Zwar hat die gerade abgelaufene Berichtssaison den Unternehmen solide Gewinnentwicklungen bescheinigt, was zur Wochenmitte für eine freundlichere Börsenstimmung sorgte. Doch wie das ganze Jahr über hat der politische Gegenwind die Aktien wieder ausgebremst. Neben weltweiten Handelsstreitigkeiten und geopolitischen Konflikten macht insbesondere die Währungskrise der Türkei Sorgen. Die türkische Lira ist gegenüber dem US-Dollar auf ein historisches Tief gefallen. Anders die USA: Zwar leidet auch die US-Wirtschaft unter den politischen Querelen, aber hier haben deutliche Steuersenkungen für eine binnenwirtschaftliche Euphorie und steigende Aktienkurse gesorgt. Doch auch dort wird sich die Stimmung eintrüben, sobald die Impulse der Steuerreform nachlassen, was im kommenden Jahr der Fall sein wird.

Dienstag: BIP-Zahlen für das zweite Quartal 2018

Die Turbulenzen um die türkische Lira sowie die Sorgen über die Währungen anderer Schwellenländer werden weiterhin auf den Börsen lasten. Der Handelsstreit mit den USA schwelt weiter. Und im Euroraum ist neuer Streit vorprogrammiert, wenn die neue italienische Regierung ihren Haushaltsentwurf vorlegt und dabei mehr oder weniger vorsätzlich die Defizitregeln bricht. Wie robust sich die Wirtschaft gegen die politischen Dauerrisiken verhält, wird sich in der kommenden Woche auch zeigen, wenn das deutsche Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal veröffentlicht wird. Die konjunkturellen Frühindikatoren der vergangenen Monate waren sehr uneinheitlich, was die neuen Zahlen sehr spannend macht.