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Jahresabschluss 20152018-06-25T18:08:21+00:00

Alle Themen im Überblick

Der Jahresabschluss enthält neben der Jahresbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung Informationen zu unseren Organen und der Geschäftsentwicklung.

1. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft war 2015 im Mittelfeld des Euroraums angesiedelt. Die Jahresrate des realen Bruttoinlandsproduktes (BIP) erreichte hierzulande nach der ersten amtlichen Schätzung 1,7 Prozent. Bei zwei Arbeitstagen mehr, die 2015 gegenüber dem Vorjahr zur Verfügung standen, entsprach dies einem arbeitstäglich bereinigten Wachstum von 1,5 Prozent. Das Wachstum verlief dabei recht gleichmäßig in den einzelnen Quartalen.

Die stetige wirtschaftliche Entwicklung zeigte sich von den im Jahresverlauf wechselnden geopolitischen Risiken und Krisen (Griechenland, Ukraine, Terroranschläge) nicht grundlegend erschüttert. Bei dieser Stabilität halfen sicherlich die Stützung durch die günstige Finanzierungssituation, die Abwertung des Euro und der Kaufkraftgewinn durch das billige Öl.

Der Export Deutschlands legte 2015 real um 5,4 Prozent zu. Das ist deutlich mehr als in den vorangegangenen Jahren, was angesichts des Gegenwindes von der Weltwirtschaft einerseits durchaus beachtlich ist. Doch andererseits relativiert sich der Anstieg vor dem Hintergrund der eingetretenen starken Abwertung, die dem deutschen Export auf den Weltmärkten zu einer erheblichen Verbesserung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit verhalf. Gleichzeitig stiegen die Importe nach Deutschland sogar um real 5,7 Prozent. Vom Außenhandel ging deshalb unter dem Strich in der Realbetrachtung kaum ein Wachstumsimpuls für die deutsche Wirtschaft aus. Aber selbst wenn der mengenmäßige Gütersaldo sich kaum verändert hat, haben der nominale Außenbeitrag und der Leistungsbilanzsaldo 2015 neue Rekordmarken erreicht.

Das liegt an der unterschiedlichen Preisentwicklung von Exporten und Importen. Die Importrechnung hat sich durch den Rohstoffpreisverfall deutlich verbilligt. Treiber des realen Wachstums war aber die inländische Güterverwendung. Die starke binnenwirtschaftliche Nachfrage machte allein 1,6 Prozentpunkte der Gesamtwachstumsrate von 1,7 Prozent aus. Besonders der Konsum expandierte kräftig. Der private Konsum konnte sich auf eine weiter ausgebaute Beschäftigungslage, steigende Löhne und die hohe verbleibende Kaufkraft angesichts des geringen Preisauftriebs stützen. Der Verbrauch der Haushalte legte real um 1,9 Prozent zu.

Der Staatskonsum erhöhte sich real sogar noch stärker als der private und zwar um 2,8 Prozent. Dazu trugen auch die Ausgaben für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge und für erste Integrationsmaßnahmen bei. Die Bruttoanlageinvestitionen wuchsen 2015 mit 1,7 Prozent nur halb so schnell wie 2014. Auch die relativ dynamischste Investitionskategorie der Ausrüstungsinvestitionen sieht nur auf den ersten Blick wachstumsstärker aus. Die Ausrüstungen konnten real zwar um 3,6 Prozent zulegen, also immerhin überproportional zum BIP. Doch für die gute konjunkturelle Situation und gemessen an der gedrückten Ausgangsbasis ist dieser Anstieg bei der sehr zyklischen Komponente der Ausrüstungen recht wenig. Auch hier war es 2015 eine schwächere Rate als noch 2014.

Die eigentliche Enttäuschung waren 2015 aber die Bauinvestitionen. Bei ihnen betrug das Plus 2015 insgesamt sogar nur 0,2 Prozent. Dabei lief der Wohnungsbau recht gut. Aber öffentlicher und gewerblicher Bau lagen beide im Minus. Insgesamt wuchsen die Anlageinvestitionen um 1,7 Prozent, also gerade einmal im Einklang mit dem BIP.

Die Entwicklung des Jahres 2015 am deutschen Arbeitsmarkt reiht sich ein in die inzwischen langjährige Erfolgsgeschichte. Zum zehnten Mal in Folge konnte ein neuer Rekord bei der Zahl der Erwerbstätigen vermeldet werden. 2015 betrug der Zuwachs noch einmal 329.000. Damit wurde erstmals die Marke von 43 Mio. Erwerbstätigen in Deutschland erreicht. Die Zahl der Arbeitslosen lag durch die zunehmende Zahl von Beschäftigung suchenden Erwerbspersonen zugleich ebenfalls leicht höher. Aber die Arbeitslosenquote ist noch einmal auf 6,4 Prozent (in der Definition der Bundesagentur für Arbeit) leicht zurückgegangen.

Die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer sind 2015 um 2,9 Prozent gestiegen. Netto entsprach dies einem Zuwachs von 2,4 Prozent. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte in der Summe waren 2015 nominal um 2,8 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Das genügte,um das Wachstum der Konsumausgaben zu finanzieren. Im Ergebnis stieg die Sparquote der privaten Haushalte – ungerührt von den niedrigen Zinsen – noch einmal leicht von 9,5 Prozent 2014 auf 9,7 Prozent in 2015.

Trotz der höheren staatlichen Konsumausgaben hat sich der Finanzierungssaldo des Staatssektors weiter in den Überschuss bewegt. Die Einnahmen stiegen noch stärker als die Ausgaben. Inzwischen haben auch die Bundesländer zusammengefasst einen ausgeglichenen Budgetsaldo erreicht. Gemeinden und Sozialversicherungen haben jeweils in ihren Gruppen einen leichten Überschuss. Am größten war der positive Saldo beim Bund. Auf gesamtstaatlicher Ebene addieren sich die Überschüsse zu 0,5 Prozent des BIP.

Der Bruttoschuldenstand des deutschen Staatssektors reduzierte sich Ende 2015 angesichts der günstigen Entwicklung mit Wachstum und zugleich leichten Budgetüberschüssen auf 71,4 Prozent des BIP. Das sind 3,5 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. Im Euroraum insgesamt stieg der staatliche Schuldenstand dagegen weiter leicht an von 94,0 auf 94,5 Prozent des BIP.

2. Finanzmärkte

Der Fall des Ölpreises, der schon im Sommer 2014 von einem Niveau von 110 US-Dollar pro Fass der Sorte Brent kommend eingesetzt hatte, setzte sich in mehreren Schüben auch 2015 fort. Ende 2015 kam die Preismarke von 30 US-Dollar in Sicht. Durch diese starke Verbilligung blieben die Einfuhrpreise insgesamt, die Erzeugerpreise und letztlich auch die Verbraucherpreise unter erheblichem Abwärtsdruck.

Die Verbraucherpreise stiegen in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2015 gemessen an der nationalen statistischen Definition nur um 0,3 Prozent. Gemäß europäisch harmonisiertem Verbraucherpreisindex (HVPI) waren es sogar nur 0,1 Prozent. Rechnet man die stark gefallenen Energiepreise heraus (sowie die zyklischen/administrierten Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak) dann ergab sich auf Basis des HVPI eine „Kernrate“ der deutschen Verbraucherpreise von 1,1 Prozent. Im Euroraum sind die Verbraucherpreise 2015 im Jahresdurchschnitt völlig stabil geblieben. Die Kernrate aus dem HVPI lag dort bei 0,8 Prozent.

Im März 2015 hat das Eurosystem sein Anleihekaufprogramm, seine Form eines „Quantitative Easing“ begonnen. Seither werden Covered Bonds, Asset Backed Securities, vor allem aber Staatsanleihen in einem Volumen von monatlich 60 Mrd. Euro durch die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken erworben. Damit hat die EZB auf die anhaltend schwache Preisentwicklung reagiert. Vor allem will sie die langfristigen Inflationserwartungen bei ihrem Zielwert verankert halten. Angeblich sieht sie dabei in einer mittelfristigen Orientierung durch die kurzfristig vom Ölpreis überproportional gedrückten Inflationsraten hindurch.

Angesichts der fortgesetzten konjunkturellen Erholung und auch einer aus der Schrumpfung gedrehten Entwicklung bei den Kreditbeständen sind allerdings keine Deflationsgefahren mehr akut. Dennoch hat die EZB im Dezember 2015 dann noch einmal expansive Maßnahmen beschlossen.
Das Ankaufprogramm wurde zeitlich verlängert und damit im Zielvolumen aufgestockt. In dem erworbenen Portfolio zur Tilgung fällig werdender Beträge sollen zudem umgehend reinvestiert werden. Außerdem wurde die zuvor bereits negative Verzinsung auf der Einlagefazilität noch einmal um 10 Basispunkte auf zum Jahresende 2015 dann -0,3 Prozent gesenkt.

Demgegenüber hat die Federal Reserve für den US-Dollar zum Jahresende eine erste Leitzinsanhebung vorgenommen. Zuvor hatte sie diese schon länger ins Auge gefasste Maßnahme mehrmals verschoben, zuletzt im Sommer 2015 wegen der Börsenturbulenzen in China.

3. Regionale Wirtschaft

Die rheinland-pfälzische Wirtschaft zeigte sich im abgelaufenen Jahr weiterhin in einer robusten Verfassung. So berichten nach Aussage der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz mehr als 90 Prozent der Unternehmen von zufriedenstellenden bis guten Geschäften. Hierbei wurden insgesamt mehr als 1.000 Unternehmen in unserem Bundesland befragt.

Gleichwohl trübt sich die Stimmung für die kommenden zwölf Monate ein Stück weit ein. Hierzu tragen insbesondere Sorgen um den Inlandsabsatz, die Arbeitskosten und die Entwicklung der Exportmärkte bei. Zusätzlich führen auch globale Entwicklungen zu Verunsicherungen. In einer IHK-Umfrage zeigen sich viele Unternehmen wegen der nach wie vor nicht ausgestandenen Schuldenkrise in Griechenland, der Wachstumskrise in China sowie in einigen Schwellenländern oder auch wegen des Nachfrageeinbruches in Osteuropa, ausgelöst durch den Russland-Ukraine-Konflikt, besorgt.

In den rheinhessischen Unternehmen blieb die Stimmungslage auch zum Jahreswechsel 2015/2016 weiterhin gut. Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen zeigen, dass sich die rege Geschäftstätigkeit aus den Herbstmonaten auch im Winter fortsetzt. Zugleich bleiben die Erwartungen für das angelaufene Jahr unverändert optimistisch.

4. Geschäftliches Umfeld unserer Sparkasse

Die Sparkassen in Deutschland verzeichnen seit vielen Jahren ein stabiles Wachstum. Diese positive Geschäftsentwicklung unterstreicht einmal mehr das Vertrauen der Kunden in den Sparkassensektor als verlässlicher Geschäftspartner und Stabilisator der Finanzmärkte.

Die 409 Sparkassen (Stand Januar 2016) sind in Deutschland mit einem dichten Netz von rund 14.900 Geschäftsstellen auch in kleinen Gemeinden vertreten. Sie stellen ein flächendeckendes kreditwirtschaftliches Angebot für alle Teile der Bevölkerung sicher. In den Sparkassen sind insgesamt ca. 240.000 Mitarbeiter tätig. Die zusammengefasste Bilanzsumme beläuft sich per Ende 2014 auf 1.127 Mrd. €.

Die Sparkassen betreiben als Universalkreditinstitute alle üblichen Bankgeschäfte mit privaten Haushalten, Unternehmen – insbesondere aus Mittelstand und Handwerk -, den Kommunen und institutionellen Kunden. Sie unterliegen dem Regionalprinzip. Danach stimmt das Geschäftsgebiet einer Sparkasse im Allgemeinen mit dem Gebiet des jeweiligen kommunalen Trägers überein.

Weitere wichtige Eckpunkte der Sparkassen sind ihre Gemeinwohlorientierung, ihre kommunale Bindung, die dezentrale Unternehmerverantwortung und die Zusammenarbeit im Verbund mit den anderen Einrichtungen der Sparkassen-Finanzgruppe.

Unsere Sparkasse ist in Anbetracht der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die insbesondere von der anhaltenden Niedrigzinsphase geprägt werden, mit dem erzielten Geschäftsergebnis uneingeschränkt zufrieden. Dies zusätzlich auch deswegen, weil am Bankenplatz Mainz mit einer Vielzahl von Mitbewerbern traditionell ein starker Konditionenwettbewerb herrscht.

Den gestellten Anforderungen versuchen wir als Sparkasse Mainz aktiv zu begegnen. So setzen wir, neben qualitativ hochwertigen Produkten, auf reibungslose Prozesse, um Kundenzufriedenheit, Wettbewerbsfähigkeit und ein hohes Maß an Effizienz zu realisieren. Auf der Basis von konsequent umgesetzten Standards aus dem Qualitätsmanagement werden dabei kontinuierlich Verbesserungs- und Innovationspotenziale identifiziert und die Produkt- und Dienstleistungsqualität erhöht. Entscheidend für unseren Erfolg ist, dass sich die entwickelten Lösungen stets an den Bedürfnissen des Kunden orientieren.

Dabei entsprach die Geschäftsentwicklung im Jahr 2015 grundsätzlich den im Lagebericht für 2014 formulierten Prognosen. Gleichwohl konnten wir die wesentlichen Ertrags- bzw. Aufwandspositionen gegenüber unseren Planungen durchweg so steuern, dass hier unsere jeweiligen Erwartungen zumindest leicht übertroffen wurden. Entsprechend gestaltete sich unsere Geschäftsentwicklung insgesamt günstig.

Auch unser Jahresergebnis bewegt sich seit vielen Jahren auf einem stabilen Niveau; wir konnten unsere Eigenkapitalbasis weiter stärken. Die einzelnen Erfolgsfaktoren und deren Entwicklung sind nachfolgend im Detail dargestellt.

5. Bilanzsumme und Geschäftsvolumen

Die Bilanzsumme zum Stichtag 31.12.2015 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreswert erneut. Dabei beträgt die Steigerung im Jahr 2015 absolut 115,6 Mio. € oder 5,6 Prozent. Mit einer Bilanzsumme im abgelaufenen Geschäftsjahr von nunmehr 2.168 Mio. € liegt die Sparkasse Mainz weiterhin – wie seit einigen Jahren – konstant über der Grenze von 2 Mrd. €. Ebenso steigerte sich die durchschnittliche Bilanzsumme (DBS) mit 2.098 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (2.056 Mio. €).

Das Geschäftsvolumen, welches sich aus Bilanzsumme und Eventualverbindlichkeiten zusammensetzt, erhöhte sich um 6,8 Prozent auf 2.218 Mio. €.

6. Einlagengeschäft

In einem weiterhin schwierigen Marktumfeld konnten die bilanzwirksamen Kundeneinlagen erneut deutlich um 6,5 Prozent (105,3 Mio. €) ausgeweitet werden. Getragen wird diese Steigerung ausschließlich durch eine weitere Zunahme bei den täglich fälligen Einlagen (+ 161,3 Mio. €). Unsere Spareinlagen haben sich leicht zurückentwickelt, Termingelder haben insgesamt nur noch eine geringfügige Bedeutung.

Alles in allem besteht vor dem Hintergrund des historisch niedrigen Zinsniveaus bei unserer Sparkasse, wie auch bei anderen Instituten, weiterhin ein Trend zur Anlage in kurzfristig verfügbaren Anlageformen. Insbesondere Privatpersonen „parken“ ihre Gelder in Sichteinlagen.

Auch im außerbilanziellen Wertpapier- und Depotgeschäft konnten wir wiederum merkliche Zuwächse erzielen, so dass unsere (bilanziellen und außerbilanziellen) Bestände gegenüber dem Geschäftsjahr 2014 insgesamt um 6,6 Prozent oder 131,5 Mio. € auf nunmehr 2.124,2 Mio. € gewachsen sind. Insgesamt sind die geschilderten Entwicklungen bei den Kundeneinlagen besonders auf das andauernd niedrige Zinsniveau zurückzuführen, welches eine Anlage in festverzinslichen Produkten mit einer festgelegten, längeren Laufzeit für unsere Kunden grundsätzlich wenig attraktiv erscheinen lässt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten blieben mit einem Wert von 246,4 Mio. € nahezu unverändert.

7. Kreditgeschäft und Geldanlagen

Traditionell wird die Aktivseite der Bilanz unseres Hauses vom Kreditgeschäft mit Kunden geprägt. Hier konnten wir, sicherlich nicht unbeeinflusst durch die andauernde Niedrigzinsphase, die Kreditvergabe erneut ausweiten.

Insgesamt nahm das Kreditvolumen gegenüber 2014 um 9,9 Prozent (+145,5 Mio. € auf nunmehr 1.614,2 Mio. €) zu. Diese Entwicklung liegt zum einen in der deutlichen Zunahme der Forderungen gegenüber den öffentlichen Haushalten (+60,9 Prozent auf 133,9 Mio. €) begründet, wobei die Inanspruchnahmen von kurzfristigen Krediten erfahrungsgemäß im Jahresverlauf deutlichen Schwankungen unterliegen.

Gleichzeitig war eine verstärkte Nachfrage nach Krediten von Unternehmen (+9,4 Prozent auf 507,3 Mio. €) sowie wiederum nach Immobilienfinanzierungen (+5,6 Prozent auf 868,9 Mio. €) zu verzeichnen. Unser Konsumentenkreditgeschäft konnte hingegen nur leicht ausgeweitet werden (+0,3 Prozent auf 81,3 Mio. €).

Im Ganzen sind wir mit der Entwicklung unseres Aktivgeschäftes zufrieden. Die diesbezügliche Zielerreichung übertrifft die Planung in nennenswertem Maße.

Unsere Eigenanlagen in Form von Bankguthaben und Wertpapieren wurden um 1,5 Prozent auf 483,9 Mio. € zurückgeführt.

8. Provisionsgeschäft

Wertpapiergeschäft

Sicherlich nicht unbeeinflusst durch die anhaltende Niedrigzinsphase reduzierte sich die Handelstätigkeit unserer Kunden in Wertpapieren in nennenswertem Umfang. Insgesamt betrug der Rückgang bei der Umsatzentwicklung (Summe der Umsätze in Investmentfonds, Aktien, Optionsscheinen und festverzinslichen Wertpapieren) 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Anlageschwerpunkt lag bei Investmentfonds.

Verbundgeschäft

Das Umfeld, in dem die Sparkasse Mainz ihre Kunden durch alle jeweiligen Lebensphasen begleitet, ist weiterhin anspruchsvoll. Dauerhafte Niedrigzinsen wirken sich massiv auf verschiedene finanzielle Lebensentscheidungen aus und das oft in gegensätzlicher Weise.

Während es beispielsweise für Kunden mit Immobilienfinanzierungen darum geht, sich das heutige Zinsniveau möglichst lange zu sichern, sind für die Geldanlage Lösungen gefragt, die den Kunden auch im aktuellen Zinsumfeld die Chance auf eine attraktive Rendite eröffnen.

Um ihrer Rolle als kompetenter, ganzheitlicher Lebensbegleiter in Finanzangelegenheiten gerecht werden zu können, ist die Sparkasse Mainz auf leistungsstarke Verbundpartner angewiesen. Gemeinsam mit den Produktspezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe kann die benötigte Vielfalt an unterschiedlichen Produktlösungen gewährleistet werden.

Für die Geldanlage und Vermögensbildung sind bei unseren Kunden zunehmend Lösungen unseres Verbundpartners DekaBank gefragt. Die DekaBank mit ihrem Produktportfolio gewann 2015 zahlreiche Top-Ratings und Auszeichnungen. Bei der Verleihung der renommierten Scope-Awards wurde sie gleich zweifach ausgezeichnet: in der Kategorie „Retail-Zertifikate Primärmarkt“ als bester Emittent und in der Kategorie „Globale Offene Immobilienfonds für Privatanleger“ für das Management des Offenen Immobilienfonds Deka-ImmobilienGlobal.

Bei den Euro Fund-Awards im Januar 2016 erhielten sieben Deka-Fonds insgesamt 14 Auszeichnungen für ihre Wertentwicklung. Im „Fonds-Kompass“ der Zeitschrift Capital wurde die Deka im Februar 2016 erneut mit der Höchstnote von fünf Sternen ausgezeichnet. In der Rubrik „Fondsqualität“ erreichte sie dabei das beste Ergebnis aller großen deutschen Fondsanbieter.

Gemeinsam mit unserem Verbundpartner LBS Rheinland-Pfalz haben wir auch in 2015 vielen unserer Kunden dabei helfen können, langfristige Planungssicherheit bei der Finanzierung ihre Immobilie zu gewinnen.

Das gestiegene Absatzvolumen von Bausparverträgen zeigt, dass die Niedrigzinsen mit Hilfe dieses Instruments gezielt für die Realisierung oder Anschlussfinanzierung von Immobilienvorhaben genutzt werden. Die LBS Rheinland-Pfalz stellte in diesem Zusammenhang landesweit eine deutliche Zunahme im bausparunterlegten Kreditgeschäft, der sogenannten Tilgungsbausparverträge, fest.

Geschäftspolitisch gab es für die LBS Rheinland-Pfalz in 2015 eine wegweisende Entscheidung. Im Laufe des Jahres 2016 werden die LBS Baden-Württemberg und die LBS Rheinland-Pfalz zur LBS Südwest fusionieren. Diese kommt auf eine aggregierte Bilanzsumme von rund 17 Milliarden Euro. Damit entsteht die größte Landesbausparkasse Deutschlands. An den Standorten Stuttgart, Karlsruhe und Mainz werden zukünftig rund 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten.

Bei der privaten und geförderten Altersvorsorge steht für unsere Kunden nach wie vor der Erfolgsträger IndexGarant unseres Verbundpartners SV SparkassenVersicherung im Mittelpunkt. Steigenden Kundenzuspruch verzeichneten wir abermals bei Kompositversicherungen. Auch im Jahr 2015 wurde die SV für ihre Produkt- und Servicequalität vielfach ausgezeichnet. So erhielt sie unter anderem von der Zeitschrift Finanztest im Segment Berufsunfähigkeitsversicherungen die Note „Sehr gut“. Auch der Kundenfavorit IndexGarant erreichte in der Untersuchung durch das Institut für Vorsorge und Finanzplanung abermals ein „Sehr gut“ und wurde damit seit seiner Einführung durchgehend mit der Spitzennote bewertet.

FocusMoney zeichnete die SV gleich in mehreren Kategorien aus. Darunter die Kundenberatung, die Leistungsabwicklung und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch für die Kundenkommunikation, das Nachhaltigkeitsverhalten sowie als fairster Vollversicherer erhielt die SV jeweils Bestnoten.

Für die S Immofinanz Mainz GmbH war 2015 nicht nur das Jahr des 25jährigen Firmenjubiläums, sondern auch das bisherige Rekordjahr in der Unternehmensgeschichte. Die 100-prozentige Tochter der Sparkasse Mainz für das Maklergeschäft profitierte dabei von mehreren Faktoren. Neben einem günstigen Marktumfeld ist dieses Ergebnis vor allem auf das über Jahre hinweg sorgsam aufgebaute Vertrauen der Kunden, das Know-how und eine erstklassige Marktposition zurückzuführen. In 2015 wurden Immobilien im Gesamtwert von über 41 Mio. € vermittelt.

Neben dem weiterhin sehr erfolgreich vermarkteten Projekt Dock1Mainz wurden weitere Immobilienprojekte wie z. B. das Hessendenkmal in Mainz-Finthen sowie neue Bauabschnitte in den Gebieten Niersteiner Schlossgärten und dem Wohnpark an der Ludwig-Eckes-Allee in Nieder-Olm in den Vertrieb genommen.

9. Investitionen

Schwerpunkte unserer Investitionstätigkeit lagen im Jahr 2015 auf einem kundenorientierten Ausbau unserer Vertriebswege. So konzentrieren wir uns hier weiterhin auf die Anforderungen, die unsere Kunden an eine zeitgemäße Leistungserbringung ihrer Sparkasse auf den verschiedenen Vertriebskanälen stellen.

Zur Jahresmitte wurde ein Kunden-Servicecenter (KSC) etabliert, welches über die Vertriebskanäle „Telefon, Fax, E-Mail und Internet“ ein breites Spektrum an Serviceprozessen für unsere Kunden zur Verfügung hält.

Die technologische Basis dieses Kunden-Servicecenter wurde im 2. Halbjahr auf eine zentrale – von unserem Rechenzentrum standardisierte – Lösung umgestellt. In Oppenheim haben wir mit dem Neubau eines BeratungsCenters begonnen, das Mitte des laufenden Jahres eröffnet werden soll.

Gleichzeitig wurden zur Jahresmitte 2015 sechs bemannte Geschäftsstellen mit benachbarten Geschäftsstellen zusammengelegt. 38 Selbstbedienungsgeräte, sowohl Geldauszahlungsautomaten als auch Selbstbedienungsterminals, wurden ausgetauscht. Insgesamt haben wir den gesamten SB-Gerätepark auf ein neues, sichereres Betriebssystem umgestellt.

Darüber hinaus wurden im Stadtgebiet von Mainz zwei Gewerbeimmobilienflächen in insgesamt vier Wohnungen umgewandelt und vermietet.

10. Personal

Die Sparkasse beschäftigte Ende 2015 insgesamt 454 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Bezügen (ohne Vorstand), darunter 144 Teilzeitbeschäftigte und 35 Auszubildende. Die Gesamtzahl der Beschäftigten ist somit zum Stichtag 31.12.2015 gegenüber dem Vorjahreswert (460) leicht rückläufig.

Der Personalaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp 300 T€ auf 24.981 T€. Wesentlicher Faktor für diesen Anstieg waren erneut die tarifvertraglichen Gehaltssteigerungen.

Das 2010 eingeführte System zur Prämierung überdurchschnittlicher Leistungen im Markt wurde in 2015 erfolgreich weitergeführt und es wurden 137 T€ an die Mitarbeiter und Führungskräfte in den Marktbereichen ausgeschüttet.

Schwerpunkte unseres betrieblichen Weiterbildungsangebotes im Jahr 2015 waren die Vermittlung der Neuerungen im Prozess Anlageberatung für Wertpapierberater und im Beratungsprotokoll, Schulungen zur kommunikativen Umsetzung der Prozesse im Kunden-Servicecenter sowie Workshops zur Ausgestaltung des neuen Kreditkartenangebotes. Unser Fortbildungsangebot von insgesamt 127 Veranstaltungen wurde 1.412 mal von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wahrgenommen. Diese Zahlen zeigen erneut, dass die Sparkasse Mainz sehr großen Wert auf aktuelle Fachkenntnisse ihrer Mitarbeiter legt, um den Kunden Bestleistungen in Service und Beratung bieten zu können.

Unsere Auszubildenden schlossen alle überwiegend unbefristet ihre Berufsausbildung erfolgreich ab. Sie erhielten eine Übernahmeofferte. Wir freuen uns über das positive Abschneiden unseres Nachwuchses und werten dies als einen deutlichen Hinweis auf den weiterhin hohen Qualitätsstandard unserer Ausbildung. Im Jahr 2015 wurden erneut 5 Altersteilzeit-Vereinbarungen abgeschlossen. Somit bestehen zurzeit insgesamt 24 Vereinbarungen auf Basis der Dienstvereinbarung aus dem Jahr 2011.

Das seit vielen Jahren bewährte System der variablen Arbeitszeit wurde im Jahr 2015 unverändert weitergeführt.

11. Finanzlage

DDie Sparkasse war aufgrund einer planvollen und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge jederzeit zahlungsbereit.

Dabei bilden die Rechtsgrundlagen zur Liquiditätssteuerung der Kreditinstitute auf europäischer Seite die Capital Requirements Regulation (CRR), ausgestaltet durch die Liquiditätsdeckungsanforderungen (LCR), sowie auf nationaler Ebene die Bestimmungen der Liquiditätsverordnung.

Die CRR als übergeordnetes Recht erlaubt die parallele Weiterführung bisheriger nationaler Liquiditätsanforderungen, bis die LCR mit einem Erfüllungsgrad von 100 Prozent verbindlich einzuhalten sind. Damit gilt die Liquiditätsverordnung derzeit weiter.

Gleichwohl waren durch unser Haus alle zur bankenaufsichtsrechtlichen Beurteilung der Liquiditätslage geltenden Normen durchgehend eingehalten. Zur Erfüllung der Mindestreservebestimmungen wurden stets ausreichende Guthaben bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Anzeichen für eine künftige Beeinträchtigung der Finanz- und Liquiditätslage sind auf der Basis unserer vorausschauenden Planungsrechnung nicht erkennbar.

12. Ertragslage

Die Darstellung der Ertragslage erfolgt auf Basis der Systematik des Betriebsvergleichs der Sparkassen.

Das Zinsergebnis mit einem absoluten Wert in Höhe von 42,5 Mio. € oder 2,02 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (DBS) liegt auf Vorjahresniveau. Dahingegen konnten wir unser Provisionsergebnis um 0,7 Mio. € auf nunmehr 14,3 Mio. € oder 0,68 Prozent der DBS steigern. Somit erhöhte sich auch unser Bruttoertrag mit einem Wert von 58,2 Mio. € gegenüber dem Vorjahr (57,1 Mio. €). Unsere Betriebsaufwendungen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöht. Der ordentliche Aufwand stieg gegenüber dem Vorjahr leicht von 37,8 Mio. € auf 39,0 Mio. €.

Die Ertragslage unserer Sparkasse ist nach wie vor solide. Eine vergleichende Betrachtung der Betriebsergebnisse vor Bewertung im Zeitverlauf zeigt diese nachhaltige und stabile Entwicklung. Mit einem absoluten Wert von 19,1 Mio. € oder 0,91 Prozent der DBS konnten wir das Betriebsergebnis vor Bewertung gegenüber dem Vorjahr nahezu bestätigen. Die Cost-Income-Ratio stieg leicht von 66 auf 67 Prozent.

Das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft war mit 0,5 Mio. € positiv. Eine ausgewogene Risikopolitik und modernste Instrumente zur Steuerung des Adressenrisikos wirken sich nach wie vor günstig auf das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft aus. Bei den Wertpapieren entstand ein negatives Bewertungsergebnis in Höhe von 3,5 Mio. €. Es erfolgte erneut eine Dotierung der Vorsorgereserven nach § 340f HGB und des „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ nach § 340g HGB.

Der Jahresüberschuss in Höhe von 2,0 Mio. € blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Somit wurde wiederum eine nennenswerte Aufstockung der anrechenbaren Eigenmittel unserer Sparkasse vorgenommen. Die Ausstattung an Eigenmitteln bietet derzeit ausreichend geschäftlichen Spielraum.

Die Kennziffer für unsere Kapitalrendite beläuft sich auf 0,53 Prozent. Sie errechnet sich als Quotient aus Nettogewinn zuzüglich Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken und Vorjahresbilanzsumme.

13. Vermögenslage

Die Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind unter Beachtung der geltenden handels- und steuerrechtlichen Vorschriften bilanziert. Der Wertpapierbestand wurde nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Die aus dem Verhältnis der aufsichtsrechtlichen Eigenmittel zu der Summe der risikogewichteten Forderungsbeträge gemäß CRR errechnete Gesamtkapitalquote (Total Capital Ratio) lag Ende 2015 bei 14,97 Prozent und damit deutlich über der Mindestgrenze von 8 Prozent.

Die Bilanzstruktur der Sparkasse ist auf der Passivseite geprägt durch die Fremdmittel von Kunden. Auf der Aktivseite kommt den Ausleihungen an Kunden die größte Bedeutung zu.

14. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Unsere wettbewerbsstarken Finanzdienstleistungsangebote, ein leistungsfähiges Vertriebsnetz, das auf vielfältigen Wegen die Nähe zu unseren Kunden sicherstellt, sowie eine solide wirtschaftliche Verfassung waren auch im Jahr 2015 die Garanten für unseren geschäftlichen Erfolg.

Trotz zunehmend schwierigeren Rahmenbedingungen zeigt sich unsere Ertragslage seit Jahren stabil. Diese langjährige und nachhaltige Entwicklung zeigt, dass wir auf dem Weg, die Wirtschaftskraft unserer Sparkasse beständig zu erhöhen, weiter gut vorankommen. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass die Geschäftsentwicklung günstig verlaufen ist.

Durch die vorgesehene Gewinnzuführung und weitere Dotierungen der Vorsorgereserven nach § 340f HGB sowie des Sonderpostens „Fonds für allgemeine Bankrisiken“ nach § 340g HGB wird unser wirtschaftliches Fundament weiter gestärkt. Insgesamt sind wir mit der derzeitigen wirtschaftlichen Situation unseres Hauses zufrieden.

Die im zurückliegenden Lagebericht getroffenen Prognosen zu den wesentlichen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen haben sich erfüllt bzw. konnten verschiedentlich sogar übertroffen werden. So lagen Zinsüberschuss und Provisionsergebnis über den Erwartungen. Dies führte dann auch, bei einem gegenüber dem Geschäftsjahr 2014 nur leicht erhöhten ordentlichen Aufwand, nahezu zu einem Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau. Eine nennenswerte Abweichung ist beim Bewertungsergebnis für das Kreditgeschäft zu verzeichnen. Hier führte insbesondere unsere moderate Risikopolitik wiederum zu einem positiven Bewertungsergebnis.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres lagen bis zum Berichtszeitpunkt nicht vor.

15. Prognosebericht

Die Planung unserer Vermögens-, Finanz- und Ertragsentwicklung dient der abgestimmten Ausrichtung der geschäftlichen Aktivitäten auf die Unternehmensziele der Sparkasse Mainz. Hierbei werden eine Vielzahl von internen und externen Einflussfaktoren berücksichtigt, notwendigerweise basiert das gesamte Konzept auch auf Annahmen über künftig vorherrschende Bedingungen innerhalb der Sparkasse sowie innerhalb ihres Umfeldes. Somit ist unsere Planung ein vielstufiger und revolvierender Prozess.

Durch regelmäßige Überprüfungen dieses Prozesses sowie aller Detailplanungen im Sinne einer Soll-Ist-Analyse wollen wir frühzeitig Chancen und Risiken erkennen und sachgerecht hierauf reagieren. Gleichwohl sind Planungen und Prognosen immer „Momentaufnahmen“. Die tatsächlich eintretenden Ergebnisse können von der voraussichtlichen Entwicklung abweichen.

Allgemeines Umfeld

Leichte Erholung der Weltwirtschaft, aber unter großen Risikofaktoren

Die Prognose des Internationalen Währungsfonds für die Weltwirtschaft vom Januar 2016 geht für dieses Jahr von einer leichten Beschleunigung des Wachstums der Produktion und des Handels aus. Diese Erholung soll sowohl von den Industrie- als auch von den Schwellenländern getragen werden. Allerdings schwebt über diesem vorsichtig optimistischen Szenario eine Vielzahl von Risikofaktoren.

Die geopolitischen Risiken aus dem Terror und aus den zahlreichen auch militärisch ausgetragenen Konflikten können jederzeit eskalieren. Wie kontrolliert der Umstrukturierungsprozess des Wachstums in China gelingt und welche Störungen davon erneut ausgehen können, ist ebenfalls kaum absehbar. Auch die weltweite Rohstoffnachfrage ist maßgeblich von China abhängig. So erfreulich eine verbilligte Rechnung für die Importeure und Verbraucher von Öl und anderen Rohstoffen auch ist, so sehr bringt dies die Förderländer selbst unter Druck. Dort bedeuten die Preiseinbrüche zumindest Einkommensverluste und womöglich auch Insolvenzen von zentralen Unternehmen des Rohstoffsektors sowie Druck auf die Staatshaushalte jener Länder.

Daraus entstehende Spannungen an den Finanzmärkten könnten negativ auf die Weltwirtschaft insgesamt ausstrahlen. Schließlich könnte die eingeleitete Zinswende im US-Dollar zu verlagerten internationalen Kapitalflüssen und verstärkten Währungsschwankungen führen. Ein aufwertender Dollar könnte ausländische Schuldner, die in dieser Währung verschuldet sind, in Probleme stürzen, erst recht, wenn es sich um Rohstoffexporteure handelt, deren Erlöse weggebrochen sind.

Jedes dieser Risikofelder hat einzeln schon das Potenzial, die Entwicklung der Weltwirtschaft 2016 erheblich zu stören. Im Zusammenwirken könnten sich schwerer wiegende Rückschläge kumulieren.

Zusätzliche institutionelle Risiken in Europa

In Europa ist das Hauptszenario ebenfalls eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung – unter begleitenden Risiken. Europa profitiert als Netto-Importeur zunächst von der weiter verbilligten Ölrechnung. Allerdings sind viele der Lieferländer zugleich Kunden des Exports von Fertigwaren aus europäischen Ländern, so dass die Schwäche von Teilen der Weltwirtschaft hierher zurückschlagen könnte.
Zu den weltwirtschaftlichen Risikofeldern treten spezifische europäische Problemlagen: So ist der Integrationsstand des Binnenmarktes politisch bedroht. Eine Schließung der Grenzen im Schengen-Raum in Reaktion auf die Flüchtlingsmigration würde einen Schlag für den freien Personen- und Warenverkehr im gemeinsamen Markt bedeuten. Dazu kommen Abspaltungserwägungen wie etwa im Fall des Volksentscheids im Vereinigten Königreich. Ein Austritt des UK würde die Gewichte in der EU erheblich verschieben und den Charakter der Union verändern.

Wirtschaftspolitisch sind einige der Länder mit Struktur- und Schuldenproblemen noch nicht über den Berg. Eine Krise in Griechenland kann jederzeit wieder aufflammen und Italien lässt in seinen Reformanstrengungen zuletzt spürbar nach. Frankreich kämpft mit der Einhaltung der fiskalischen Grenzen des Stabilitäts- und Wachstumspaktes. Spanien war in den letzten beiden Jahren eine Erfolgsstory mit schnellen Erholungsraten; doch ist dort der weitere Weg nach dem fragmentierten Ergebnis der Parlamentswahlen Ende 2015 unklar.

Trotz all dieser Unwägbarkeiten scheint eine Fortsetzung der Erholung im Euroraum möglich. Der IWF setzt im Januar-Update seines Wirtschaftsausblicks die zu erwartende Wachstumsrate für den Währungsraum mit 1,7 Prozent an.

Deutschland mit ähnlichem Wachstumsszenario wie im Vorjahr

Das am 25. Januar veröffentlichte ifo-Geschäftsklima hat der Entwicklung im neuen Jahr auch in Deutschland einen ersten Dämpfer versetzt. Sowohl die Lageeinschätzung als auch noch stärker die Erwartungen haben sich eingetrübt. Dazu kommen die auch hierzulande eingetretenen Kursverluste an den Aktienmärkten in den ersten Tagen des Jahres, die für Verunsicherung sorgen.

Doch die meisten bisher vorliegenden makroökonomischen Prognosen für Deutschland zeichnen ein recht positives Szenario. Das Wachstum dürfte auch 2016 in ähnlicher Höhe wie im Vorjahr erreichbar sein. So sagt die Deutsche Bundesbank in ihrer Konjunkturprojektion von Dezember 2015 ein Wachstum von 1,8 Prozent für das neue Jahr voraus. Damit würde sich Deutschland in etwa im Mittelfeld des Euroraums bewegen.

Und auch die Struktur des deutschen Wachstums könnte im neuen Jahr ähnlich zu der des alten ausfallen. Vor allem die Binnennachfrage gilt als robust und sollte das Wachstum 2016 tragen. Von der starken Binnennachfrage stimuliert, dürften die Importe 2016 allerdings deutlich stärker zulegen als die Exporte, die sich im risikoreicheren weltwirtschaftlichen Umfeld behaupten müssen. Die Entwicklung des Außenbeitrags würde damit das BIP 2016 eher bremsen.

Bei den Investitionen dürfte sich die Struktur der Zuwächse 2016 stärker zu den Bauinvestitionen verlagern. Wie groß die Investitionsdynamik insgesamt wird, ist noch offen. Im dritten Jahr in Folge mit einem Wachstum oberhalb des Produktionspotenzials wäre eigentlich ein gewisser Kapazitätsausbau nötig. Daran wird die Entwicklung der Investitionen 2016 zu messen sein.

Die gemäß der Bundesbank-Prognose in Aussicht gestellten 2,4 Prozent Zuwachs der Anlageinvestitionen insgesamt wären dafür bestenfalls als ausreichend zu bezeichnen.

Der Staatskonsum dürfte dagegen 2016 noch einmal überproportional zulegen, wozu weiterhin auch die Ausgaben für die Flüchtlinge beitragen. Der private Konsum sollte ebenfalls wieder recht kräftig wachsen, da weiterhin eine gute Beschäftigungslage und steigende Einkommen bei niedrigem Preisauftrieb im Raum stehen.

Arbeitsmarkt peilt erneut Rekordwerte an

Für den deutschen Arbeitsmarkt erscheinen 2016 erneut Höchststände bei der Zahl der Erwerbstätigen möglich. Noch einmal gut 300.000 Personen mehr könnten am Arbeitsmarkt aktiv sein. Bei weiter, auch durch die Zuwanderung, steigendem Erwerbspersonenpotenzial könnte dies mit einer ungefähr unveränderten Arbeitslosenquote einhergehen.

Preisentwicklung zieht etwas an, bleibt aber immer noch unter Zielniveau

Die Preisentwicklung in Deutschland und im Euroraum bleibt weiter gedrückt, auch durch die Anfang 2016 noch einmal gesunkenen Ölpreise. Trotzdem dürften sich die Inflationsraten im Jahresverlauf leicht erhöhen. Beim Ölpreis setzen für die Jahresraten demnächst Basiseffekte ein, wenn die auch schon im Vorjahr niedrigen Vergleichspreise herangezogen werden.

Bei den Kernraten, die die volatilen Energiepreise ausblenden, dürfte der Anstieg deshalb verhaltener ausfallen. Dafür liegen die Kernraten bereits zu Jahresbeginn auf höherem Niveau von über einem Prozent.

Spannungen aus der Geldpolitik

Im Euroraum ist die Preisentwicklung eine Idee schwächer als in Deutschland, aber in der Tendenz ähnlich. Die Inflationsraten werden damit auch 2016 weiter unter dem Ziel der EZB von unter, aber nahe bei zwei Prozent liegen. Aber sie steigen allmählich an, und die Kernraten sind stabil höher.

Die auch in der Vergangenheit schon nicht wirklich akuten Deflationsgefahren schwinden damit immer weiter. Dennoch könnte die EZB sich veranlasst sehen, noch einmal mit expansiven Schritten tätig zu werden. Aus Sicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes wäre dies nicht geboten. Vielmehr sollte die EZB zunächst die Wirkung ihrer zahlreichen bereits getroffenen und zuletzt erst im Dezember 2015 verschärften Maßnahmen abwarten. Eine aktionistische, immer expansivere Geldpolitik läuft zudem Gefahr, die Spannungen zu verschärfen, wenn die Federal Reserve jenseits des Atlantiks 2016 ihre Zinsanhebungen fortsetzen sollte. Insbesondere der Devisenmarkt und die internationalen Kapitalflüsse könnten davon beunruhigt werden.

Damit schließt sich der Kreis zu der Vielzahl von Risiken, die über dem Ausblick für 2016 schweben. Die Hauptszenarien für das neue Jahr bleiben aber zunächst wie skizziert moderat positiv.

16. Geschäftserwartungen der Sparkasse Mainz

Als das älteste Kreditinstitute der Region sind wir uns unserer herausragenden Bedeutung für Bürger, regionale Wirtschaft und kommunale Körperschaften bewusst. Die Erfüllung des öffentlichen Auftrages, unsere heimische Region mit allen kreditwirtschaftlichen Leistungen zu stärken und zu fördern, ist oberstes Ziel unseres Handelns. Um dieses Ziel zu verwirklichen und um unserer sozialen Verantwortung unseren Mitarbeitern gegenüber nachzukommen, ist es unerlässlich, über ein gesundes wirtschaftliches Fundament zu verfügen und dieses weiter über die Generierung von Ertrag zu stärken.

Wir gehen davon aus, dass die aktuell prognostizierten wirtschaftlichen Entwicklungen und Rahmenbedingungen auch unseren künftigen Geschäftserfolg merklich beeinflussen werden. Dabei wird die Ertragslage für das Jahr 2016 weiterhin dominiert von der anhaltenden (Niedrig-)Zinssituation, für die sich auch kurzfristig keine wesentliche Veränderung abzeichnet. Dies bedeutet, dass für Kundenforderungen, für die eine längere Zinsbindungsfrist abläuft, eine Prolongation nur zu einem wesentlich niedrigeren Zinssatz möglich ist. Die Masse der Kundenverbindlichkeiten dagegen kennt keine langen Zinsbindungsfristen und ist daher weitgehend bereits auf dem aktuellen Zinsniveau angekommen.

So erwarten wir – nach einem wiederum sehr guten Ergebnis in 2015 – für das laufende Jahr einen Zinsüberschuss unter dem Niveau des Vorjahres. Beim Provisionsergebnis streben wir für die kommenden Jahre eine Stabilisierung auf dem aktuellen Niveau an.

Bei den Personal- und Sachaufwendungen kalkulieren wir unter Berücksichtigung der tariflichen Lohnerhöhungen sowie unserer geplanten Investitionen zur weiteren Optimierung der vertrieblichen Infrastruktur mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau. In der Summe dürften diese Erwartungen zu einem Betriebsergebnis vor Bewertung von ca. einem Fünftel unter Vorjahresniveau führen.

Für das Jahr 2016 rechnen wir mit einem Bewertungsaufwand im Kreditgeschäft in Höhe von etwa 3 Mio. €. Allerdings sehen wir auch realistische Chancen, aufgrund der erfolgten konsequenten Bereinigung unseres Kreditportfolios sowie unserer moderaten Risikopolitik, einen niedrigeren Bewertungsaufwand erreichen zu können. Bei den Eigenanlagen gehen wir von einem Abschreibungsbedarf von ebenfalls ca. 3 Mio. € aus. Auch in diesem Segment sind wir mit unseren Steuerungsinstrumenten gut aufgestellt. Unter Zugrundelegung des vorsichtig angesetzten Bewertungsaufwandes würde sich das Betriebsergebnis nach Bewertung – ohne Berücksichtigung von Vorsorgereserven – rückläufig entwickeln.

Den Prognosen der Erfolgsgrößen liegen vorsichtige Prämissen hinsichtlich der Volumenentwicklung zu Grunde. So erwarten wir eine leichte Ausweitung unserer Durchschnittsbilanzsumme. Im Kreditgeschäft haben wir in unseren Planungen ein vorsichtiges Wachstum berücksichtigt. Wegen den zumindest derzeit stabilen konjunkturellen Rahmenbedingungen für die Unternehmen gehen wir hier von einer insgesamt gefestigten Investitionsneigung der Firmen- und Gewerbekunden aus. Bei den Kundeneinlagen halten wir unter Berücksichtigung des hart geführten Wettbewerbes einen gemäßigten Zuwachs für realistisch.
Sollten unsere Konzepte noch besser als erwartet anschlagen und auch die Rahmenbedingungen unterstützend wirken, ist eine Steigerung unseres Ergebnisses über die Plangrößen hinaus möglich.

Für die nächsten Geschäftsjahre planen wir die Entwicklung unseres operativen Ergebnisses auf einer konservativen Basis. Aufgrund unseres stringenten Kostenmanagements dürfte der Verwaltungsaufwand in den Jahren 2017 und 2018, freilich auch abhängig von durch uns nicht zu beeinflussenden Faktoren (wie beispielsweise Tariferhöhungen) in der derzeitigen Größenordnung liegen.

Aufgrund eines rückläufigen Zinsüberschusses erwarten wir für die kommenden Jahre ein Betriebsergebnis vor Bewertung, das unter dem aktuellen Niveau liegt. Unter Vorsichtsgesichtspunkten kalkulieren wir aus heutiger Sicht auch mittelfristig mit einem Bewertungsaufwand analog dem Jahr 2016.

Insgesamt setzen wir uns weiterhin ehrgeizige, aber nicht unrealistische Ziele für die nächsten Jahre. Diese gilt es, mit dem Engagement aller unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreichen. Auch wenn die Technisierung in unserer Branche immer weiter voranschreitet, so bleiben unsere motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unser wichtigstes Kapital, um auch künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein und den Bürgern, Unternehmen und kommunalen Körperschaften weiterhin als verlässlicher und leistungsstarker Partner zur Seite zu stehen.

Mainz, im März 2016

Sparkasse Mainz
Der Vorstand

17. Bericht des Verwaltungsrates

Der Verwaltungsrat erfüllte im Jahre 2015 die ihm aufgrund der sparkassenrechtlichen Bestimmungen obliegenden Aufgaben. Er wurde durch den Vorstand über alle grundsätzlichen Fragen der Geschäftspolitik und über die wirtschaftlichen Verhältnisse der Sparkasse Mainz unterrichtet.

Der Vorstand hat dem Verwaltungsrat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht für das Jahr 2015 vorgelegt. Die Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz hat den Jahresabschluss sowie den Lagebericht für das Jahr 2015 geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.

Der Verwaltungsrat hat in seiner Sitzung am 24. Mai 2016 den Jahresabschluss 2015 festgestellt und den Lagebericht gebilligt.

Der mit dem Jahresüberschuss identische Bilanzgewinn in Höhe von 2.047.557,19 € wird mit einem Teilbetrag von 419.116,60 € an die Träger der Sparkasse Mainz ausgeschüttet.
Der verbleibende Teilbetrag in Höhe von 1.628.440,59 € wird der Sicherheitsrücklage zugeführt.

Mainz, den 24. Mai 2016

Claus Schick
Landrat

Vorsitzender des Verwaltungsrates