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Jahresabschluss 20172018-06-25T18:08:44+00:00

Alle Themen im Überblick

Der Jahresabschluss enthält neben der Jahresbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung Informationen zu unseren Organen und der Geschäftsentwicklung.

1. Die Sparkasse Mainz

Die Sparkasse Mainz ist gemäß §1 des Sparkassengesetzes Rheinland-Pfalz eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied im Sparkassenverband Rheinland-Pfalz, Budenheim, und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e.V., Berlin und Bonn, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Mainz unter der Nummer HRA 3610 im Handelsregister eingetragen.

Träger der Sparkasse Mainz sind die Landeshauptstadt Mainz sowie der Landkreis Mainz-Bingen.

Die Sparkasse Mainz ist Mitglied im bundesweiten institutsbezogenen Sicherungssystem der Sparkassen- Finanzgruppe, das ein Höchstmaß an Sicherheit für die Einleger bietet. Zusätzlich gewährleistet die Sparkassen- Finanzgruppe die gesetzlichen Anforderungen an die Einlegerentschädigung als verpflichtende Rückfalllösung zur Institutssicherung. Rechtsträger des Einlagensicherungssystems ist der Deutsche Sparkassen- und Giroverband e.V.

2. Geschäftsentwicklung

Die Stadt Mainz als Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz sowie der Landkreis Mainz-Bingen – zentral im Wirtschaftsraum „Rhein-Main“ gelegen – stellen einen bedeutenden Wirtschaftsstandort dar. Dabei kommt der Region und insbesondere der Landeshauptstadt Mainz zusätzlich eine weit überregionale Bedeutung als Medien-, Gesundheits- und Wissenschaftsstandort zu.

Entsprechend zeichnet sich auch der Bankenplatz Mainz traditionell durch eine hohe Bankendichte und einen hohen Konditionenwettbewerb aus. Dies sind zunächst die grundsätzlichen Rahmenbedingungen für unsere Geschäftstätigkeit.

Ebenfalls nachhaltigen Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung nimmt die unveränderte Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank, die sich belastend auf die Erfolgsrechnung auswirkt. Positiv auf unseren Geschäftsverlauf im abgelaufenen Jahr hat sich sicherlich die unverändert robuste konjunkturelle Situation bei der regionalen und der nationalen Wirtschaft ausgewirkt.

So hat sich der private Konsum in 2017 um real 2,0 Prozent ausgeweitet und ist somit in annähernd gleichem Tempo wie schon im vorangegangenen Jahr gewachsen. In laufenden Preisen erhöhten sich die privaten Konsumausgaben um 3,8 Prozent, d. h. in annähernd gleichem Ausmaß wie die nominalen verfügbaren Einkommen der Haushalte mit einem Plus von 3,9 Prozent. Die Sparquote der privaten Haushalte blieb somit – trotz der anhaltenden Nullzinsphase – konstant bei 9,7 Prozent.

Der moderat expandierende, das BIP begleitende und stützende, Konsum findet eine solide Grundlage in der guten Arbeitsmarktlage, die sich in hoher Arbeitsplatzsicherheit und allmählich auch stärker in Lohnsteigerungen niederschlägt. Die Zahl der Erwerbstätigen ist noch einmal um rund 1,5 Prozent gestiegen auf jahresdurchschnittlich 44.276.000 mit Arbeitsort im Inland. Die Arbeitslosenquote ist weiter gesunken auf 5,7 Prozent im Mittel des Jahres 2017 und hat somit den niedrigsten Stand Gesamtdeutschlands seit der Wiedervereinigung erreicht.

Auf die Güterpreise haben die stärker ausgelasteten Produktionskapazitäten und zunehmenden Engpässe am Arbeitsmarkt bisher noch nicht durchgeschlagen. Vielmehr blieb die Preisdynamik entgegen der sehr guten Konjunktursituation weiterhin moderat. Im Jahresdurchschnitt sind die Verbraucherpreise in Deutschland per nationaler Definition um 1,8 Prozent, gemäß harmonisiertem Index um 1,7 Prozent, gestiegen.

Im Euroraum war der Anstieg mit 1,5 Prozent schwächer und lag deutlicher unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank. Die EZB verweist außerdem auf die 2017 noch schwächere Kernrate der Preisentwicklung (ohne Energie und Lebensmittel: 1,3 Prozent in Deutschland und 1,0 Prozent im Euroraum).

Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen 2017 unverändert gelassen, insbesondere die Verzinsung für Guthaben der Geschäftsbanken auf der Einlagefazilität und für Überschussreserven bei der schon seit März 2016 geltenden Negativverzinsung von -0,4 Prozent belassen. Die Ankaufprogramme von Wertpapieren – hauptsächlich Staatsanleihen, eine Beimischung von Unternehmensanleihen, Covered Bonds und Asset Backed Securities – wurden 2017 fortgesetzt.

Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren sind wir mit dem erzielten Geschäftsergebnis für das Jahr 2017 zufrieden.

Dabei entsprach die Geschäftsentwicklung im Jahr 2017 grundsätzlich den im zurückliegenden Lagebericht formulierten Prognosen. Gleichwohl konnten wir die wesentlichen Ertrags- bzw. Aufwandspositionen gegenüber unseren Planungen durchweg so steuern, dass hier unsere jeweiligen Erwartungen zumindest leicht übertroffen wurden. Entsprechend gestaltete sich unsere Geschäftsentwicklung insgesamt günstig. Die einzelnen Erfolgsfaktoren und deren Entwicklung sind nachfolgend im Detail dargestellt.

Als Investition in die Zukunft sehen wir unsere umfangreichen Anstrengungen, die verschiedenen Vertriebskanäle einerseits auf die Bedürfnisse unserer Kunden abzustellen und gleichzeitig auf dem neuesten Stand der technischen Entwicklung zu halten.

Auch unser Jahresergebnis bewegt sich seit vielen Jahren auf einem stabilen Niveau. Zusätzlich konnten wir durch die Dotierung unserer Reserven unsere Eigenkapitalbasis weiter stärken.

3. Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Die Bilanzsumme zum Stichtag 31.12.2017 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreswert moderat. Dabei beträgt die Steigerung im Jahr 2017 absolut 8,1 Mio. € oder 0,4 Prozent. Mit einer Bilanzsumme im abgelaufenen Geschäftsjahr von nunmehr 2.218 Mio. € liegt die Sparkasse Mainz weiterhin – wie seit einigen Jahren – konstant über der Grenze von 2 Mrd. €. Ebenso steigerte sich die durchschnittliche Bilanzsumme (DBS) mit 2.202 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (2.146 Mio. €). Das Geschäftsvolumen, welches sich aus Bilanzsumme und Eventualverbindlichkeiten zusammensetzt, erhöhte sich um 0,3 Prozent auf 2.259 Mio. €.

4. Einlagengeschäft

Der Bestand an bilanzwirksamen Kundeneinlagen blieb mit einem Volumen von 1.717,1 Mio. € gegenüber dem Vorjahr fast unverändert (-1,2 Prozent). Als einlagenstarkes Institut kann die Sparkasse Mainz damit ihr Kreditgeschäft letztlich vollständig aus den Einlagen ihrer Kunden refinanzieren. Aufgrund der Zinssituation fragten die Kunden vor allem Produkte mit kurzen Verfügungsmöglichkeiten nach. Dabei war die Sicherheit der Anlagen auch im Jahr 2017 ein wesentlicher Faktor für die Anlageentscheidung der Kunden. Mit einem Strukturanteil von über 70 Prozent bilden hier die täglich fälligen Gelder die stärkste Position, gefolgt von den Spareinlagen (knapp 25 Prozent Strukturanteil). Im außerbilanziellen Wertpapier- und Depotgeschäft konnten wir hingegen leichte Zuwächse erzielen, so dass unsere (bilanziellen und außerbilanziellen) Bestände gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 insgesamt um 0,8 Prozent oder 16,2 Mio. € auf nunmehr 2.154,0 Mio. € gewachsen sind. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stiegen um 8,6 Prozent oder 23,5 Mio. € auf einen Wert von 295,4 Mio. €.

5. Kreditgeschäft und Geldanlagen

Mit rund 1.732 Mio. € lag unser Kreditvolumen erneut über dem Vorjahresniveau. Die Kredite an Unternehmen und Selbstständige konnten merklich (+ 9,0 Prozent) auf 604,4 Mio. € und die Konsumentenkredite leicht (+ 1,1 Prozent) auf 81,0 Mio. € ausgeweitet werden. Demgegenüber haben sich die Kredite an öffentliche Haushalte in nennenswertem Umfang auf 38,0 Mio. € (- 64,4 Prozent) reduziert. Hier sind allerdings erfahrungsgemäß die Inanspruchnahmen im Jahresverlauf deutlichen Schwankungen unterlegen. Die Sparkasse Mainz positioniert sich damit unverändert als Impulsgeberin insbesondere für die Unternehmen in unserer Region. Aufgrund des für kreditfinanzierte Investoren anhaltend attraktiven Zinsniveaus blieben die Baufinanzierungen das bedeutsamste Segment innerhalb des Kreditgeschäftes der Sparkasse Mainz. Erneut konnte auch hier der Bestand ausgeweitet werden (+ 6,1 Prozent). Der Bestand beläuft sich auf nunmehr 946,0 Mio. €. Insgesamt zeigt unser stabiles Kreditgeschäft, dass sich die Sparkasse Mainz ihrer besonderen Verantwortung für die Region Rheinhessen bewusst ist. Wir verstehen uns als starker und verlässlicher Partner für Privatkunden, kleinere und mittlere Unternehmen sowie für die Kommunen. Die Eigenanlagen in Form von Bankguthaben und Wertpapieren wurden um 3,3 Prozent auf 421,0 Mio. € zurückgeführt.

6. Provisionsgeschäft

Wertpapiergeschäft

Mit fortschreitender Nullzinsphase gewinnt für unsere Kunden die gezielte Einbindung von Wertpapieren in den individuellen Vermögensaufbau zunehmend an Bedeutung. Die intensivere Beschäftigung mit Anlagealternativen führt dabei zu wachsenden Wertpapierbeständen sowie zu einem deutlich steigenden Nettoabsatz insbesondere von Investmentfonds.

Verbundgeschäft

Eine der prägenden Entwicklungen des Jahres 2017 war der weiter deutlich gestiegene Beratungsbedarf unserer Kunden. Dies gilt sowohl für den Bereich der Absicherung von Lebensrisiken, als auch für die Immobilienfinanzierung mit Hilfe von Bausparprodukten sowie die Themenkomplexe Altersvorsorge und Vermögensbildung.

Beim Vermögensaufbau mit Hilfe von Wertpapieren sehen wir einen spürbar gestiegenen Zuspruch unserer Kunden zu den Investmentlösungen unseres Wertpapierhauses DekaBank. Dies gilt sowohl für Zertifikate als auch Investmentfonds unseres Verbundpartners. Besonders hervorzuheben ist dabei das wachsende Interesse am regelmäßigen Wertpapiersparen, was sich in gestiegenen Abschlusszahlen bei Fondssparplänen niederschlug. Im Zertifikategeschäft konnte sich die Deka erfolgreich als Qualitätsanbieter positionieren, was mit der erneuten Auszeichnung als beste Zertifikate-Emittentin im Primärmarkt durch Scope im November 2017 sowie bei den Zertifikate-Awards 2017 honoriert wurde.

Das Versicherungsgeschäft mit unserem Verbundpartner SV SparkassenVersicherung entwickelte sich im Jahr 2017 positiv. Um den gestiegenen Beratungsbedarf unserer Kunden vor allem im Bereich der Lebensversicherung optimal abdecken zu können, wurden umfangreiche interne Weiterbildungen durchgeführt. Im Fokus des Kundeninteresses standen weiterhin kapitalmarktindexierte Produktvarianten zur Altersvorsorge sowie Berufsunfähigkeitsversicherungen. Mit Innovationen wie der Absicherung gegen Cyberrisiken für Mittelständler bietet unser Verbundpartner zeitgemäße Produktlösungen auch für den gestiegenen Schutzbedarf insbesondere unserer gewerblichen Kunden. Die private und betriebliche Altersvorsorge mit Versicherungsprodukten bleibt ein zentrales Wachstumsfeld. Mit zahlreichen Auszeichnungen für erstklassigen Service und faire Kundenberatung unter anderem von Focus Money, N-TV, Capital und Handelsblatt dokumentierte die SV SparkassenVersicherung ein weiteres Mal ihren hohen Leistungsstandard.

Vor dem Hintergrund der in unserem Geschäftsgebiet weiter stark gestiegenen Immobilienpreise wird der Einsatz von Bausparprodukten zur gezielten Finanzierungsvorbereitung und langfristigen Zinssicherung für unsere Kunden immer wichtiger. Der Absatz an Bausparverträgen unseres Verbundpartners LBS Südwest hat sich dementsprechend im Jahr 2017 positiv entwickelt. Die Sparkasse Mainz hat am 01. Dezember 2017 eine neue Kooperationsvereinbarung mit der LBS Südwest geschlossen. Der Vorteil des Kooperationsmodells liegt für Kunden der Sparkasse darin, dass sie alles aus einer Hand geboten bekommen. Der betreuende Mitarbeiter der Sparkasse Mainz hat für die ganzheitliche Beratung seines Kunden dann bei Bedarf einen zusätzlichen Bausparspezialisten zur Hand. Die LBS-Bezirksleiter unterstützen im Vertriebsmodell Kooperation ihre Sparkassen-Kollegen in vielfältiger Weise. Sie stehen ihnen sowohl bei der Kundenansprache als auch in der Beratung und Betreuung mit ihrer Expertise in Ergänzung zur Wohnbaufinanzierung zur Seite.

Die vertrieblichen Vorteile einer Kooperation sind unter anderem das Gemeinschaftsgeschäft sowie das enge Zusammenwirken mit der Sparkasse Mainz im Verkauf. Die LBS entwickelt aber auch neue Geschäftsfelder mit der Sparkasse, beispielsweise für Firmen- und Gewerbekunden sowie im Kommunalgeschäft.

Von der Entwicklung am Immobilienmarkt profitierte auch die 100-prozentige Tochter der Sparkasse Mainz für das Maklergeschäft, die „S Immofinanz Mainz GmbH“. Im Jahr 2017 konnte sie sich erneut als erfolgreicher Immobilienvermittler im wettbewerbsintensiven Markt der Region positionieren. Darüber hinaus gelang es mit der zweiten Veröffentlichung der Mainzer Immobilien-Skala (MIS) hohe mediale Aufmerksamkeit zu erzielen und so die kommunikative Marktführerschaft bei Immobilienthemen in Mainz und Rheinhessen auszubauen. Die Ausgabe der Skala für 2017 wurde erstmals auch bundesweit wahrgenommen, beispielsweise durch Besprechungen in der Immobilien-Zeitung sowie der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Für das Jahr 2018 ist eine weitere Vertiefung der kommunikativen Vertriebsunterstützung durch die Veröffentlichung eines umfassenden Immobilienmarktberichts vorgesehen.

7. Investitionen

Im Immobilienbestand wurden in 2017 gezielt Aufwendungen zum Substanzerhalt getätigt. So wurden beispielsweise unsere SB-Stellen in Nackenheim, im Münchfeld und auf dem Universitätsgelände modernisiert. Insgesamt fanden keine größeren investiven Maßnahmen statt. Gleichwohl wird die Umsetzung unserer neuen Vertriebsstrategie in den kommenden Jahren Anpassungen notwendig machen, die sich auch in Investitionen im Filialnetz niederschlagen werden. Die Sparkasse hat aktuell ihre Telefonanlagen an allen Lokationen auf eine IP-basierte Technik umgestellt und ist somit auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet. Auch die hausinternen Netzkomponenten des Datennetzes wurden erneuert und entsprechen neuesten sicherheitstechnischen Anforderungen. Darüber hinaus wurde in den Filialen und Beratungscentern ein WLAN eingerichtet, welches auch den Kunden zur Verfügung steht. Die Vertriebsmitarbeiter wurden zur weiteren Unterstützung der Beratungsprozesse mit mobilen Endgeräten (Tablets) ausgestattet.

8. Personal

Die Sparkasse beschäftigte Ende 2017 insgesamt 397 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Bezügen (ohne Vorstand), darunter 126 Teilzeitbeschäftigte und 23 Auszubildende. Die Gesamtzahl der Beschäftigten ist somit zum Stichtag 31.12.2017 gegenüber dem Vorjahreswert (430) rückläufig.

Das 2010 eingeführte System zur Prämierung überdurchschnittlicher Leistungen im Markt wurde in 2017 erfolgreich weitergeführt und es wurden 127 T€ an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Führungskräfte in den Marktbereichen ausgeschüttet.

Schwerpunkte unseres betrieblichen Weiterbildungsangebotes im Jahr 2017 waren in der ersten Jahreshälfte

• die weitere Umsetzung der bereits in 2016 begonnenen Schulungsmaßnahmen aus dem SV 100 Plus Projekt (Gemeinschaftsprojekt der Sparkassenversicherung und der SK Mainz) sowie

• die schulungstechnische Begleitung der Einführung von diversen Service- und Beratungsprozessen unter OSPlus_neo (OSPlus_neo ist das neue Vertriebsfrontend der Finanz Informatik).

In der zweiten Jahreshälfte dominierten Wertpapierthemen die Seminarinhalte. Hier sind Schulungsmaßnahmen zur Umsetzung des Investmentsteuerreformgesetzes und insbesondere die Veranstaltungen zur Umsetzung der EU-Richtlinie „Markets in Financial Instruments Directive II“ zu nennen.

Unser Fortbildungsangebot von insgesamt 178 Veranstaltungen wurde 1.935 mal von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wahrgenommen. Dies war das mit Abstand umfangreichste Fortbildungsangebot der letzten 20 Jahre (die Anzahl der Veranstaltungen stieg gegenüber dem Vorjahr um 55 Prozent und die Zahl der Teilnehmer um 30 Prozent). Die Zahlen beweisen erneut eindrucksvoll, dass die Sparkasse Mainz sehr großen Wert auf aktuelle Fachkenntnisse ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legt, um den Kunden Bestleistungen in Service und Beratung bieten zu können.

Die zur Abschlussprüfung vorgesehenen Auszubildenden schlossen alle ihre Berufsausbildung erfolgreich ab. Sie erhielten teilweise eine zunächst befristete Übernahmeofferte. Wir freuen uns über das positive Abschneiden unseres Nachwuchses und werten dies als einen deutlichen Hinweis auf den weiterhin hohen Qualitätsstandard unserer Ausbildung.

Im Jahr 2017 wurden keine weiteren Altersteilzeit-Vereinbarungen abgeschlossen. Somit bestehen zurzeit insgesamt 25 Vereinbarungen auf Basis der Dienstvereinbarung aus dem Jahr 2011. Das seit vielen Jahren bewährte System der variablen Arbeitszeit wurde im Jahr 2017 unverändert weitergeführt.

9. Finanzlage

Die Sparkasse war aufgrund einer planvollen und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge jederzeit zahlungsbereit.

Dabei bilden die Rechtsgrundlagen zur Liquiditätssteuerung der Kreditinstitute auf europäischer Seite die Capital Requirements Regulation (CRR), ausgestaltet durch die Liquiditätsdeckungsanforderungen (LCR), sowie auf nationaler Ebene die Bestimmungen der Liquiditätsverordnung.

Die CRR als übergeordnetes Recht erlaubt die parallele Weiterführung bisheriger nationaler Liquiditätsanforderungen, bis die LCR mit einem Erfüllungsgrad von 100 Prozent verbindlich einzuhalten ist. Damit galt die Liquiditätsverordnung bis zum Jahresende 2017 weiter. Die Kennzahl lag mit einem Wert von rund 2,7 über dem Mindestwert von 1,0.

Alle zur bankenaufsichtsrechtlichen Beurteilung der Liquiditätslage geltenden Normen waren durchgehend eingehalten. Zur Erfüllung der Mindestreservebestimmungen wurden stets ausreichende Guthaben bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Anzeichen für eine künftige Beeinträchtigung der Finanz- und Liquiditätslage sind auf der Basis unserer vorausschauenden Planungsrechnung nicht erkennbar.

10. Ertragslage

Die Darstellung der Ertragslage erfolgt auf Basis der Systematik des Betriebsvergleichs der Sparkassen.

Das Zinsgeschäft ist weiterhin die bedeutendste Ertragsquelle unserer Geschäftstätigkeit. Gleichwohl – wie von uns grundsätzlich auch aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Niedrigzinsumfeld so prognostiziert – reduzierte sich das Zinsergebnis. Der Rückgang betrug 1.651 T€ (- 4,07 Prozent) auf einen Wert von nunmehr 38.959 T€.

Der Provisionsüberschuss fiel im Jahr 2017 mit einem Wert von 16.018 T€ um 343 T€ (+ 2,18 Prozent) geringfügig höher aus als im Vorjahr. Somit bewegt sich der Bruttoertrag in Höhe von 56.391 T€ als Summe von Zins- und Provisionsergebnis und sonstigem ordentlichen Ertrag mit einem leichten Minus von 1.127 T€ (oder – 1,96 Prozent) nahezu auf dem Level des Vorjahres.

Der Personalaufwand ging gegenüber dem Vorjahr um ca. 1,2 Mio. € auf 23.640 T€ zurück. Hier stehen den tarifvertraglichen Gehaltssteigerungen Einsparungen durch den rückläufigen Personalbestand entgegen.

Der ordentliche Aufwand insgesamt konnte gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 mit einem Wert von 37.488 T€ merklich unter dem Vorjahresniveau (38.717 T€ oder – 3,17 Prozent) gehalten werden. Dies führte dann in Summe zu einem Betriebsergebnis nahezu auf Vorjahresniveau.

Somit haben sich unsere getroffenen Prognosen zu den wesentlichen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zumindest erfüllt bzw. konnten sogar übertroffen werden. Insbesondere konnten wir den prognostizierten Rückgang beim Zinsergebnis deutlich moderater gestalten als geplant. Dies ist vornehmlich durch eine überplanmäßige Ausweitung unseres Kreditgeschäftes gelungen.

Aufgrund von vorgesehenen Personalreduzierungen haben wir mit insgesamt rückläufigen Personalkosten für das Jahr 2017 kalkuliert. Wegen eines im Jahresdurchschnitt nochmals niedrigeren Durchschnittsbestandes an Personal blieben wir hier unter den Planwerten.

Das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft lief mit einem negativen Wert von 1.650 T€ aus. Bei den Wertpapieren entstand ein negatives Bewertungsergebnis in Höhe von 2.768 T€. Auch hier wurden die maximal vorgesehenen Grenzwerte eingehalten. Es erfolgte erneut eine Dotierung des „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ nach §340g HGB.

Die Ertragslage unserer Sparkasse bleibt somit nachhaltig solide. Eine vergleichende Betrachtung der Betriebsergebnisse vor Bewertung im Zeitverlauf bestätigt diese stabile Entwicklung. Mit einem absoluten Wert von 18,9 Mio. € oder 0,86 Prozent der DBS konnten wir das Betriebsergebnis vor Bewertung gegenüber dem Vorjahr bestätigen. Die Cost-Income-Ratio blieb mit 66 Prozent unter Vorjahresniveau.

Der Jahresüberschuss in Höhe von 2,0 Mio. € blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Somit kann wiederum eine nennenswerte Aufstockung der anrechenbaren Eigenmittel unserer Sparkasse vorgenommen werden.

Die Kennziffer für unsere Kapitalrendite beläuft sich auf 0,46 Prozent. Sie errechnet sich als Quotient aus Nettogewinn zzgl. Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken und Vorjahresbilanzsumme.

11. Vermögenslage

Die Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind unter Beachtung der geltenden handels- und steuerrechtlichen Vorschriften bilanziert. Der Wertpapierbestand wurde nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.

Die aus dem Verhältnis der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel zu der Summe der risikogewichteten Forderungsbeträge gemäß CRR errechnete Gesamtkapitalquote (Total Capital Ratio) lag Ende 2017 bei 15,65 Prozent und damit deutlich über der Mindestgrenze von 10,25 Prozent (8 Prozent Eigenkapitalanforderung plus 1 Prozent SREP-Zuschlag plus 1,25 Prozent Kapitalerhaltungspuffer). Die Ausstattung an Eigenmitteln bietet derzeit ausreichend geschäftlichen Spielraum.

Die Bilanzstruktur der Sparkasse ist auf der Passivseite geprägt durch die Fremdmittel von Kunden. Auf der Aktivseite kommt den Ausleihungen an Kunden die größte Bedeutung zu.

12. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Unsere wettbewerbsstarken Finanzdienstleistungsangebote, ein leistungsfähiges Vertriebsnetz, das auf vielfältigen Wegen die Nähe zu unseren Kunden sicherstellt, sowie eine solide wirtschaftliche Verfassung waren auch im Jahr 2017 die Garanten für unseren geschäftlichen Erfolg.

Trotz der unverändert schwierigeren Rahmenbedingungen zeigt sich unsere Ertragslage seit Jahren stabil. Diese langjährige und nachhaltige Entwicklung zeigt, dass wir auf dem Weg, die Wirtschaftskraft unserer Sparkasse beständig zu erhöhen, weiter gut vorankommen. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Geschäftsentwicklung wiederum günstig verlaufen ist.

Durch die vorgesehene Gewinnzuführung und die weitere Dotierung des Sonderpostens „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ nach § 340g HGB wird unser wirtschaftliches Fundament weiter gestärkt. Insgesamt sind wir mit der derzeitigen wirtschaftlichen Situation unseres Hauses zufrieden.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres
Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres lagen bis zum Berichtszeitpunkt nicht vor.

13. Risikomanagement

Risikotragfähigkeit und Risikostrategie

Risikoverständnis und Risikoneigung

Unter dem Begriff „Risiko“ verstehen wir eine Verlust oder Schadensgefahr, die durch zukünftige Entwicklungen, die ungünstiger als erwartet oder sogar existenzbedrohend verlaufen, entsteht. Neben Kapitalrisiken werden auch negative Auswirkungen auf die Liquiditätssituation sowie auf die Ertragslage der Sparkasse als Risiko gesehen.

Die Grundlage unseres Risikomanagements bildet eine nachhaltige ertrags- und wertorientierte Risikopolitik, deren elementare Entscheidungskriterien die Risikotragfähigkeit und die Risiko-Chance-Relation darstellen. Alle risikorelevanten Entscheidungen unterliegen dem Primat der Risikodeckung, d. h. es ist stets zu gewährleisten, dass das gesamte eingegangene Risiko die vorhandenen Deckungsmassen nicht übersteigt. Auf Basis der Risikotragfähigkeitsbetrachtung sowie des dazu konsistenten Limitsystems stellen wir sicher, dass sich die Sparkasse die Risiken auf Gesamtbankebene sowie auf Einzelgeschäftsebene leisten kann. Die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen müssen dabei stets eingehalten werden, so dass auch bei Risikoeintritt die jederzeitige und uneingeschränkte Fortführung des Geschäftsbetriebes gewährleistet ist. Vor Übernahme eines Risikos wird das zweite Entscheidungskriterium, das Risiko-Chance-Verhältnis, analysiert. Bei günstigem Risiko-Chance-Profil werden Risiken bewusst eingegangen, bei ungünstigem Profil erfolgt eine Risikovermeidung oder -verminderung. Sofern der potenzielle Schaden vertretbar ist und Steuerungsmaßnahmen betriebswirtschaftlich ineffizient wären, werden Risiken akzeptiert. Risikokonzentrationen sollen grundsätzlich vermieden werden. Zudem muss eine ausreichende Zahlungsfähigkeit gewährleistet sein. Die Sparkasse Mainz verfolgt somit eine moderate Risikopolitik.

Risikotragfähigkeit

In Anlehnung an die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) wird unter der Risikotragfähigkeit die Fähigkeit verstanden, Risiken durch das so genannte Risikodeckungspotenzial abzuschirmen. Die Risikotragfähigkeit ist also dann gegeben, wenn alle (wesentlichen) Risiken der Sparkasse – unter Berücksichtigung von Risikokonzentrationen – laufend das Risikodeckungspotenzial unterschreiten. Mit der Risikotragfähigkeitskonzeption erfolgt eine aggregierte Betrachtung der Risikosituation auf Institutsebene. Grundsätzlich kann die Ermittlung der Risikotragfähigkeit in drei verschiedenen Sichtweisen – der „wertorientierten“, der „periodischen“ und der „regulatorischen“ – erfolgen. Neben der von uns priorisierten wertorientierten Sichtweise berechnen wir die Risikotragfähigkeit auch für die periodische Sicht. Die regulatorische Betrachtung wird allen Instituten gesetzlich abverlangt und ist eng mit der GuV-/Bilanzsicht verknüpft. Dabei sehen wir die wertorientierte und die periodische Risikotragfähigkeit jeweils als eigenständigen Steuerungskreis an. Durch die parallele Ermittlung der Risikotragfähigkeit nach wertorientierten und periodischen Kriterien wird den Grenzen eines Steuerungskreises Rechnung getragen. Die regulatorische Sicht ist integraler Bestandteil der beiden anderen.

Grundsätzlich ist unsere Risikosteuerung an der Unternehmensfortführung ausgerichtet, d. h. die Sparkasse soll im Verlustfall weitergeführt werden. Dabei ist die Einhaltung aufsichtsrechtlicher Mindestkennzahlen von existenzieller Bedeutung. In der periodischen Sichtweise wird von der Geschäftsleitung ein daran ausgerichteter Anteil am Risikodeckungspotential definiert, der im Verlustfall nicht überschritten werden darf. Jährlich wird von der Sparkasse eine Kapitalplanung über einen Zeitraum von fünf Jahren erstellt. Zur Sicherstellung der Unternehmensfortführung im Risikofall wird ausgehend von den aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen eine interne Eigenkapital-Mindestkennziffer unter Berücksichtigung des periodischen Gesamtbanklimits festgelegt.

Der wertorientierte Steuerungskreis stellt die ökonomische Perspektive der Risikotragfähigkeit dar und soll in erster Linie wichtige Steuerungsimpulse liefern. Das Gesamtbanklimit wird hier auf Basis mehrerer Leitplanken (u. a. Parameter der Risikomessung, Überlebenshäufigkeit) festgelegt. Um eine ganzheitliche Risikosteuerung zu gewährleisten, wird die wertorientierte Risikobetrachtung durch eine Art „Gone-Concern“-Ansatz komplettiert, welcher sich vornehmlich in der Strenge der Parameter für die Risikomessung vom „Normal-Case“ unterscheidet.

Risikostrategie

Die Risikotragfähigkeit stellt die Grundlage für die Risikostrategie dar, in welcher die Ziele der Risikosteuerung und die zu ihrer Erreichung erforderlichen Maßnahmen für einen angemessenen Planungszeitraum definiert werden. Ausgehend von der Analyse der Haupteinflussfaktoren auf unsere Risikosituation – Konjunktur und Aufsichtsrecht –, haben wir strategische Ziele festgelegt, welche insbesondere die jederzeitige Sicherstellung der Risikotragfähigkeit sowie eine angemessene Liquiditätsausstattung sind. Zur Vermeidung von Risikokonzentrationen wird eine ausgewogene Portfoliostruktur angestrebt. Zusätzlich werden die Zusammensetzung des Ertrags der Sparkasse ermittelt und die Schwerpunkte identifiziert.

Auf Basis der allgemeinen Risikostrategie – den Risikogrundsätzen – haben wir Teilstrategien für die wesentlichen Risikoarten erstellt, welche auch Risikotoleranzen, wie z. B. Limite oder zulässige Geschäfte, enthalten. Als die für uns wesentlichen Risiken sehen wir das Adressen-, Liquiditäts-, Zinsänderungs-, Spread-, Beteiligungs- und Aktienkursrisiko, die operationellen Risiken sowie die Risiken aus nicht zerlegbaren kombinierten Produkten an. Aufgrund der aktuellen Marktsituation wurde das Ertragsrisiko (Geschäftsmodellrisiko) als wesentlich eingestuft. Durch das anhaltende Niedrigzinsniveau fällt es Kreditinstituten zunehmend schwerer, ausreichende Erträge aus dem Zinsgeschäft zu generieren. Als Folge davon schrumpft die Zinsspanne kontinuierlich und das Ertragsrisiko steigt. Vervollständigt wird das Strategiewerk für das Risikomanagement durch die mittelfristige Kapitalplanung.

Auch für Risiken, die als nicht wesentlich i. S. der MaRisk eingestuft sind, hat die Sparkasse – je nach Relevanz des Risikos – Steuerungsmodelle und -prozesse eingerichtet (z. B. für das Absatzrisiko). Die nachfolgenden Ausführungen konzentrieren sich auf die für das Institut wesentlichen Risiken.

Kreditrisikostrategie

Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Entwicklung streben wir für 2018 ein moderates Wachstum, mit dem Fokus auf Kunden mit guter bis mittlerer Bonität, an. Die Sparkasse Mainz konzentriert sich hierbei als regional tätiges Institut grundsätzlich auf das Stadtgebiet von Mainz sowie die im Umkreis liegenden Gemeinden.

Mit der Branchenstruktur des Kreditportfolios sind derzeit keine besonderen Risiken verbunden, so dass für unseren Planungszeitraum unter Risikoaspekten eine weitgehende Beibehaltung der ausgewogenen Portfoliostruktur angestrebt wird. Soweit dennoch Kreditrisiken akut geworden sind, werden diese aufgrund der getroffenen Risikovorsorge angemessen abgeschirmt.

Beteiligungsstrategie

Die Sparkasse Mainz verfolgt mit ihrer Beteiligungspolitik verschiedene Zielsetzungen und unterscheidet zwischen strategischen Beteiligungen, Funktions- und Kapitalbeteiligungen. Unsere Anforderungen auf strategischen und funktionalen Geschäftsfeldern werden überwiegend durch die Verbandsbeteiligungen erfüllt. Dabei erfolgt die grundsätzliche strategische Ausrichtung der Sparkassen durch die Entscheidungen der maßgeblichen Gremien auf Bundes- und Landesebene. Die Sparkasse Mainz wirkt an dieser strategischen Ausrichtung durch Mitgliedschaften in den verschiedenen Gremien mit.

Marktpreisrisikostrategie

Marktpreisrisiken werden – unserer moderaten Risikopolitik folgend – nur eingegangen, sofern die vorhandenen Deckungsmassen hierfür ausreichen und das Risiko-Chance-Verhältnis günstig erscheint. Über die Limitierung auf Einzelrisiko- sowie Gesamtbankebene ist stets die Angemessenheit der Risikosituation gewährleistet.

Handelsgeschäfte werden von der Sparkasse Mainz im Rahmen der Umsetzung von Maßnahmen aus der Zinsbuchsteuerung, zur Diversifikation sowie zur permanenten Sicherstellung einer ausreichenden Liquidität getätigt. Wir betreiben Handelsgeschäfte in Form von Geldmarkt-, Wertpapier- (incl. Publikumsfonds), Devisengeschäften und Geschäften in Derivaten. Zudem sind Gelder in Spezialfonds angelegt. Diese Handelsgeschäfte, insbesondere in Form von Wertpapiergeschäften, werden von uns zur Anlage freier Mittel getätigt. Maxime ist die Erwirtschaftung eines – auf das eingegangene Risiko bezogenen – angemessenen Ertrages unter Berücksichtigung des Liquiditätsaspekts. Dabei ist stets die Gewährleistung der Risikotragfähigkeit zu beachten. Grundsätzlich werden keine Handelsgeschäfte i. S. des aktiven Eingehens von Positionen getätigt, um durch kurzfristigen Wiederverkauf von erwarteten Preis- bzw. Kursänderungen zu profitieren. Die Sparkasse Mainz ist ein Nichthandelsbuchinstitut. Wir tätigen Handelsgeschäfte mit ausgewählten Emittenten und Kontrahenten im Rahmen vorgegebener Höchstgrenzen. Emittenten- und Kontrahentenrisiko werden über ein geeignetes Limitsystem begrenzt. Hierzu gehören auch Höchstgrenzen für einzelne Geschäftsarten.

Risikokonzentrationen sollen nach unserer übergeordneten Risikostrategie grundsätzlich vermieden werden. Neben der impliziten Berücksichtigung von Konzentrationen in der Risikomessung werden alle Assets – sofern möglich – in den entsprechenden Risikopositionen berücksichtigt. Für die wesentlichen Marktpreisrisiken – Zinsänderungs-, Aktienkurs- und Spreadrisiko sowie die Risiken aus kombinierten Produkten – haben wir detaillierte Strategien entwickelt.

Zinsbuchstrategie

Das Zinsänderungsrisiko wird von uns wertorientiert gesteuert. Dabei legen wir unserer Steuerung einen passiven Managementstil zu Grunde, d. h. es wird die Abbildung einer Benchmark angestrebt. Die Festlegung der Benchmark dokumentiert die anvisierte Risiko-Chance-Relation sowie den Grad der Fristentransformation und erfolgt unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit. Im jährlichen Turnus wird die Benchmarkfestlegung überprüft. Wir haben unsere Benchmark unverändert beibehalten, wobei strategisch eine sukzessive Reduzierung der Fristentransformation angestrebt wird.

Die Ableitung von Steuerungsmaßnahmen erfolgt nach Maßgabe wertorientierter Kriterien. Ergänzend fließt die Auswirkung der Maßnahmen in der Gewinn- und Verlustrechnung in die Entscheidungsfindung ein.

Aktienbuchstrategie

Zur Risikodiversifizierung investieren wir moderat in die Assetklasse Aktien. Dabei sind die Investitionen im Volumen begrenzt sowie auf ausgewählte Marktsegmente konzentriert. Diese Vorgaben werden auf Basis der Risikotragfähigkeit und des Risiko-Chance-Verhältnisses festgelegt. Eine Erhöhung des relativen Aktienkursrisikos ist nicht angedacht.

Strategie Spreadrisiko

Spreadrisiken werden in einem überschaubaren Rahmen zur Erzielung höherer Erträge eingegangen. Beim Kauf von Wertpapieren für die hochliquiden Aktiva der Liquidity Coverage Ratio wird vornehmlich in öffentliche Anleihen und Pfandbriefe investiert. Dabei ist auch die Auswahl von Emittenten der sogenannten europäischen „Peripherie“ möglich. Sofern in Banktitel investiert wird, erfolgt dies bevorzugt im Rahmen des Haftungsverbundes der Sparkassenorganisation. Darüber hinaus können Investitionen in Unternehmensanleihen mit einem Mindestrating im Investmentgrade-Bereich zur Beimischung getätigt werden.

Strategie Kombinierte Produkte

Die Umsetzung der Assetstrategien kann im Einzelfall auch über Publikumsfonds realisiert werden. Darüber hinaus können Investitionen in weitere Assets über Fonds erfolgen. Eine Risikoausweitung ist nicht vorgesehen.

Liquiditätsrisikostrategie

Übergeordnetes Ziel der Liquiditätssteuerung ist die jederzeitige Gewährleistung der Zahlungsfähigkeit – ohne dabei den Rentabilitätsaspekt zu vernachlässigen.

Strategie Operationelle Risiken

Die Heterogenität operationeller Risiken lässt keine allgemein gültige Aussage über den Umgang mit identifizierten Risiken zu. Aus diesem Grund entscheiden wir im Einzelfall über die Strategie zur Risikobeeinflussung und -steuerung (Risikovermeidung, -verminderung, -transfer oder -akzeptanz). Ergänzt werden die allgemeinen Leitlinien für operationelle Risiken von der Personalstrategie und der Ressourcenstrategie für Investitionen, Prozesse und IT.

Ertragsrisiko

 Aufgrund des Niedrigzinsumfeldes steigt der Druck auf die Zinsspanne und damit auf das Betriebsergebnis. Das Ertragsrisiko steht im Fokus unserer Geschäftsstrategie, in der die Ziele und Maßnahmen zur Stärkung der Ertragslage festgehalten werden. In der Mittelfristigen Finanz- und Geschäftsplanung sind die erwarteten Ergebnisse – unter Berücksichtigung der Inhalte aus der Geschäftsstrategie – quantitativ niedergelegt.

Risikomanagementorganisation

Nach § 25a KWG muss ein Institut über eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation verfügen, die die Einhaltung der von dem Institut zu beachtenden gesetzlichen Bestimmungen und der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten gewährleistet. Dies umfasst insbesondere ein angemessenes und wirksames Risikomanagement, auf dessen Basis die Risikotragfähigkeit laufend sicherzustellen ist. Das Risikomanagement beinhaltet die Festlegung von Strategien, Verfahren zur Ermittlung und Sicherstellung der Risikotragfähigkeit sowie die Einrichtung interner Kontrollverfahren mit einem internen Kontrollsystem und einer Internen Revision. Das interne Kontrollsystem umfasst insbesondere aufbau- und ablauforganisatorische Regelungen mit klarer Abgrenzung der Verantwortungsbereiche sowie Prozesse zur Identifizierung, Beurteilung, Steuerung sowie Überwachung und Kommunikation der Risiken.

Die MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) konkretisieren diese Anforderungen. Die Ausgestaltung unseres Risikomanagements, welches die vorgenannten Anforderungen erfüllt, erfolgt stets unter Beachtung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen.

Mit der Geschäfts- und Risikostrategie legt der Vorstand, der für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation verantwortlich ist, die Eckpfeiler für das Risikomanagement der Sparkasse Mainz fest. Darüber hinaus bestimmt er über aufbau- und ablauforganisatorische Regelungen und somit über alle wesentlichen Elemente des Risikomanagements. Die Satzung, die Geschäftsanweisungen für den Kreditausschuss, den Vorstand und die Interne Revision sowie unser Risikohandbuch – in dem insbesondere die strategischen Komponenten des Risikomanagements dargestellt sind – und detaillierte Arbeitsanweisungen gewährleisten die Einhaltung gesetzlicher und aufsichtsrechtlicher Vorschriften sowie die klare Abgrenzung der Verantwortlichkeiten.

Die funktionale Trennung von Überwachung und Handel bzw. Markt wurde in unserem Hause auch aufbauorganisatorisch bis einschließlich der Ebene des Vorstandes umgesetzt. Dem für die Überwachung zuständigen Vorstandsvorsitzenden, Herrn Mühl, sind die Organisationseinheiten „Steuerung“ und „Kredit“ unterstellt, welche die Risiken sowie die Risikotragfähigkeit auf Gesamtbankebene ermitteln, beurteilen und überwachen und alle risikorelevanten Informationen an die zuständigen Stellen weitergeben. Eine wichtige Komponente des internen Kontrollsystems ist die Risikocontrolling- Funktion. Diese ist für die unabhängige Überwachung und Kommunikation der Risiken verantwortlich und hat den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen zu beraten und zu unterstützen. Die funktionale Trennung von Bereichen, die für die Initiierung bzw. den Abschluss von Geschäften zuständig sind, wurde ebenso für die Risikocontrolling-Funktion gewahrt. Dem Bereichsleiter „Steuerung“ wurde auch die Leitung der Risikocontrolling-Funktion übertragen. Mit der Compliance- Funktion, als weiterem Bestandteil des internen Kontrollsystems, soll Risiken, die sich aus der Nichteinhaltung rechtlicher Regelungen und Vorgaben ergeben können, entgegengewirkt werden. Die Interne Revision fungiert als unabhängige Kontrollinstanz und nimmt in regelmäßigen Abständen Prüfungen des Risikomanagementsystems vor.

Neben der Aufbau- und Ablauforganisation haben wir zudem personell, quantitativ wie auch qualitativ, und technisch-organisatorisch – dies umfasst insbesondere die IT-Ausstattung – die Voraussetzungen für ein angemessenes Risikomanagement geschaffen. Bevor die Sparkasse Mainz auf neuen Märkten und/oder mit neuen Produkten agiert, wird sichergestellt, dass hierfür notwendige Ressourcen und Kompetenzen vorhanden sind bzw. aufgebaut werden können. Darüber hinaus werden die Auswirkungen von internen Anpassungen der Aufbau- und Ablauforganisation sowie von Veränderungen der IT-Systeme auf die Kontrollverfahren und -intensität analysiert. Für kritische Aktivitäten und Prozesse wurde ein Notfallmanagement implementiert, um mögliche Schäden zu reduzieren und die Wiederherstellung eines ordnungsgemäßen Geschäftsbetriebes zu gewährleisten.

Die Anforderungen aus der Institutsvergütungs- Verordnung wurden beachtet.

Risikomanagementprozess

Das Risikomanagement hat das vorrangige Ziel, die für die Sparkasse wesentlichen Risiken rechtzeitig zu identifizieren und zu bewältigen. Es soll Risiken für die Sparkasse transparent und dadurch steuerbar machen.

Der Risikomanagementprozess beinhaltet alle Aktivitäten zum systematischen Umgang mit Risiken und gliedert sich in mehrere Schritte. In den Phasen Risikoerkennung und -bewertung werden alle Risiken, die für uns aufgrund unserer Geschäftsstruktur bestehen können, ermittelt und nach ihrer Wesentlichkeit für die Sparkasse beurteilt. Bei der Risikomessung geht es um die Ermittlung der aus den Risiken resultierenden Verlust- bzw. Vermögensminderungspotenziale und deren Abgleich mit den festgelegten Limiten. Die hieraus gewonnenen Daten werden im Reporting systematisch aufbereitet und den Adressaten zur Verfügung gestellt. Im Rahmen der Risikosteuerung wird über Maßnahmen zur Risikobewältigung entschieden. Dabei sind Risikovermeidung, -verminderung und -akzeptanz als Maßnahmen anzusehen. Der Einsatz der Steuerungsinstrumente erfolgt situationsabhängig. In der ex-post-Betrachtung – der Risikokontrolle – werden die Steuerungsmaßnahmen hinsichtlich Effektivität und Effizienz überprüft. Gegebenenfalls werden erneute Handlungen im Risikomanagementprozess erforderlich.

Der Gesamtvorstand wird regelmäßig über die Risikosituation unterrichtet. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung gibt es – sofern notwendig – ad-hoc- Berichtspflichten. Quartalsweise wird der Verwaltungsrat durch den Vorstand über die Risikosituation der Sparkasse informiert. Zudem haben wir ein Verfahren implementiert, welches prozessual sicherstellt, dass dem Aufsichtsorgan zusätzlich alle unter Risikogesichtspunkten wesentlichen Informationen unverzüglich weitergeleitet werden.

Risikosteuerung

Adressenrisiko

Die Kategorie Adressenrisiko beinhaltet die Gefahr, dass aufgrund von Bonitätsveränderungen oder des Ausfalls einer Person oder Unternehmung, zu der eine wirtschaftliche Beziehung unsererseits besteht, Verluste entstehen. In dieser Risikokategorie werden die Risikoarten Adressen-, Emittenten-, Kontrahenten-, Länderund Beteiligungsrisiko zusammengefasst. Für uns wesentlich sind das Adressenrisiko und das Beteiligungsrisiko.

Zur Klassifizierung von Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft und als wichtiger Bestandteil des Risikofrüherkennungssystems setzt die Sparkasse Mainz unterschiedliche, von der „S Rating und Risikosysteme GmbH (SR)“ entwickelte, Bonitätseinstufungsverfahren ein. Diese entsprechen den Anforderungen der seit 01.01.2014 gültigen EU-Verordnung „Capital Requirements Regulation“ (CRR). Die Bonitätseinstufungsverfahren basieren auf statistischen Ausfallwahrscheinlichkeiten und sehen 27 unterschiedliche Ratingklassen vor.

Alle Kreditnehmer in den Segmenten Firmenkunden, Gewerbekunden, Freie Berufe, Geschäftskunden, Agrarkunden und Existenzgründer mit einem Gesamtkreditvolumen ab 500 T€ je Gruppe verbundener Kunden werden mit dem Sparkassen-StandardRating bewertet.

Gewerbliche Kreditnehmer mit einem Gesamtkreditvolumen auf Basis der Gruppe verbundener Kunden von weniger als 500 T€ werden mittels des Sparkassen- KundenKompaktRatings bewertet.

Für Objektfinanzierungen sowie im Zusammenhang mit Krediten an Wohnungsbaugesellschaften, Bauträger, Investoren und vermögende Privatkunden ab 500 T€ Gesamtkreditvolumen wird ergänzend das Sparkassen- ImmobiliengeschäftsRating angewandt.

Außerdem setzt die Sparkasse im Kreditgeschäft mit Privatkunden das Sparkassen-KundenScoring ein, das vor der Kreditgewährung zur Beurteilung des jeweiligen Schuldners heranzuziehen ist. Gleichzeitig wird mit diesem Instrument die laufende Bonitätsüberwachung im Privatkundengeschäft sichergestellt.

Die Rating- bzw. Scoringnote, als Ergebnis der zuvor beschriebenen Risikoklassifizierungsverfahren, hat zum einen Einfluss auf die Bewilligungskompetenz, zum anderen ist die Bonitätseinstufung Teil unseres Frühwarnverfahrens. Dieses gibt anhand von mehreren Kriterien, wie beispielsweise Bonitätsnote und Blankoanteil, bei Engagements ab einer bestimmten Größenordnung eine Systemempfehlung für die Normalbetreuung, die Intensiv-, Sanierungs- oder Abwicklungsbetreuung vor, nach der eine Einstufung erfolgt. Ferner basiert die Festlegung der jeweiligen Kundenkondition im gewerblichen Kreditgeschäft ebenfalls auf der Bonitätseinstufung.

Neben dem Einsatz zur kreditnehmerbezogenen Risikoklassifizierung verwendet die Sparkasse die Rating- und Scoringverfahren auch zur gesamtgeschäftsbezogenen Steuerung der Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft. Zu diesem Zweck wird quartalsmäßig in unserem Kreditrisikobericht eine Auswertung der im System erfassten Kreditengagements nach Ratingklassen erstellt und dem Vorstand vorgelegt. Der Vorstand entscheidet auf Basis dieser Informationen, ob weitere Konsequenzen für das Kreditgeschäft zu ziehen sind.

Die Begrenzung von Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft erfolgt bei der Sparkasse Mainz durch die Einräumung kreditnehmerbezogener Limite. Dabei wurde intern eine Blankokredithöchstgrenze auf Basis der Gruppe verbundener Kunden festgelegt und in der Kreditrisikostrategie verankert. Ferner strebt die Sparkasse Mainz an, den Anteil der Kommunalkredite, gemessen an der Durchschnittsbilanzsumme, unter dem Durchschnitt der rheinland-pfälzischen Sparkassen zu halten. Des Weiteren hat der Vorstand festgelegt, dass – abweichend von den allgemein gültigen Bewilligungsbefugnissen – bestimmte Kreditgewährungen im Einzelfall nur vom nächsthöheren Kompetenzträger genehmigt werden dürfen.

Auf eine gesamtgeschäftsbezogene Limitierung der Branchenrisiken wird verzichtet. Die Beurteilung der Branchenrisiken erfolgt im Rahmen der Risikoberichterstattung. Hierzu werden für den vierteljährlichen Kreditrisikobericht Auswertungen aller Kreditengagements nach Kreditarten und Branchen erstellt. Soweit danach besondere Risiken erkennbar sind, werden im Einzelfall geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet. Die branchenmäßige Struktur der Ausleihungen an Unternehmen weist gegenüber vergleichbaren Instituten keine wesentlichen Abweichungen auf. Das Adressenrisiko stellt für uns ein wesentliches Risiko dar. Daher achten wir auf eine ausgewogene Risikostruktur in unserem Kreditportfolio. Bei Bedarf werden Maßnahmen zur Verbesserung der Risikosituation ergriffen.

Ein geeignetes Mittel zur modernen Steuerung der Risiken im Kreditportfolio bilden Transaktionen im Zusammenhang mit dem Sparkassen-Kreditbasket, an denen sich die Sparkasse Mainz zum ersten Mal im Jahr 2013 beteiligt hat. Die Teilnahme in der Funktion als Sicherungsnehmer (Originator) und zugleich als Sicherungsgeber (Investor) führt zu einer Risikodiversifikation bei den in unserem Portfolio vorhandenen Bonitätsrisiken. Durch die bundesweite Ausrichtung dieses Risikosteuerungsinstruments wird dieser Effekt noch verstärkt. Nach positiven Erfahrungen aus unseren bisherigen Teilnahmen plant die Sparkasse Mainz auch künftig regelmäßig an Kreditbasket-Transaktionen teilzunehmen. Im Jahr 2016 wurde zur Erweiterung unseres Instrumenten-Portfolios ein Credit-Default-Swap (CDS) als Testgeschäft mit geringem Volumen abgeschlossen. Es ist vorgesehen – sofern sinnvoll – dieses Instrument zur Steuerung des Adressenrisikos auch in Zukunft einzusetzen.

Neben den vorgenannten Maßnahmen erfolgt auch eine barwertorientierte Ermittlung des Adressenrisikos mittels der Software „Credit-Portfolio-View“ (CPV). Hierzu wird monatlich der Value-at-Risk des Kreditportfolios mit einem Konfidenzniveau von 99 Prozent und einem Planungshorizont von einem Jahr simuliert. Die Ergebnisse sowie hieraus gegebenenfalls abzuleitende Maßnahmen zur Risikosteuerung werden dem Vorstand monatlich reportet. Das Limit für das wertorientierte Kreditrisiko war in 2017 stets eingehalten. Der Valueat- Risk betrug zum 31.12.2017 ca. 12 Mio. €. In der periodischen Sichtweise wurde das Risikolimit ebenfalls eingehalten.

Konzentrationsrisiken werden beim Adressenausfallrisiko nicht gesehen. Im Sinne einer angemessenen Risikovorsorge bildet die Sparkasse Mainz bei Forderungen, bei denen aufgrund einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Schuldners nicht mehr von einer vollständigen Zahlung der Zins- und Tilgungsleistungen ausgegangen wird, Einzelwertberichtigungen. Die Höhe der zu bildenden Risikovorsorge orientiert sich am Blankoanteil des Kreditnehmers. Ermittelt wird der Blankoanteil, indem die offene Restforderung um den Realisationswert der Sicherheiten gemindert wird. Somit wird lediglich für den unbesicherten Teil des Engagements eine Einzelwertberichtigung gebildet. Kriterien für die Bildung der Risikovorsorge sind in erster Linie die Ertrags- und Vermögenssituation des Kreditnehmers, die Kapitaldienstfähigkeit sowie die Liquiditätssituation. Lässt die Gesamtsituation auf eine Gesundung des Kreditnehmers schließen, wird die gebildete Einzelwertberichtigung wieder aufgelöst. Erkenntnisse über wesentliche Verbesserungen der Bonität des Schuldners oder die Zunahme der Werthaltigkeit der Sicherheiten können auch zur teilweisen Auflösung der Einzelwertberichtigung führen.

Der im Zusammenhang mit der Ermittlung der Risikopositionen verwendete aufsichtsrechtliche Ansatz ist der Kreditrisikostandardansatz (KSA).

Das Beteiligungsrisiko wird von uns im Rahmen der Risikotragfähigkeitsbetrachtung monatlich wertorientiert über eine historische Simulation ermittelt. Dabei liegen der Value-at-Risk-Berechnung die Parameter Konfidenzniveau 99 Prozent und Haltedauer ein Jahr zu Grunde. Zum Jahresultimo lag der Value-at-Risk bei rund 14 Mio. €. Zusätzlich berechnen wir das Risiko aus Beteiligungen für die periodische Risikotragfähigkeit über eine Verlustquote. In beiden Sichtweisen bewegte sich das Beteiligungsrisiko 2017 stets innerhalb der Limite.

Adressenrisiken aus Handelsgeschäften bezeichnen die Gefahr von Schuldnerausfällen verbriefter Forderungen (Emittentenrisiko) sowie von Ausfällen der Gegenpartei bei schwebenden Geschäften (Kontrahentenrisiko). Emittenten- und Kontrahentenrisiken werden im Rahmen des wöchentlichen Risikocontrollings quantifiziert und die Limitauslastung, welche in 2017 kurzfristig über 100 Prozent lag, ermittelt. Handelsgeschäfte sind nur mit den in der „Positivliste“ aufgeführten Kontrahenten und Emittenten sowie innerhalb der vorgegebenen Höchstgrenzen zulässig. Die in Arbeitsanweisungen dokumentierten Bonitätsvorgaben der Sparkasse stellen zusätzlich eine qualitative Limitierung der Risiken dar.

Marktpreisrisiko

Unter der Kategorie Marktpreisrisiko wird die Gefahr verstanden, dass sich durch eine Veränderung der Marktlage die Preise von Finanztiteln und Sachgütern zu Ungunsten unserer Sparkasse entwickeln. Alle Marktpreisrisiken können bei handelsrechtlicher Betrachtung zum Bewertungsstichtag (Bilanzstichtag) zu Abschreibungen oder am Realisationsstichtag zu Verlusten führen. Bei wertorientierter Betrachtung kann eine Barwertminderung eintreten. Das Marktpreisrisiko gliedert sich in die Risikoarten Zinsänderungs-, Spread-, Aktienkurs-, Währungs-, Rohwaren-, Options- und Immobilienrisiko sowie Risiken aus nicht zerlegbaren kombinierten Produkten. Die für uns wesentlichen Marktpreisrisiken stellen das Zinsänderungs-, Spreadund Aktienkursrisiko sowie die Risiken aus nicht zerlegbaren kombinierten Produkten dar.

Das Zinsänderungsrisiko wird von uns wertorientiert nach dem Performance-Konzept gesteuert. Auf Grundlage des Gesamtbank-Cash-Flows werden der für das Zinsbuch erwartete Ertrag (Chance) und das eingegangene Risiko in Relation gesetzt und mit dem Risiko- Chance-Verhältnis der von uns gewählten Benchmark verglichen. Der Gesamtbankzahlungsstrom enthält alle zinstragenden Positionen, sowohl fest- als auch variabel verzinsliche. Für variable Produkte – also Produkte ohne vertraglich fixierte Fristen oder Bemessungsvorschriften für die Zinsanpassung – werden Ablauffiktionen nach der Methode „Gleitender Durchschnitt der Marktzinssätze“ generiert. Produkte mit so genannten impliziten Optionen werden unterschiedlich in der Zinsbuchsteuerung behandelt. Darlehen, die über Sondertilgungsrechte verfügen, fließen mit ihrer vertraglichen Zinsbindung in den Zahlungsstrom. Dagegen werden die Kündigungsrechte im Zuwachssparen, differenziert nach dem Ausübungsverhalten der Kunden, als Cash-Flow-Korrektur erfasst. Statistische Ausübungen werden im regulären Steuerungs-Cash-Flow berücksichtigt. In einer Szenarioanalyse erfolgt zusätzlich eine Anpassung des Zahlungsstroms für die optionalen Ausübungen. Dieser Szenario-Cash-Flow wird auch zur Bestimmung des aufsichtsrechtlichen Zinsrisikokoeffizienten für einen Zinsschock von +200 Basispunkten herangezogen.

Zur barwertigen Messung des Zinsänderungsrisikos simulieren wir monatlich mittels der so genannten „Modernen Historischen Simulation“ den Value-at-Risk des Zinsbuches mit den Parametern Konfidenzniveau 95 Prozent und Haltedauer drei Monate. Durch unser Limitsystem werden zum einen der Value-at-Risk, bezogen auf den jeweiligen Barwert (Verlustlimit), und zum anderen das Abweichungsrisiko von der Benchmark (Abweichungslimit) begrenzt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren beide Limite stets eingehalten. In der Risikotragfähigkeitsbetrachtung wird der Value-at-Risk für ein Konfidenzniveau von 99 Prozent und eine Haltedauer von einem Jahr simuliert. Das entsprechende Limit, welches konsistent zu dem vorgenannten Verlustlimit festgelegt wird, wurde 2017 nicht überschritten. Zum 31.12.2017 lag der Value-at-Risk des Zinsbuches (99 Prozent, 1 Jahr) bei rund 27 Mio. €. Die Performance wird ex ante sowie ex post ermittelt.

Aufsichtsrechtlich vorgeschrieben, berechnet die Sparkasse die Ausprägung des so genannten Zinsrisikokoeffizienten. Der Barwertverlust bei Eintritt eines aufsichtlich vorgegebenen Zinsschocks, welcher z. Zt. über Nacht +200 bzw. -200 Basispunkte beträgt, wird in das Verhältnis zu den Eigenmitteln gesetzt. Kreditinstitute mit einem Koeffizienten von >20 Prozent werden von der Aufsicht als „Institute mit erhöhtem Zinsänderungsrisiko“ klassifiziert, was nicht per se kritikwürdig seitens der Aufsicht ist. Vielmehr ist die gesamte Risikotragfähigkeit entscheidend. Die Sparkasse Mainz wies 2017 an mehreren Stichtagen einen Koeffizienten >20 Prozent aus. Per 31.12.2017 beläuft sich der Barwertrückgang bei einer unterstellten Zinserhöhung von 200 Basispunkten overnight auf ca. 38 Mio. € oder rund 19,7 Prozent der Eigenmittel.

Aktien und Aktienderivate wurden 2017 in unseren Spezialfonds zur Risikodiversifikation gehalten. Mögliche Marktsegmente und das maximal zulässige Investitionsvolumen wurden über die Anlagerichtlinien vorgegeben. Das wertorientierte Aktienkursrisiko wird von uns im monatlichen Turnus über eine historische Simulation ermittelt. Der Risikoberechnung liegen die Parameter Konfidenzniveau 99 Prozent und Haltedauer ein Jahr zu Grunde. In 2017 wurde das Limit stets eingehalten. Zum Jahresultimo betrug der Value-at-Risk rund 5 Mio. €.

Das Risiko aus kombinierten Produkten wird ebenfalls monatlich für ein Konfidenzniveau von 99 Prozent und einen Planungshorizont von 1 Jahr errechnet. In 2017 bewegte sich das Risiko innerhalb des Limits, bei einem Risiko zum 31.12.2017 von rund 2 Mio. €.

Im monatlichen Turnus erfolgt ein Reporting der vorgenannten wesentlichen Marktpreisrisiken an die Mitglieder des Dispositionsausschusses. Dieses Gremium ist verantwortlich für die Asset-Allokation sowie die Steuerung der Marktpreisrisiken. Somit überwacht die Sparkasse zeitnah die Entwicklung von Risiko und Performance und ist in der Lage, kurzfristig Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos setzte die Sparkasse im abgelaufenen Geschäftsjahr Zins-Futures sowie temporär Optionen auf Zins-Futures in ihren Spezialfonds ein. Zudem befanden sich Zins-Swaps zur allgemeinen Absicherung sowie als Micro-Hedge im Portfolio. Die Höhe des Aktienkursrisikos wurde durch den Einsatz von Aktienfutures und -optionen in den Spezialfonds gezielt gesteuert. Darüber hinaus wurden im geringen Umfang Devisentermingeschäfte – vorwiegend zur Absicherung – in den Spezialfonds kontrahiert.

Neben der wertorientierten Risikoermittlung betrachten wir Marktpreisrisiken auch aus Sicht der Gewinn- und Verlustrechnung – in Form des Abschreibungsrisikos, des Zinsspannenrisikos und der verlustfreien Bewertung des Zinsbuches.

Monatlich werden die mit Handelsgeschäften verbundenen Marktpreisrisiken (Abschreibungsrisiko) erfasst und quantifiziert, wobei für die Bestände in den Spezialfonds das Durchschauprinzip angewendet wird. Die Ermittlung des Risikofalls basiert auf einer GuV-Szenarioanalyse, welche definierte Annahmen für jedes Asset enthält. Hierbei werden auch die Spreadrisiken differenziert nach Wertpapierarten abgebildet. Das Risikolimit war 2017 stets eingehalten. Wöchentlich wird der Vorstand über das aktuelle sowie das zum Jahresende erwartete Handelsergebnis unterrichtet.

Das Zinsspannenrisiko, welches das Risiko einer Abweichung des Zinsergebnisses von unserem Planwert darstellt, wird monatlich simuliert. Anhand von Szenarien werden die Auswirkungen von Veränderungen der aktuellen Zinskurve auf den Zinsüberschuss zum Geschäftsjahresende simuliert. Um negative Strukturveränderungen abzubilden, werden auch Annahmen für die Bestandsentwicklung getroffen, welche in die Risikosimulation mit einfließen. Im ersten Quartal 2017 wurde das Limit an zwei Stichtagen überschritten.

Die Sparkasse hat zum Jahresultimo die „Verlustfreie Bewertung des Zinsbuchs“ durchgeführt. Bei der Gegenüberstellung des Barwertes nach Risiko- und Verwaltungskosten mit dem Netto-Buchwert der Zinspositionen ergab sich ein Barwertüberschuss, so dass keine Drohverlustrückstellung zu bilden war. Ergänzend betrachten wir monatlich das Risiko einer Rückstellungsbildung aus der verlustfreien Bewertung des Zinsbuches. In 2017 bestand kein Rückstellungsrisiko.

Unsere implementierten Steuerungsprozesse und -instrumente tragen der besonderen Bedeutung der Marktpreisrisiken und speziell des Zinsänderungsrisikos für unsere Geschäftsentwicklung Rechnung. Sofern möglich werden alle Assets in den entsprechenden Risikopositionen berücksichtigt („Durchschauprinzip“ bei den Spezialfonds), um potenzielle Konzentrationen mittels unserer Risikomessverfahren aufzeigen zu können. Bei allen Marktpreisrisiken sehen wir derzeit keine Risikokonzentrationen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet die potenzielle Gefahr, dass das Institut zahlungsunfähig (illiquide) wird, also seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Unsere interne Steuerung der Liquidität haben wir auf die aufsichtsrechtliche Liquiditätskennzahl LCR (Liquidity Coverage Ratio) ausgerichtet. Neben der LCR-Ermittlung werden zusätzlich die Auswirkungen verschiedener Szenarien auf die Kennzahl simuliert. Zur Limitierung wurde ein an den aufsichtlichen Mindestanforderungen ausgerichtetes Ampelsystem implementiert, bei dem in den Phasen gelb und rot der Rhythmus zur Ermittlung der LCR auf wöchentlich bzw. arbeitstäglich verkürzt wird. Zudem werden Steuerungsmaßnahmen vorgeschlagen. Turnusmäßig erfolgen die Berechnung und das Reporting an den Gesamtvorstand monatlich. Die Schwellenwerte der „Liquiditäts-Ampel“ wurden so festgelegt, dass aus unserer Sicht eine tägliche Einhaltung der aufsichtlichen Mindestanforderungen sichergestellt ist. In 2017 befand sich die Sparkasse an den Monatsultimos stets im grünen Bereich. Per 31.12.2017 betrug die LCR 1,91.

Als weiteren Indikator für die Liquiditätssituation betrachten wir zusätzlich die vorhandene Liquiditätsreserve. Ergänzend erstellt der Handel zur vorausschauenden Identifikation des kurz- und mittelfristigen Liquiditätsbedarfs regelmäßig eine Liquiditätsplanung. Darüber hinaus werden potenzielle Konzentrationsrisiken in der jeweils aktuellen Liquiditäts- und Refinanzierungsstruktur untersucht. Derzeit liegen unseres Erachtens keine Konzentrationsrisiken vor.

Neben der Zahlungsunfähigkeit kann das Liquiditätsrisiko auch in Form des Kostenrisikos auftreten. Aufgrund des hohen Anteils von kleinteiligem Kundengeschäft, des Liquiditätsverbundes der Sparkassen- Finanzgruppe sowie der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ergaben sich für uns bisher keine Engpässe in der Liquiditätsbeschaffung. Unsere Hauptrefinanzierungsquellen am Geldmarkt – die Bundesbank und der Liquiditätsverbund – lassen bisher keinerlei Anzeichen erkennen, dass sich die Situation nachteilig ändert. Aus vorgenannten Gründen halten wir auch das Liquiditätsrisiko in Form des Kostenrisikos für überschaubar. Dennoch wird diesem Risiko durch Berücksichtigung in der Betrachtung des Gesamtbankrisikos über einen geschätzten Pauschalbetrag in Höhe von 1 Mio. € Rechnung getragen. Zudem verfügen wir über ein einfaches Liquiditätskostenverrechnungssystem, mit dem direkte Liquiditätskosten bzw. -nutzen auf Einzelgeschäftsebene in der Kalkulation berücksichtigt werden.

Operationelle Risiken

In Analogie zur Definition des Deutschen Sparkassen und Giroverbandes e.V., die auf dem Baseler Konsultationspapier aufsetzt, fassen wir in dieser Risikokategorie die Gefahr von Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge externer Einflüsse eintreten, zusammen.

Zur Identifizierung operationeller Risiken nutzt die Sparkasse Mainz zwei Instrumentarien. Mit der exante- Methode „Risikolandkarte“ erfolgt die systematische Erfassung und Bewertung von wesentlichen operationellen Risiken unter Mitwirkung aller Geschäftsbereiche auf Basis von Szenarien und Verlustpotenzialschätzungen. Die Daten aus der „Risikolandkarte“ werden durch eine Schadensfalldatenbank, in der eingetretene Schäden, die auf operationelle Risiken zurückzuführen sind, erfasst und systematisch analysiert werden, ergänzt. Die jährlichen Auswertungen erfolgen auch nach Konzentrationskriterien.

Für identifizierte operationelle Risiken ergriff die Sparkasse Mainz bereits verschiedene Maßnahmen zur Risikobegrenzung. Soweit möglich und betriebswirtschaftlich sinnvoll wurden Versicherungen abgeschlossen. Zudem erfolgt eine Minimierung von Risikoquellen über Personalentwicklungsmaßnahmen, das IT-Sicherheitsmanagement und die Optimierung der Aufbau- und Ablauforganisation. Auch Prüfungen der Internen Revision tragen zu einer Reduzierung operationeller Risiken bei.

Für Risiken aus Auslagerungen im Sinne der MaRisk haben wir einen gesonderten Prozess „Outsourcing“ implementiert. Wesentliche Auslagerungen werden individuell gesteuert. Die Steuerung unwesentlicher Auslagerungen erfolgt im Rahmen des allgemeinen Controllings operationeller Risiken.

Eine Risikoquantifizierung erfolgt derzeit nicht. Bei der Ermittlung des Gesamtbankrisikos werden die operationellen Risiken mit einem auf Expertenschätzung basierenden Pauschalbetrag von 1 Mio. € angesetzt.

Gesamtbankrisiko

Neben der Einzelrisikobetrachtung erfolgt im Rahmen der monatlichen Risikotragfähigkeitsermittlung eine aggregierte Sicht auf das Risiko der Gesamtbank.

In der von uns priorisierten wertorientierten Sicht setzt sich das Vermögen grundsätzlich aus den Marktwerten der einzelnen Vermögensklassen, welche im Wesentlichen die Positionen Zinsbuch, Beteiligungen und Immobilien sind, zusammen. Sofern Marktwerte nicht bzw. nur schwer zu ermitteln sind, können hilfsweise Buchwerte zu Grunde gelegt werden. Von dieser Bruttoposition erfolgen noch Abschläge für im Bestand enthaltene Adressrisiken, für Sach- und Personalaufwendungen sowie den Bestand an Pensionsrückstellungen. Ausgehend vom Nettovermögen legt der Vorstand einen Anteil am Risikodeckungspotenzial fest, der zur Risikoabsorption bereitgestellt wird. Dieser wird als Limit auf die einzelnen Risikoklassen in der Risikotragfähigkeitsbetrachtung heruntergebrochen.

In die Ermittlung des wertorientierten Gesamtbankrisikos fließen alle wesentlichen Risiken (Zinsänderungs-, Adressen-, Beteiligungs-, Liquiditäts-, Aktienkursrisiko sowie die operationellen Risiken und die Risiken aus kombinierten Produkten) sowie zusätzlich das Immobilien- und Währungsrisiko ein. Das Spreadrisiko wird in der periodischen Risikotragfähigkeit abgebildet. Die Darstellung des Gesamtbankrisikos erfolgt für ein Konfidenzniveau von 99 Prozent und einen Planungshorizont von einem Jahr, wobei das Liquiditätsrisiko und die operationellen Risiken mangels Quantifizierungsmodell mit einem Pauschalbetrag angesetzt werden. Die Summe der Einzelrisiken ergibt das wertorientierte Gesamtbankrisiko. Der Anteil am Risikodeckungspotenzial, der zur Risikoabsorption vom Vorstand zur Verfügung gestellt wird, limitiert das Risiko auf Gesamtbankebene. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag das Gesamtbankrisiko stets unter dem vorgegebenen Limit. Zum Jahresultimo wies die Sparkasse ein wertorientiertes Gesamtbankrisiko in Höhe von rund 65 Mio. € aus, was einer Limitauslastung von ca. 76 Prozent entsprach. Gegenüber dem Ultimo 2016 reduzierte sich das additive Gesamtbankrisiko somit um etwa 10 Mio. €.

Zusätzlich zur wertorientierten Darstellung ermitteln wir die Risikotragfähigkeit nach GuV-Gesichtspunkten. Hier fließen Erfolgsgrößen, insbesondere das Betriebsergebnis vor Bewertung, sowie vorhandene Reserven in die Berechnung der Deckungsmasse ein. Das Gesamtbankrisiko setzt sich aus dem unerwarteten Verlust Kredit, dem unerwarteten Verlust Wertpapier sowie dem Zinsspannen-, Beteiligungs-, Liquiditätsrisiko und den operationellen Risiken zusammen. Zusätzlich wird noch das Risiko einer Rückstellungsbildung aus der verlustfreien Bewertung des Zinsbuchs berücksichtigt. Analog zum wertorientierten Gesamtbankrisiko hat der Vorstand auch für die periodische Variante einen Anteil am Risikodeckungspotenzial zur Limitierung des Risikos auf Gesamtbankebene für das abgelaufene Geschäftsjahr festgelegt. Dieses GuV-orientierte Gesamtbanklimit war in 2017 stets eingehalten.

Die regulatorische Sicht der Risikotragfähigkeit wird allen Instituten aufsichtsrechtlich abverlangt. Zum Jahresultimo betrugen die Eigenmittel ca. 191 Mio. € und die Gesamtkapitalquote lag bei 15,7 Prozent. Die aufsichtsrechtlichen Mindestkennzahlen wären in 2017 auch nach Verlust des Limits Risikotragfähigkeit eingehalten gewesen. Demnach war die regulatorische Risikotragfähigkeit stets gegeben.

Stresstests

Mit Hilfe von Stresstests sollen die Auswirkungen von außergewöhnlichen, aber plausibel möglichen Szenarien für das Kreditinstitut aufgezeigt werden. Wir haben für alle wesentlichen Risiken aus unserer Sicht geeignete Stress-Szenarien definiert und die sich hieraus ergebenden Auswirkungen simuliert. Dabei wurden neben der Einzelrisikobetrachtung zusätzlich die Effekte auf die Risikotragfähigkeit untersucht sowie einzelne Stresstests auf regulatorische Größen projiziert.

Gemäß den MaRisk sind anhand der Stresstests auch die Auswirkungen eines schweren konjunkturellen Abschwungs auf Gesamtinstitutsebene zu analysieren. Hierfür haben wir einen entsprechenden Stresstest konzipiert und die Folgen wertorientiert wie auch periodisch und regulatorisch ermittelt.

Die Risikotragfähigkeit ist auch unter Berücksichtigung der Stresstests gegeben.

Darüber hinaus haben wir so genannte „inverse Stresstests“ durchgeführt. Diese sollen aufzeigen, welche Ereignisse die Überlebensfähigkeit der Sparkasse im Sinne des Going-Concern gefährden können. Im Ergebnis müssen unwahrscheinliche Ereignisse bzw. Marktbewegungen eintreten, um die von uns definierten kritischen Schwellen zu erreichen.

14. Gesamtbeurteilung der Risikolage

Für wesentliche Risiken haben wir angemessene Controllingprozesse implementiert, die gewährleisten, dass Risiken frühzeitig erkannt, relevante Informationen zeitnah an die Kompetenzträger weitergeleitet und Risiken gesteuert werden. Die Instrumentarien und Prozesse entsprechen unserer Strategie sowie dem Geschäftsmodell der Sparkasse und ermöglichen somit, nachteiligen Entwicklungen rechtzeitig entgegenzuwirken. Alle risikopolitischen Entscheidungen werden an der Maßgabe einer ausgewogenen Risiko-Chance-Relation sowie an der Risikotragfähigkeit ausgerichtet. Im Jahr 2017 war sowohl das wertorientierte als auch das periodische Gesamtrisikolimit stets eingehalten. Die aufsichtsrechtlichen Mindestanforderungen wären auch bei Verlust des Gesamtbanklimits erfüllt gewesen. Somit war die Risikotragfähigkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

Die Sparkasse Mainz verfügt über eine ausreichende Zahlungsfähigkeit. Unsere Hauptrefinanzierungsquelle stellt traditionell das Kundengeschäft dar. Auf dem Interbankenmarkt tätigen wir Refinanzierungsgeschäfte primär mit der Bundesbank und dem Liquiditätsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe. Wir gehen nach derzeitigem Stand davon aus, dass wir – wie in der Vergangenheit – auch künftig im Bedarfsfall zusätzliche Liquidität über den Interbankensektor generieren können. Aufgrund der lockeren Geldpolitik der EZB sind derzeit günstige Refinanzierungsbedingungen am Markt vorzufinden, so dass hierdurch keine relevanten Kostenrisiken zu erwarten wären. Zudem halten wir jederzeit eine ausreichende Liquiditätsreserve vor.

Die Geldpolitik der EZB führte zu einem historisch niedrigen Zinsniveau mit dem Phänomen „Negativzinsen“. Diese Marktverhältnisse stellen Banken und Sparkassen vor große Herausforderungen. Bei unverändertem Zinsniveau wird der Druck auf die wichtige Erfolgskomponente Zinsergebnis weiter steigen. In unserer Erfolgsplanung wurde die Zinssituation ausreichend gewürdigt, so dass wir für das Jahr 2018 keine zusätzlichen Risiken für unsere Zinsspanne erwarten. Darüber hinaus können Zinssteigerungen – deren Höhe auch von der Inflationsentwicklung abhängt – zu erhöhten Zinsänderungsrisiken führen. Nach derzeitigem Stand halten wir die vorgenannten Risiken allerdings für überschaubar und durch unser Risikodeckungspotenzial abgedeckt.

Sollten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse unserer Kreditnehmer aufgrund einer Abkühlung der allgemeinen Konjunktur verschlechtern, kann dies zu erhöhten Ausfällen im Kreditgeschäft führen. Zusätzliche Risiken aus unserem Beteiligungsportfolio können ebenfalls nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.

Unter Würdigung aller Aspekte halten wir unsere Risikolage für vertretbar. Auch für 2018 ist die Darstellung der Risiken – sowohl wertorientiert, als auch periodisch/ regulatorisch – gewährleistet. Bestandsgefährdende Risiken oder Risiken, die einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage haben, sind aktuell nicht erkennbar.

15. Prognosebericht

Die Planung unserer Vermögens-, Finanz- und Ertragsentwicklung dient der abgestimmten Ausrichtung der geschäftlichen Aktivitäten auf die Unternehmensziele der Sparkasse Mainz. Hierbei werden eine Vielzahl von internen und externen Einflussfaktoren berücksichtigt, notwendigerweise basiert das gesamte Konzept auch auf Annahmen über künftig vorherrschende Bedingungen innerhalb der Sparkasse sowie innerhalb ihres Umfeldes. Somit ist unsere Planung ein vielstufiger und revolvierender Prozess.

Durch regelmäßige Überprüfungen dieses Prozesses sowie aller Detailplanungen im Sinne einer Soll-Ist-Analyse wollen wir frühzeitig Chancen und Risiken erkennen und sachgerecht hierauf reagieren. Gleichwohl sind Planungen und Prognosen immer „Momentaufnahmen“. Die tatsächlich eintretenden Ergebnisse können von der voraussichtlichen Entwicklung abweichen.

16. Allgemeines Umfeld/ Perspektiven 2018

Fortgesetzter Aufschwung der Weltwirtschaft – unter schwebenden Risiken

Die meisten aktuellen Prognosen aus Forschungsinstituten und internationalen Organisationen gehen für 2018 von einem fortgesetzten Aufschwung der Weltwirtschaft aus. Allerdings schweben einige große Risiken über diesem Ausblick. Die Gefahr wieder auflebender protektionistischer Tendenzen ist nicht gebannt. Diese würden jedoch vor allem langfristig negativ auf Wohlstand und Wachstumsdynamik drücken, nicht unmittelbar im Zeithorizont eines Jahresausblicks. Von den Steuerreformen in den USA dürfte, unabhängig davon, wie sich deren fiskalische Nachhaltigkeit erweisen wird, kurzfristig zunächst einmal eine stimulierende Wirkung ausgehen.

Geopolitische Risiken aus militärischen Konflikten und Terror können jederzeit kurzfristigere Schocks auslösen. Außerdem sind die Schuldenstände in vielen Ländern hoch, nicht nur in Bezug auf die Staatsverschuldung, sondern auch im privaten Sektor bei Haushalten und Unternehmen, etwa in China. Auch das kann zur Belastung und Wachstumsbremse werden.

Zu den politischen Störfaktoren gehören in Europa der Brexit und darüber hinaus die unklaren Perspektiven der institutionellen Weiterentwicklung der EU und des Euroraums. All diese Risiken sind für Konjunkturprognosen kaum konkret zu kalkulieren. Die einschlägigen Vorhersagen gehen in ihren Hauptszenarien davon aus, dass die Wirtschaftsentwicklung nicht in größerer Dimension beeinträchtigt wird. Tatsächlich hat sich das Wachstum in den letzten Jahren immer wieder weitgehend immun gegenüber den komplexen Risikolagen erwiesen.

Die OECD etwa geht von einem Wachstum der Weltproduktion 2018 in Höhe von 3,7 Prozent aus. Das entspräche ungefähr dem Tempo des Vorjahres. Auch der Welthandel soll sich gemäß OECD um 4,1 Prozent ausdehnen. Das ist zwar etwas langsamer als 2017, aber immer noch eine überproportionale Rate, die eine weitere Integration der Weltwirtschaft verheißt.

In Deutschland sind alle Voraussetzungen für weiteres Wachstum erfüllt

In einem solchen freundlichen außenwirtschaftlichen Umfeld kann auch die deutsche Wirtschaft ihren Aufschwung kraftvoll fortsetzen. Der Außenhandel könnte dann erneut einen Beitrag zum Wachstum leisten. Der Hauptantrieb stützt sich hierzulande aber auf die Binnennachfrage und ihre robusten Fundamente. Die gute Beschäftigungslage und Einkommensentwicklung, anhaltend günstige Finanzierungsbedingungen, die Abwesenheit von breiten kreditfinanzierten Überkapazitäten und die soliden Staatsfinanzen verleihen der deutschen Wirtschaft eine sehr solide Basis.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt könnte 2018 insgesamt in der Größenordnung von 2,5 Prozent zulegen. Diese und die folgenden quantitativen Aussagen zur deutschen Entwicklung im Jahr 2018 sind orientiert an der Prognose der Deutschen Bundesbank vom 15. Dezember 2017.

Die Deutsche Bundesbank veranschlagt ein Wachstum der privaten Konsumausgaben um 1,7 Prozent sowie des staatlichen Verbrauchs um 1,8 Prozent. Die Sparquote der privaten Haushalte würde in diesem Szenario ein Stück zulegen und wohl die Zehn-Prozent-Marke überschreiten.

In Einklang mit der „Story“ eines reifen Aufschwungs mit 2018 als dem fünften Jahr in Folge mit einem Wachstum über dem Potenzialpfad und mit einer weitersteigenden Kapazitätsauslastung sollte die Investitionstätigkeit überproportional zulegen.

Die Bundesbank veranschlagt für die Bruttoanlageinvestitionen einen Anstieg um gut vier Prozent, dabei – anders als noch 2017 – die Unternehmensinvestitionen mit über viereinhalb Prozent als die stärkere Teilkomponente im Vergleich mit dem Wohnungsbau. Aber auch der Wohnungsbau dürfte sich mit einem Produktionswachstum von annähernd drei Prozent immer noch recht dynamisch entwickeln.

Trotz der 2018 einmal mehr zu erwartenden neuen Rekordstände bei der Zahl der Erwerbstätigen bzw. weiterer Rückgänge der Arbeitslosenquoten, die zunehmende Engpässe anzeigen, dürfte der Lohn- und Preisdruck 2018 noch überschaubar bleiben. Die meisten der gängigen Prognosen sehen auf der Ebene der Verbraucherpreise ähnliche Raten wie im Vorjahr voraus, wobei die Kernraten sich in der Nähe der Gesamtrate einpendeln dürften. Die Bundesbank sieht etwa bei den Nahrungsmittelpreisen eine leicht überdurchschnittliche, dafür bei den Energiepreisen eine unterdurchschnittliche Entwicklung voraus.

Euroraum ebenfalls mit guter Konjunktur – Geldpolitik bleibt trotzdem festgelegt

Der Euroraum, der 2017 sogar etwas stärker als Deutschland gewachsen ist, dürfte auch 2018 wieder eine vergleichbar gute Rate erreichen. Weil der Aufholprozess gemessen am Arbeitsmarkt und der Kapazitätsauslastung aber in den meisten Ländern noch nicht so weit gediehen ist wie in Deutschland, bleibt der Preisauftrieb auf der Ebene des gesamten Währungsraums noch etwas geringer. Das Eurosystem veranschlagt in seinen Projektionen vom Dezember 2017 für 2018 eine HVPI-Jahresrate von 1,4 Prozent.

Damit begründet die EZB ihren immer noch expansiven Kurs. Sie hat sich weitgehend für das gesamte Jahr 2018 festgelegt. Ihre Anleihekäufe hat sie bereits beschlossen, bis mindestens September 2018 fortzusetzen, auch wenn das monatliche Kaufvolumen, startend mit dem Januar 2018, halbiert wurde. Erst nach dem Ende der Netto-Ankäufe will die EZB gemäß ihrer „Forward Guidance“ an eine Änderung der Leitzinsen gehen. Im Laufe des Jahres 2018, wohl spätestens im Sommer, sind Signale zu erwarten, wie es mit dem Ankaufprogramm nach September 2018 weitergeht.

Geschäftserwartungen der Sparkasse Mainz

Als eines der ältesten Kreditinstitute der Region sind wir uns unserer herausragenden Bedeutung für Bürger, regionale Wirtschaft und kommunale Körperschaften bewusst. Die Erfüllung des öffentlichen Auftrages, unsere heimische Region mit allen kreditwirtschaftlichen Leistungen zu stärken und zu fördern, ist oberstes Ziel unseres Handelns. Um dieses Ziel zu verwirklichen und um unserer sozialen Verantwortung unseren Mitarbeitern gegenüber nachzukommen, ist es unerlässlich, über ein gesundes wirtschaftliches Fundament zu verfügen und dieses weiter über die Generierung von Ertrag zu stärken.

Wir gehen davon aus, dass die aktuell prognostizierten wirtschaftlichen Entwicklungen und Rahmenbedingungen auch unseren künftigen Geschäftserfolg merklich beeinflussen werden. Dabei wird die Ertragslage für das Jahr 2018 weiterhin dominiert von der anhaltenden (Niedrig-)Zinssituation, für die sich auch kurzfristig keine wesentliche Veränderung abzeichnet. Dies bedeutet, dass für Kundenforderungen, für die eine längere Zinsbindungsfrist abläuft, eine Prolongation nur zu einem wesentlich niedrigeren Zinssatz möglich ist. Die Masse der Kundenverbindlichkeiten dagegen kennt keine langen Zinsbindungsfristen und ist daher weitgehend bereits auf dem aktuellen Zinsniveau angekommen.

Unseren Planungen haben wir im Wesentlichen die folgenden Annahmen zugrunde gelegt:

1. Eine weiter anhaltende Niedrigzinsphase mit konstant bleibenden Zinsen im kurzfristigen sowie zunächst leicht steigenden Zinsen im mittel- und  langfristigen Bereich,

2. ein Wachstum von knapp 2 Prozent im Kundenkreditgeschäft sowie ein weitgehend unveränderter Wertpapiereigenbestand,

3. ein Wachstum der Kundeneinlagen von knapp 1 Prozent bei einer gleichzeitigen Strukturverschiebung von Spareinlagen hin zu kurzfristigen Sichteinlagen.

Davon ausgehend erwarten wir – nach einem wiederum sehr guten Ergebnis in 2017 – für das laufende Jahr einen Zinsüberschuss deutlich unter dem Niveau des Vorjahres in einer Größenordnung um 36,1 Mio. €. Beim Provisionsergebnis streben wir für die kommenden Jahre eine leichte Steigerung gegenüber dem aktuellen Niveau an.

Bei den Personal- und Sachaufwendungen kalkulieren wir unter Berücksichtigung der tariflichen Lohnerhöhungen sowie unserer geplanten Investitionen zur weiteren Optimierung der vertrieblichen Infrastruktur mit einem Ergebnis über Vorjahresniveau in einer Größenordnung von rund 39 Mio. €. Begründet liegt diese Ausweitung in anstehenden Investitionen in unsere vertrieblichen Strukturen. In der Summe dürften diese Erwartungen zu einem Betriebsergebnis vor Bewertung unter Vorjahresniveau (ca. 15 Mio. €) führen.

Für das Jahr 2018 rechnen wir mit einem Bewertungsaufwand im Kreditgeschäft in Höhe von etwa 3 Mio. €. Allerdings sehen wir auch realistische Chancen, aufgrund der erfolgten konsequenten Bereinigung unseres Kreditportfolios sowie unserer moderaten Risikopolitik, einen niedrigeren Bewertungsaufwand erreichen zu können. Bei den Eigenanlagen gehen wir von einem Abschreibungsbedarf von ebenfalls ca. 3 Mio. € aus. Auch in diesem Segment sind wir mit unseren Steuerungsinstrumenten gut aufgestellt. Unter Zugrundelegung des vorsichtig angesetzten Bewertungsaufwandes würde sich das Betriebsergebnis nach Bewertung – ohne Berücksichtigung von Vorsorgereserven – rückläufig entwickeln.

Sollten unsere Konzepte noch besser als erwartet anschlagen und auch die Rahmenbedingungen unterstützend wirken, ist eine Steigerung unseres Ergebnisses über die Plangrößen hinaus möglich.

Für die nächsten Geschäftsjahre planen wir die Entwicklung unseres operativen Ergebnisses auf einer konservativen Basis. Aufgrund unseres stringenten Kostenmanagements dürfte der Verwaltungsaufwand in den Jahren 2019 und 2020, freilich auch abhängig von durch uns nicht zu beeinflussenden Faktoren (wie beispielsweise Tariferhöhungen) tendenziell in der derzeitigen Größenordnung bzw. leicht darunter liegen. Aufgrund eines rückläufigen Zinsüberschusses erwarten wir für die kommenden Jahre ein Betriebsergebnis vor Bewertung, das unter dem aktuellen Niveau liegt. Unter Vorsichtsgesichtspunkten kalkulieren wir aus heutiger Sicht auch mittelfristig mit einem Bewertungsaufwand analog der Planung für das Jahr 2018.

Insgesamt setzen wir uns weiterhin ehrgeizige, aber nicht unrealistische Ziele für die nächsten Jahre. Diese gilt es, mit dem Engagement aller unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreichen. Auch wenn die Technisierung in unserer Branche immer weiter voranschreitet, so bleiben unsere motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unser Kapital, um auch künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein und den Bürgern, Unternehmen und kommunalen Körperschaften weiterhin als verlässlicher und leistungsstarker Partner zur Seite zu stehen.

Mainz, im März 2018

Sparkasse Mainz

Der Vorstand

Thorsten Mühl                    Michael Weil

17. Bericht des Verwaltungsrates

Der Verwaltungsrat erfüllte im Jahre 2017 die ihm aufgrund der sparkassenrechtlichen Bestimmungen obliegenden Aufgaben. Er wurde durch den Vorstand über alle grundsätzlichen Fragen der Geschäftspolitik und über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Sparkasse Mainz unterrichtet.

Der Vorstand hat dem Verwaltungsrat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht für das Jahr 2017 vorgelegt. Die Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz hat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht für das Jahr 2017 geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Verwaltungsrat hat in seiner Sitzung am 07. Juni 2018 den Jahresabschluss 2017 festgestellt und den Lagebericht gebilligt.

Der mit dem Jahresüberschuss identische Bilanzgewinn in Höhe von 2.023.400,82 € wird mit einem Teilbetrag von 419.116,60 € an die Träger der Sparkasse Mainz ausgeschüttet. Der verbleibende Teilbetrag in Höhe von 1.604.284,22 € wird der Sicherheitsrücklage zugeführt.

Mainz, den 07. Juni 2018

Dorothea Schäfer

Landrätin

Vorsitzende des Verwaltungsrates