Schon die Anfang der Woche veröffentlichten Zahlen zur deutschen Industrieproduktion hatten eine starke Konjunktur in den letzten Monaten 2016 signalisiert. Laut der veröffentlichten ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes für das deutsche Bruttoinlandsprodukt für das gesamte Jahr 2016 übertraf das Wachstum mit einer Steigerung von 1,9 Prozent die meisten Erwartungen. Dieses überraschend gute Ergebnis kam allein von der Binnenkonjunktur. Zum einen stiegen die Realeinkommen in Deutschland deutlich an, zum anderen führten die niedrigen Zinsen zu einem Bauboom und oben drauf kamen höhere Staatsausgaben. Trotz steigender öffentlicher Ausgaben erzielte der Staat einen Überschuss, sodass Deutschland nun Staatsschulden tilgen kann. Die Börse lassen diese Fakten kalt. Die gute Entwicklung wurde bereits in den letzten Wochen gefeiert, der deutsche Aktienmarkt begab sich nach den Kursgewinnen zuletzt auf Konsolidierungskurs.

Die vielgefürchteten politischen Risiken im neuen Jahr schlugen jedenfalls nicht gleich zu. Nach einem Urteil des italienischen Verfassungsgerichts wird nun von einem Referendum über die Arbeitsmarktreform abgesehen. Die Konsequenz: Die Wahrscheinlichkeit wird geringer, dass noch in diesem Jahr Neuwahlen in Italien stattfinden. In den USA wiederum gab der künftige Präsident Donald Trump auf einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz keine neuen Hinweise darauf, wie sein wirtschaftspolitischer Kurs aussehen wird. Somit beruhigten sich Anleihe- und Aktienkurse nach einem stürmischen Jahresauftakt.