Die aktuelle Wasserstandmeldung aus der europäischen Industrie zeigt, dass selbst Perspektiven einer möglichen außenhandelsfeindlichen Steuerreform in den USA noch immer nicht am Vertrauen der Manager nagen. Dies belegen die jüngsten Einkaufsmanager-Indizes aus Frankreich und Deutschland. Zu einer guten Binnenkonjunktur tritt eine immer stärkere Weltwirtschaft hinzu. Ohne weitere politische Schocks wird sich daher die Konjunkturerholung im Euroraum fortsetzen. Von den Wahlen in den Niederlanden wird zwar kein Austritt des Landes aus der EU erwartet, die Ergebnisse gelten allerdings als Stimmungstest für die im April und Mai stattfindenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Hier ist der Abstand zur Macht für die neuen Protestwähler am geringsten und damit das Erschütterungspotenzial für die europäische Wirtschaft am größten.

An den Finanzmärkten wetteifert ein gutes wirtschaftliches Fundament mit den negativen Einflüssen der Politik um die Gunst der Börsianer. Ausgehend von einem DAX-Stand um die 11.800 Punkte konnte der DAX zur Wochenmitte die Marke von 12.000-Punkten kurzfristig überspringen. Die Aktienmärkte liebäugelten weiterhin mit hohen Notierungen. Diese Tendenz könnte sich in der kommenden Woche fortsetzen. Allerdings nahmen die Spannungen zu: französische Staatsanleihen verloren weiter an Wert, nachdem sie schon im Zuge der italienischen politischen Wirren Federn lassen mussten. Selbst wenn die politischen Abenteuer des Jahres über-standen werden, stehen den europäischen Finanzmärkten neue Herausforderungen ins Haus. Eine fortgesetzte Erholung bedeutet auch steigende Zinsen. Diese wiederum sind für die finanziell schwächeren Staaten nur zu verkraften, wenn der Euroraum politische Geschlossenheit zeigt.