Unter dem ungewöhnlichen Titel stellen die Fotografen des Forums für Zeitgenössische Fotografie Mainz vom 19.08.2017 bis zum 02.09.2017 im Umfeld der Franz-Stein-Hütte im Lennebergwald Fotografien aus. Eine Vernissage am 19.08.2017 um 12.00 Uhr bildet den Auftakt der Ausstellung. Die Schirmherrschaft hat der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling übernommen, der auch bei der Vernissage anwesend sein wird.

Was erwartet Sie bei der Ausstellung? Ein Gegensatz, wie er größer nicht sein kann: Mitten im Wald eine Ausstellung mit Bildern von einer der größten Stahlhütten Deutschlands. Wohl niemand würde in einem solchen gigantischen Industriekomplex an einen Wald denken und keiner an ein Eisenhüttenwerk, wäre er gerade in einem Wald.

Industrie - Wald - IndustrieFür die fünf Fotografen aus Mainz Dieter Gergen, Michael Kanitz, Peter Sikora, Andreas Wollenweber und Alfred Engler macht genau das den Reiz ihres Projektes aus. Denn schon bei früheren Besuchen im saarländischen Stahlwerk Völklinger Hütte war ihnen der organisch wirkende Aufbau und die nach oben strebende zylindrische Form der zahlreichen Komponenten der Industrieanlage aufgefallen, die an einen undurchdringlichen Wald erinnern. Röhren wie Wurzeln, Trägergeflecht wie das Geäst eines Waldes, Behälter wie die Stämme eines Riesenbaumes, Leitungen wie die Adern eines Blattes. Selbst das allgegenwärtige Rostrot als Grundfarbe findet eine Entsprechung in der Farbe der Borke heimischer Kiefern.

Verblüfft von den augenfälligen Analogien zwischen der Industrieanlage und dem gewachsenen Wald stellten sich bald weitere Gemeinsamkeiten ein. Während die Völklinger Hütte heute noch als Meilenstein einer vergangenen Industriekultur im Rang eines Weltkulturerbes besucht wird und ehemals 17.000 Arbeiter beschäftigte, wird der stadtnahe Lennebergwald immer mehr zum begehrten Freizeitgelände für Jogger, Radfahrer und Spaziergänger, den es zu hüten und zu bewirtschaften gilt.

Industrie - Wald - IndustrieBevor der Besucher also ins Träumen gerät, weil für ihn der Wald noch ‚Natur’ bedeutet und die Großindustrie die ‚Ausbeutung’ schwindender Ressourcen wie Kohle und Eisenerz, zeigen die großformatigen Bilder eine verblüffende Ähnlichkeit der so unterschiedlich empfundenen Orte. Selbst die Rückeroberung des mächtigen ‚Stahlwaldes’ in Völklingen durch die Natur fällt ebenso auf. Grund genug, hier am Lenneberg eine Ausstellung zu zeigen, die zum Erleben und Nachdenken über die scheinbar gegensätzlichen Welten Industrie und Wald ermuntert.

Industrie - Wald - Industrie

20 großformatige Fotografien der Völklinger Hütte in Schwarzweiß und Farbe sind zwischen die Bäume des Waldes gespannt und verbinden Motiv und Ausstellungsort zu einer Einheit, die sich erst bei näherer Betrachtung einstellen mag. Damit, so das Konzept, ist sowohl falscher Romantik über die Industrie einer vergangenen Epoche, wie auch unbegründeter Naturschwärmerei in einem Stadtwald hinreichend vorgebeugt.

In einem Dokumentationsbereich in der Franz-Stein-Hütte werden Hintergründe der Ausstellung beleuchtet, Informationen zu Konzept und Umsetzung gegeben. Die Fotografen, mitwirkende Ämter und Stellen, sowie die Sponsoren, werden hier vorgestellt. Die Franz-Stein-Hütte ist auch das Zentrum für Vernissage und Finissage.

Eine Wegbeschreibung  zur Franz-Stein-Hütte finden Sie hier.