Marc Barber, Vertriebsdirektor Private Banking und Heinz-W. Kranz, Vertriebsdirektor Immobiliencenter zur Bedeutung von Immobilien für eine zeitgemäße Anlagemischung und zum Mainzer Immobilienmarkt.

Für welche Kunden sind Immobilien als Investition überhaupt geeignet?

Barber: Um eine zeitgemäße Anlagemischung bei unseren Kunden zu erreichen, müssen wir heutzutage prinzipiell bei allen Anlegern auch einen Blick auf die Anlageklasse Immobilien werfen. Sie gehört für eine vorteilhafte Gesamtzusammensetzung des Vermögens in den allermeisten Fällen einfach dazu.

Hierdurch können wir alle Risikoneigungen und Anlageprofile abdecken. Für jeden Geldbeutel finden wir dementsprechend die passenden Produkte. Für viele unserer Privatkunden sind hier die Immobilienfonds der DekaBank-Gruppe das Mittel der Wahl. Hier ist der Einstieg schon ab 25 Euro möglich und mit Sparplänen kann der Kunde sich eine passende Immobilienquote in seinem Portfolio aufbauen. Dies stellt allerdings ein Investment im Bereich gewerblicher Immobilien dar, da viele institutionelle Investoren sich auf dieses Segment konzentrieren und eher nicht im privaten Wohnimmobilienmarkt anlegen.

Warum ist das so?

Barber: Kapitalanlagegesellschaften, und damit auch viele Kleinanleger, die in deren Produkte investieren, bevorzugen Büroimmobilien, Einzelhandelsimmobilien, Infrastrukturprodukte und dergleichen. Hier sind die Renditen erfahrungsgemäß etwas höher, weil z.B. die Mietverträge meist so gestaltet sind, dass sich die Miete automatisch im Gleichschritt mit der Inflation erhöht. Dies ist ein Hauptbeweggrund für viele Privatanleger, einen professionellen Partner wie die DekaBank mit ihren unterschiedlichen Fonds in ihr Portfolio aufzunehmen. Der private „Mietmarkt“ ist daher für institutionelle Anleger weniger interessant.

Welche Möglichkeiten gibt es über die Anlage in Fonds hinaus?

Barber: Je größer die finanziellen Mittel eines Kunden, desto mehr kommen schließlich auch „echte Steine“ in Betracht. Je nach Kundenwunsch beginnen wir hier mit Eigentumswohnungen oder Einfamilienhäusern. In Mainz sind als Renditeobjekte typischerweise Eigentumswohnungen sehr gefragt, die leider nicht in unerschöpflicher Anzahl existieren. Der Kauf eines Mehrfamilienhauses oder noch größerer Objekte kommt ebenfalls vor, allerdings nicht in der Häufigkeit, wie bei Eigentumswohnungen. Aber auch hier ist die Spannweite, die wir mit den angebotenen Objekten abdecken, groß. Über die S-Immofinanz Mainz GmbH werden sowohl Objekte wie beispielsweise Dock1 Mainz mit Objektpreisen von 400.000 Euro und mehr angeboten, aber auch „Einsteigerobjekte“ wie etwa 1-Zimmer-Appartments, bei denen man in Preislagen um die 100.000 Euro liegt, haben wir immer wieder für unsere Kunden im Blick.

Welche Beweggründe geben bei einem Anleger erfahrungsgemäß den Ausschlag, sich für ein bestimmtes Objekt zu entscheiden?

Barber: Für viele der vermögenden Kunden ist das Prestige eines Objektes nicht zu vernachlässigen. Viele können sich auch vorstellen, ein Objekt eine gewisse Zeit lang zu vermieten, um später selbst einzuziehen oder das Objekt den Kindern zur Verfügung zu stellen. Das Immobiliengeschäft ist immer auch mit Emotionen verbunden.

Welche Beweggründe geben bei einem Anleger erfahrungsgemäß den Ausschlag, sich für ein bestimmtes Objekt zu entscheiden?

Barber: In der Mainzer Mikrolage stehen wir vor der Herausforderung, dass wir mehr Nachfrage als verfügbare Objekte haben. Vor diesem Gesichtspunkt sehe ich positiv in die Zukunft, zumal Mainz als Teil des erweiterten Rhein-Main-Gebietes zu einem Raum zählt, in dem die Bevölkerungszahlen wachsen. Mainz ist Universitätsstadt und schneidet in puncto Attraktivität bei Immobilienrankings immer auf den vorderen Plätzen ab. Wir haben eine sehr gute Infrastruktur, sind durch die Nähe zum Frankfurter Flughafen auch verkehrsgünstig gelegen. Einen großen Preiseinbruch, selbst bei moderater Zinssteigerung, prognostiziere ich daher eher nicht. Dennoch ist das Wachstum für Kaufpreise endlich, sodass ich auch nicht davon ausgehe, dass wir zu Quadratmeterpreisen von 25.000 Euro, wie sie beispielsweise für die Hamburger Elbphilharmonie aufgerufen wurden, anbieten werden. Hinzu kommt, dass die ganz attraktiven Lagen, Stichwort „Riverside“, nicht mehr verfügbar sind.

Kranz: Dennoch beobachten wir insbesondere bei älteren, vermögenden Kunden den Trend, das große, selbstgenutzte Eigenheim aus Altersgründen aufzugeben. Diese Kundschaft zieht dann oft ins Stadtzentrum, unter anderem um weiterhin am angebotenen Kulturprogramm teilzunehmen. Auch hier ergeben sich viele Ansätze, bei denen wir den Kunden beratend zur Seite stehen können. Eine kleinere Wohneinheit stellt hier oft auch eine ideale, flexible Komponente für eine Geldanlage dar, die bei Bedarf auch schnell wieder verkauft werden kann.

Wie sind die Renditeaussichten auf dem Mainzer Immobilienmarkt?

Barber: In Mainz sind die Aussichten für Anlageobjekte stabil und erfreuen sich im Zinsumfeld nahe Null wachsender Beliebtheit, da hier noch eine für den Anleger attraktive Rendite erzielt werden kann.

Kranz: Die Finanzkrise hat hier einen Wandel hervorgebracht. Vor der Finanzkrise gab es kaum Nachfrage nach Immobilien als Renditeobjekt von privaten Kunden. Seit 2008 ist die Nachfrage von Kunden, sowohl aus den Geschäftsstellenbereichen, wie auch dem Private Banking, gestiegen. Im Umfeld sinkender Zinsen gewinnt „Betongold“ an Attraktivität. Diese Entwicklung nimmt weiterhin zu. Auch vor diesem Hintergrund sehen wir mittel- und langfristig weitere Steigerungsmöglichkeiten.