Die Regierung hilft Kommunen, Unternehmen und Familien, besser durch die Krise zu kommen. Hier vier wichtige Maßnahmen im Überblick:

  • Bereits ab dem 1. Juli soll der Mehrwertsteuersatz von 19 auf 16 Prozent gesenkt werden. Mit der Senkung der Mehrwertsteuer sorgten die Koalitionäre für eine große Überraschung. Auch der ermäßigte Mehrwertsteuersatz – etwa für Lebensmittel – soll von sieben auf fünf Prozent reduziert werden. Das soll den Konsum ankurbeln.  Dies gilt nur befristet für ein halbes Jahr, also bis zum 31. Dezember.
  • Erhöht wird auch die Kaufprämie für Autos mit Elektroantrieb. Für Elektroautos sollen die bestehenden Zuschüsse verdoppelt werden: von 3.000 auf 6.000 Euro, befristet bis Ende 2021. Auch Plug-in-Hybride sollen stärker gefördert werden; und zwar unabhängig davon, ob sie elektrisch oder als normaler Verbrenner gefahren werden.
  • Studierende können jetzt Überbrückungshilfen für drei Monate bekommen. Gelder könnten noch im Juni fließen, hieß es. Studierende in Notlage sollen Corona-Zuschüsse des Bundes in Höhe von bis zu 500 Euro monatlich beantragen können. Diese Hilfen müssen nicht zurückgezahlt werden. Zwar ist die Auszahlung noch nicht möglich, befinde sich aber “auf der Zielgeraden”, so das Bundesbildungsministerium für Bildung und Forschung.

Update 22.06.2020: Studierende können ab sofort über das Online-Formular die lang erwartete Überbrückungshilfe beantragen.

  • Familien Die Bundesregierung will die durch die Corona-Krise geschwächte deutsche Wirtschaft beleben. Das hat die große Koalition im Rahmen des milliardenschweren Konjunkturpakets beschlossen. Darin ist auch der sogenannte Kinderbonus in Höhe von 300 Euro pro Kind enthalten. Wer hat Anspruch darauf, muss er beantragt werden und wie und wann wird er ausgezahlt?

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Kinderbonus (Stand: 18.08.2020):

Mehrwertsteuer, Autokauf, Familienbonus: So viel ist jetzt für Sie drin

Der Kinderbonus soll als Extra-Geld Familien unterstützen, die durch die Corona-Pandemie finanzielle Verluste hinnehmen mussten. Besonders Familien mit Kindern litten unter den Corona-Einschränkungen. Die Kinder konnten wochenlang weder in die Kita noch zur Schule gehen. Viele Menschen hatten durch die Kinderbetreuung Einkommenseinbußen, da sie nur noch eingeschränkt arbeiten konnten. Auch finanzielle Ausfälle durch das Kurzarbeitergeld belastete viele Familien.

Der Kinderbonus ist eine einmalige Zahlung von 300 Euro pro Kind als Aufschlag auf das Kindergeld. Auch wenn er grundsätzlich für jedes Kind ausgezahlt wird: Er wird vor allem Familien mit geringen und mittleren Einkommen zugutekommen.

Das Geld soll gleichzeitig die Kaufkraft von Familien und somit die Wirtschaft ankurbeln, wie Familienministerin Franziska Giffey (SPD) am Montag im „ARD-Morgenmagazin“ sagte.

Der Kinderbonus wird für jedes kindergeldberechtigte Kind gezahlt. Anspruch darauf haben die sorgeberechtigten Personen, die mit den Kindern in einem Haushalt zusammenleben. Neben den eigenen Eltern können das die Großeltern, Stief- und Pflegeeltern sein. Sie müssen ihren Wohnort entweder in Deutschland, in einem anderen EU-Land, in der Schweiz, Lichtenstein, Island oder Norwegen haben.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters am heutigen Mittwoch aus Regierungskreisen erfuhr, steht der Termin für die Auszahlung des Kinderbonus offenbar fest. Er soll im Herbst in zwei Raten à 150 Euro zusammen mit dem Kindergeld überwiesen werden. Das Geld geht also direkt auf das Konto der sorgeberechtigten Person, die auch das Kindergeld erhält.

Update 18. August 2020: Die erste Rate in Höhe von 200 Euro fließt im September und wird zusammen mit dem Kindergeld überwiesen. Die zweite Rate in Höhe von 100 Euro folgt dann im Oktober, ebenfalls zusammen mit dem Kindergeld.

Ja. Er wird bei der Steuer mit den Kinderfreibeträgen verrechnet. Familien mit hohem Einkommen profitieren daher nur bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze von der Bonuszahlung. Bei einem Paar mit einem Kind geht Giffey davon aus, dass es bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 90.000 Euro noch vom Kinderbonus profitiert.

Ein zusätzlicher Antrag für den Kinderbonus ist nicht erforderlich. Der Bonus würde zusammen mit dem Kindergeld, das nach der Geburt eines Kindes beantragt werden muss, ausgezahlt.

Ja. Der Bonus wird an alle ausgezahlt. Anders als beim Kindergeld, das mit dem Regelsatz verrechnet wird, profitieren auch sorgeberechtigte Personen, die von Hartz IV oder Sozialhilfe leben, vom Kinderbonus. Das Extra-Geld wird ihnen in diesem Fall nicht von der Grundsicherung abgezogen.

Auch Hartz-IV-Empfänger müssen keinen Antrag stellen. Ihre Regelsätze werden dementsprechend angepasst.

Alleinerziehende trifft die Corona-Krise wegen des höheren Betreuungsaufwandes und der damit verbundenen Aufwendungen besonders stark. Sie sollen zusätzlich zum Kinderbonus durch eine weitere Änderung durch das Konjunkturpaket unterstützt werden. Für die Jahre 2020 und 2021 wird der Entlastungsbeitrag, der Betrag, den sie zusätzlich von der Steuer abziehen können, von 1.908 auf 4.000 Euro angehoben.

Neben dem Kinderbonus für Familien sollen im Rahmen des Konjunkturpakets Milliarden zusätzlich in Kitas, Ganztagesschulen, Ganztagesbetreuung und Ausbildungsplätze investiert werden.