, die in vielen Feldern wieder Richtung Normalität streben, so etwa die in der kommenden Woche gemeldeten Zahlen zur Industrieproduktion. Dagegen werden die Zahlen zum deutschen BIP oder zur US-Produktion noch coronamäßig-verheerend ausfallen.