Der Hingucker der Woche war die Sitzung des EZB-Zentralbankrats. Nachdem sich die Inflation jüngst zurückgemeldet hat und damit die Schreckensvision der Deflation vertrieben wurde, wartet an den europäischen Finanzmärkten alles auf ein Signal von Notenbankchef Mario Draghi, dass nun auch die ultraleichte Geldpolitik mit Negativzinsen und Anleihekäufen allmählich endet. Aber die obersten Geldpolitiker haben Zeit. So wies Draghi darauf hin, dass drei oder vier Monate mit positiven Preissteigerungsraten noch keine Inflation machen. Sein Credo lautet vielmehr: Erst wenn sich die Normalisierung beim Preisgeschehen als nachhaltig erweist, also nach einem halben bis einem Jahr, ist auch die EZB überzeugt, dass man den Schub ein wenig zurückfahren kann. Das fällt dann zusammen mit dem ohnehin geplanten Ende der Anleihekäufe im kommenden Jahr.

Die Märkte reagierten gelassen auf die „ruhige Hand“: Die langfristigen Renditen zogen ein wenig an, die Aktienmärkte kümmerte es nicht. Die bemühen sich eher, um die nächste Ecke zu schauen, um möglichst frühzeitig zu sehen, was auf sie zukommt. Und die nächste Woche wird spannend: Die Wahlen in den Niederlanden werden zwar nicht zum Austritt aus der EU führen, gelten aber als wichtiger Stimmungstest für die im April stattfindenden Wahlen in Frankreich. Dazu kommt die Sitzung der US-Notenbank, die wahrscheinlich eine weitere Zinserhöhung bringen wird.