Zum Wochenstart lag an den Aktienmärkten ein neues Allzeithoch in der Luft – kurz. Der Dax hat es sich dann doch anders überlegt. Das lag auch an der politischen Anspannung, beispielsweise dem sich erneut zuspitzenden Syrien-Konflikt, dem Gibraltar-Streit zwischen Großbritannien und Spanien oder weiteren Schwierigkeiten der US-Regierung, bei der Gesundheits- und Steuerreform voranzukommen. Die Börsen durften zudem Neuigkeiten der Notenbanken vernehmen. Die US-Notenbank gab zu Protokoll, dass sie Ende dieses Jahres beginnen will, ihre Bilanz abzubauen und damit ihre Geldpolitik sukzessive zu normalisieren. Bei der Europäischen Zentralbank gab Präsident Draghi bestätigende Signale, dass es keine rasche Abkehr vom expansiven Kurs geben werde, wie wegen gestiegener Inflationsraten gemunkelt wurde. So hat es noch nicht zum neuen Allzeithoch gereicht.

Aus konjunktureller Sicht läuft es weiterhin ordentlich. Zwar können die harten realwirtschaftlichen Daten mit den sehr frohlockenden Stimmungsindikatoren nicht ganz mithalten. Und letztere können auch nicht ewig nach oben streben, namentlich die Einkaufsmanagerindizes in den USA und in China haben jüngst sogar ein Stück nachgegeben. Aber dies sind keine Störfeuer. Indes bedeutet die solide globale Wirtschaftsdynamik eben doch nicht automatisch stark steigende Inflation. Derlei Sorgen sind jüngst zerstoben, somit gaben die Renditen für Staatsanleihen dies- und jenseits des Atlantiks nach. Es bleibt spannend in der Welt ohne Zinsen auf der Suche nach Rendite.