2021 – Das ändert sich zum neuen Jahr

Neues Jahr, neue Regelungen. Zum 01. Januar 2021 treten zahlreiche Änderungen in Kraft, die sich auf Ihre Finanzen auswirken können: Soli-Abschaffung, mehr Kindergeld und höherer Mindestlohn. Alle Neuigkeiten bei uns im Überblick.

1. Soli-Abschaffung

Ab 01. Januar 2021 fällt der Solidaritätszuschlag für 90 Prozent der Steuerzahlenden weg. Nur Besserverdienende und einige Unternehmen müssen weiterhin den Zuschlag zahlen. Für Privatpersonen gelten bestimmte Freigrenzen, die sich unter anderem nach dem Familienstand und dem Jahresbruttoeinkommen richten. Wer wie viel von der Abschaffung profitiert und wo genau die Freigrenzen liegen, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag: „Soli-Abschaffung – So viel sparen Sie“.

2. Der Grundfreibetrag steigt um 336 Euro

Der steuerliche Grundfreibetrag wird von derzeit 9.408 Euro auf 9.744 Euro angehoben.

3. Mehr Kindergeld und höherer Kinderfreibetrag

2021 wird das Kindergeld um 15 Euro pro Kind erhöht: Für das erste und zweite Kind erhalten Familien 219 Euro pro Monat. Für das dritte Kind beträgt das Kindergeld 225 Euro und 250 Euro für jedes weitere Kind. Zudem steigen auch die Kinderfreibeträge an: Ab Januar wird der Freibetrag pro Elternteil um 144 Euro angehoben. Damit kommt ein Elternpaar insgesamt auf eine Summe von 8.388 Euro jährlich, auf die keine Einkommenssteuer fällig wird.

4. Die Grundrente wird eingeführt

Die Grundrente gilt ab dem 01. Januar für alle Rentnerinnen und Rentner. Das heißt, dass sowohl diejenigen, die bereits ihre Rente beziehen als auch diejenigen, deren Rente erst nach dem 31. Dezember 2021 beginnt, von dem neuen Gesetz profitieren. Voraussetzung ist, dass mindestens 33 Jahre Grundrentenzeiten vorliegen. Zu den Grundrentenzeiten zählen: Pflichtbeiträge aus Berufstätigkeit oder Selbständigkeit, Pflichtbeitrags- sowie Berücksichtigungszeiten für Kindererziehung und Pflege von Angehörigen, Zeiten der Leistungen bei Krankheit oder Rehabilitation und sog. Ersatzzeiten. Ob ein Anspruch besteht, wird von der Deutschen Rentenversicherung automatisch geprüft, sodass kein eigener Handlungsbedarf besteht. Rentnerinnen und Rentner erhalten ab voraussichtlich Mitte 2021 ihre Bescheide.

5. Regelsätze bei Arbeitslosengeld II (Hartz IV) steigen

Die Regelsätze werden in allen Regelbedarfsstufen angehoben. Alleinstehende erhalten im kommenden Jahr 446 Euro im Monat, 14 Euro mehr als 2020. Partner in einer Bedarfsgemeinschaft erhalten 401 Euro, Kinder bis 5 Jahre 283 Euro, Kinder bis 13 Jahre 309 Euro, Kinder bis 17 Jahre 373 Euro und Jugendliche bis 25 Jahre, die im Haushalt der Erziehungsbrechtigten leben, erhalten 357 Euro.

6. Der Mindestlohn steigt in zwei Schritten

Nach Empfehlung der Mindestlohnkommission soll der Mindestlohn in 2021 in zwei Schritten steigen. Bisher liegt dieser seit Anfang 2020 bei 9,35 Euro und wird zum 01. Januar auf 9,50 Euro sowie zum 01. Juli auf 9,60 Euro je Arbeitsstunde angehoben.

7. Die Mehrwertsteuersenkung läuft aus

Um die Konjunktur in der Corona-Pandemie zu stützen, hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer in der zweiten Jahreshälfte 2020 gesenkt. Ab Januar gilt statt 16 Prozent wieder der allgemeine Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent sowie der ermäßigte Steuersatz von 7 statt 5 Prozent.

Gut zu wissen: Die Bezeichnung Mehrwertsteuer ist umgangssprachlich und bedeutet steuerlich korrekt dasselbe wie die Umsatzsteuer.

8. Neue Kfz-Steuer kommt

Je mehr Sprit ein Auto verbraucht und Stickstoff ausstößt, desto höher wird künftig die Kfz-Steuer. Das hat der Bundestag für alle Neuzulassungen ab 1.1.2021 beschlossen. Wer also ab Januar einen Neuwagen mit hohem CO2-Ausstoß kauft, muss mehr Steuern zahlen. Das betrifft vor allem SUVs und Sportwagen. Der Kauf von E-Autos wird dagegen finanziell weiter gefördert. Das wichtigste zur Reform erfahren Sie in unserem Blogbeitrag: „Neue Kfz-Steuer kommt 2021“.

9. Neue Regionalklassen für Autofahrer

Nach der unverbindlichen Regionalstatistik des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer (GDV) werden jeweils mehr als 40 Zulassungsbezirke herauf- bzw. heruntergestuft. Dadurch profitieren rund 4,5 Millionen Autofahrer von besseren Regionalklassen, während rund 4,8 Millionen Fahrer in höhere Klassen rutschen. In rund 300 Zulassungsbezirken ändert sich nichts.

Wie Ihr Zulassungsbezirk ab 2021 eingestuft wird ob Sie dadurch finanziell betroffen sein werden, können Sie in wenigen Klicks herausfinden: Regionalklassen-Abfrage.

10. Neue Pendlerpauschale

Berufstätige dürfen ab dem 21. Kilometer künftig 35, statt wie bisher 30 Cent je Kilometer in ihrer Steuererklärung absetzen. Die Pauschale gilt unabhängig vom Fortbewegungsmittel – ob Sie mit dem Auto, der Bahn, dem Fahrrad oder zu Fuß zur Arbeit pendeln.

11. CO₂-Preis kommt

Mit der Einführung des CO₂-Preises sollen Anreize für klimafreundliches Wirtschaften gesetzt werden. Für Energie- und Verkehrsunternehmen bedeutet dies, dass sie für jede Tonne CO₂-Ausstoß 25 Euro zahlen müssen. Laut Bundesregierung werden sämtliche Einnahmen für Klimaschutzmaßnahmen sowie Maßnahmen zu sozialen Ausgleich verwendet.

12. Bausparen mit höherer staatlichen Förderung

Die Wohnungsbauprämie erhält jeder Bausparer ab 16 Jahren, solange sein zu versteuerndes Einkommen eine bestimmte Grenze nicht übersteigt. Diese Grenze wird zum 01. Januar angehoben: Bei einem Alleinstehenden sind das dann 35.000 Euro pro Jahr, bei Ehepaaren 70.000 Euro, statt wie bisher 25.600 bzw. 51.200 Euro. Durch das Anheben der Einkommensgrenzen können ab 2021 mehr Menschen von der verbesserten Wohnungsbauprämie profitieren. Außerdem steigt die staatliche Förderung von bisher 8,8 auf 10 Prozent, die auf höhere Sparbeträge gezahlt wird – pro Jahr maximal 700 Euro bei Alleinstehenden und 1.400 Euro bei Paaren.

13. Zehn Prozent mehr Wohngeld

Als Ausgleich für die höheren Kosten bei Benzin, Heizöl und Gas haben sich Bund und Länder auf ein höheres Wohngeld geeinigt. Im Durchschnitt beträgt das zusätzliche Wohngeld im Jahr 2021 voraussichtlich rund 15 Euro im Monat. Für jedes weitere Haushaltsmitglied kommen bis zu 3,60 Euro hinzu.

14. Personalausweis wird teurer

Antragstellende ab 24 Jahren müssen ab dem 01. Januar 37, statt wie bisher 28,80 Euro für Ausweise, die alle zehn Jahre erneuert werden müssen, zahlen. Für jüngere Bürgerinnen und Bürger, deren Personalausweise lediglich sechs Jahre gültig sind, zahlen weiterhin 22,80 Euro. Allerdings entfallen die Kosten bei Reaktivieren des Online-Ausweises sowie bei Neuerzeugung einer persönlichen Geheimnummer (PIN).

15. Digitalisierung im Gesundheitswesen

In der Gesundheitsbranche soll im kommenden Jahr einiges digitalisiert werden. Dazu gehören bisher papiergebundene Prozesse wie die Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Ab Oktober 2021 sind alle Ärztinnen und Ärzte dazu verpflichtet, die Bescheinigung elektronisch an die Krankenkassen zu übermitteln.

Außerdem wird ab dem 01. Januar allen Patientinnen und Patienten ihre persönliche elektronische Patientenakte von den Krankenkassen zum Download zur Verfügung gestellt.

15. Finanzielle Entlastung für Menschen mit Behinderung

Mit Inkrafttreten des Behinderten-Pauschbetragsgesetzes zum 01. Januar sollen Menschen mit Behinderung entlastet werden. So werden die Pauschbeträge ab dem neuen Steuerjahr für alle Behinderungsgrade verdoppelt. Für behinderte Menschen, die als „hilflos“ gelten und für Blinde erhöht sich der Pauschbetrag auf 7.400 EUR (bisher 3.700 EUR). In diesem Fall kann der allgemeine Pauschbetrag nicht zusätzlich in Anspruch genommen werden.

Darüber hinaus wird das veraltete System an das Sozialrecht angeglichen, sodass eine Behinderung bereits ab einem Grad der Behinderung von 20 (statt 25) festgestellt wird. Die Grade gehen dann in 10er Schritten bis 100 weiter. Zu den genannten Pauschbeträgen wird ein behinderungsbedingter Fahrtkosten-Pauschbetrag eingeführt: Menschen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 80 oder mindestens 70 und dem Merkzeichen “G” können 900 Euro steuerlich geltend machen und Menschen mit dem Merkzeichen “aG”, “Bl” oder “H” 4.500 Euro.

Außerdem steigt der Pflege-Pauschbetrag in den Pflegegraden 2 auf 600 Euro, 3 auf 1.000 Euro sowie 4 und 5 auf 1.800 Euro.

Die Sparkasse Mainz wünscht Ihnen einen guten Start ins neue Jahr!