Rheinhessen ist sportlich. Tennis, Fußball, Breiten– und Jugendsport bieten für viele Geschmäcker das Richtige. In zwei Vereinen haben die Athleten perfektioniert, den Gegner im wahrsten Sinne des Wortes auf die Matte zu zwingen: Ringen. Hier sind sowohl der SV Alemannia Nackenheim 1912 e.V. als auch der Athletik Sport Verein 1888 e.V. in der Bundesliga erfolgreich. So erlebte die Mainzer Ringerszene am Samstag, 18.11.2017, das zweite Lokalderby. In der Sporthalle am Laubenheimer Ried empfing Gastgeber SV Alemannia Nackenheim den ASV Mainz 88. Nach dem Ergebnis des ersten Kampfes dieser beiden Vereine war bereits im Vorfeld klar, dass es bei diesem Kampf härter zugehen würde. Für die Nackenheimer stand Revanche für das erste Derby in Aussicht, in welchem sie mit 3:23 Punkten unterlagen. Die 88er hingegen wollten dem Aufsteiger keine Möglichkeit zur Revanche bieten.

Dieses Spektakel wollten sich circa 600 Fans nicht entgehen lassen und sorgten für eine gut gefüllte Halle. Nach dem Wiegen wurde jedoch deutlich, dass sich die Nackenheimer anstrengen müssen, um einen Sieg zu verwirklichen: Bedingt durch die U23-Europameisterschaften fehlten Zoltan Levai und Khasan Badrudinov. Arkadiusz Kulynicz war für die polnische Nationalmannschaft im Einsatz. Dies führte dazu, dass die Gastgeber vier Jugendliche, einen davon stilartfremd, einsetzen mussten. Zwar fehlte auf Seite der 88er Süleyman Atli, da auch er bei der U23-EM teilnahm, doch konnte dieser Verlust durch den größeren Kader der 88er ausgeglichen werden.

Blutiger Zusammenstoß

Schon die ersten 5 Kämpfe machten ihrem Namen alle Ehre. Nach gerade einmal acht Minuten und 55 Sekunden Nettokampfzeit stand es 10:8 für die 88er. Wobei die Bezeichnung „Kampf“ vor allem auf die Begegnung im Schwergewicht zwischen Robin Ferdinand und Wladimir Remel zutrifft, denn beide zogen sich bei einem Wurf klaffende Platzwunden zu und setzten den Kampf mit verbundenen Köpfen fort.

In der zweiten Hälfte bauten die 88er ihren Vorsprung aus. Mit Mark Madsen, Balint Korpasi, Soner Demirtas und Tim Müller standen die Alemannen hier aber auch gestandenen Gegnern gegenüber. Mit 25:11 Punkten für die Mainzer Gäste fiel das Ergebnis des Kampfabends deutlich, wenn auch nicht so eindeutig, wie im ersten Kampf, aus.

Rheinhessische Klasse

Beide Vereine haben sich indes für die Endrunde qualifiziert. Für die Nackenheimer ist das ein großer Erfolg, wurden sie doch zu Beginn der Saison als „krasser Außenseiter“ gehandelt. Und dass die 88er als Gruppenerster in die Play-offs einziehen zeigt, dass auch dieser Verein alles richtig gemacht hat.

Für den sportlichen Erfolg betreiben die Vereine großen Aufwand. Die Athleten bereiten sich intensiv auf die Kämpfe vor und auch für die Kampfabende werden viele Hände benötigt, um eine Halle zu einer Arena zu machen. Somit fällt kein Sieg leicht und keine Niederlage, die nicht schmerzt.

Dass beide rheinland-pfälzischen Vereine der DRB-Bundesliga nun einen Schritt weiter gekommen sind, verdeutlicht umso mehr, welche Klasse sich hier in Mainz und Rheinhessen konzentriert. Weitere Informationen zu den Vereinen finden Sie auf der Internetseite des SV Alemannia Nackenheim und der Internetseite des ASV Mainz 88 sowie zukünftig auf diesem Blog.